Meedia
Sie sind hier:
  1. HOME
  2.  » Meedia-Blogs
  3.  » Alexander Becker

  • NEWS
    • Internetweiter
      • Aktuell
      • Top 100
    • Fernsehenweiter
      • Aktuell
      • TV-Quoten
    • Printweiter
      • Aktuell
      • Top 100 Zeitschriften
      • Cover-Check
    • Musik & Radioweiter
      • Aktuell
      • Top 100 Sender
    • Werbungweiter
      • Aktuell
  • BACKGROUND
    • Meedia-Blogsweiter
      • Georg Altrogge
      • Alexander Becker
      • Nils Jacobsen
      • Dirk Manthey
      • Dirk Kunde
      • Jens Schröder
      • Stefan Winterbauer
    • Meedia-Galerienweiter
      • Medienköpfe 2009
      • Zitate des Jahres
      • iPhone Apps
      • Neue Sites
      • Neue Zeitschriften
      • Newssites 50
      • People & Parties
      • Top Bücher
      • Top Musik
      • Web Top 100
      • Zeitungen heute
      • Zeitschriften TOP 100
      • Zeitungen TOP 100
    • Video-Archiv
  • WEB-SPECIAL
    • Neue Sitesweiter
      • Galerie
    • Best of Webweiter
      • Übersicht
      • Deutschland
      • USA
      • International
    • Web-Macher
  • TOOLS
    • Meedia-Analyzerweiter
      • Übersicht
      • Internet
      • Zeitungen
      • Zeitschriften
    • Meedia Zeitungen
    • Meedia TV Tipps
    • Meedia-Browserweiter
      • Deutschland
      • USA
      • International
    • Meedia-Marketweiter
      • Übersicht
    • Meedia-Peopleweiter
      • Events
  • NEU! Newsletter
Montag 08. Februar 2010 18:16

Mister Wong verlässt AGOF und IVW

Als die IVW am Montag die neuen Klick- und –Visit-Zahlen für die deutsche Web-Welt veröffentlichte, fehlte Mister Wong. "Wir haben uns nach längerer Zeit dazu entschieden, aus der IVW und der AGOF auszutreten, da wir auf Mister Wong keine klassische Bannervermarktung fahren und daher auch keine wahrnehmbar positiven Effekte feststellen konnten", erklärt Kai Tietjen, Chef der Mister Wong-Mutter Construktiv, gegenüber MEEDIA.

 

Mister Wong aus Bremen ist die größte deutsche Community für Social Bookmarking. Die Mitglieder können über die Plattform ihre Favoriten mit Schlagwörtern versehen ("taggen"), online speichern und jederzeit an jedem Ort nutzen. Interessante Links lassen sich entweder privat sammeln oder mit der Community teilen – also ein  typische Web 2.0-Konzept.

Im Jahr 2007 gehörte die Plattform nach Berechungen der Internet-Marktforscher von Nielsen Online neben SchülerVZ und Computerbild.de zu den drei Seiten mit den stärksten Besucherzuwächsen. Damals legte der Social Bookmarkingdienst innerhalb von zwölf Monaten um 138,9 Prozent zu.

Zuletzt zählt die IVW für den Social Bookmarking-Dienst 4,5 Millionen Visits. Der Höchstwert lag im Juni 2009 bei 6,1 Millionen Vistis. "Wir haben immer parallel mit Google Analytics getrackt, die Zahlen sind nahezu identisch mit den IVW-Zahlen. Im Januar lagen wir damit bei etwas über 5 Millionen Visitors und 9,1 Millionen Page Impressions". Allerdings hält sich Tietjen noch eine Hintertür offen. "Die Entscheidung des Austritts ist aber nicht in Stein gemeißelt. Aktuell arbeiten wir am größten Relaunch aller Zeiten von Mister Wong, der im Laufe dieses Jahres umgesetzt wird – wenn das der Fall ist, überdenken wir die Entscheidung erneut."

Eintrag kommentieren

Noch keine Kommentare
Kategorie:

Donnerstag 04. Februar 2010 13:42

"Armutszeugnis für deutsche Web-Szene"

Die deutsche Web-Landschaft ist in Aufruhr. Der lokale Shopping-Trend Groupon verdreht Gründern und Investoren die Köpfe. MEEDIA hat den Qype-Erfinder Stefan Uhrenbacher nach seiner Einschätzung gefragt: "Der Groupon-Hype ist vor allem ein Armutszeugnis für die deutsche Internet-Szene." Gebannt schaut die Branche auf Dailydeal.de und Citydeal.de: Mit dem Einstieg der Investoren Stefan Glänzer und der Samwer-Brüder, könnte sich der legendäre Alando-Ricardo-Krieg der 90er-Jahre wiederholen.

Der Name Groupon ist ein Wortspiel, das sich aus den Worten 'group' (Gruppe) und 'coupon' (Rabattschein) zusammensetzt. Auf den jeweiligen Plattformen gibt es tägliche regionale Angebote, für die immer dann sehr hohe Rabatte eingeräumt werden, wenn sich eine entsprechend große Gruppe von Menschen findet, die bereit ist, für den angegebenen Preis zu kaufen. Beispiel: Eine Kinokarte wird um 50 Prozent günstiger, wenn sich 15 Personen finden, die bereit sind, den Rabattpreis zu zahlen. Mittlerweile hat fast jede deutsche Großstadt mindestens ein Groupon-Start-up.

MEEDIA: Alle reden über Groupons: Hat das Thema wirklich Substanz oder ist es nur ein Hype?
Stephan Uhrenbacher: Das Thema hat grundsätzlich Substanz: Menschen lieben Rabatte. Und das Geschäftsmodell hat die spannendste Komponente überhaupt, nämlich "negative working capital", auf Deutsch: der Kunde bezahlt, bevor das Unternehmen (Groupon) etwas ausgibt.
Ob etwas, das in den USA super gehyped wird, dann nach einem Jahr noch gut ist, ist was anderes. Letztes Jahr wurde im Lokalen Segment, in dem Qype unterwegs ist, Reachlocal unglaublich gehyped; irrsinnige VC Investments, gigantisches Wachstum. Auch hier müssen wie bei Groupon in ganz kurzer Zeit riesiges Mengen an Verkäufern im Telesales den lokalen Anbieter abtelefonieren. Jetzt wurden als Vorbereitung für einen Börsengang von Reachlocal Daten veröffentlicht, die belegen: tolle Umsätze, aber die Vertriebskosten sind so hoch, dass der Gewinn lächerlich ist.

Für das Groupon-Modell gehe ich mit Sicherheit davon aus, dass es in Deutschland schlechter laufen wird als in den USA: Es geht vor allem um persönliche Dienstleistungen. Und wie wir alle wissen, ist dieser Sektor viel kleiner als in den USA. Und: Auf Hairwaxing oder Massagen oder Fitnessstudios kann ich mal 60% Rabatt geben, aber jeder weiss, dass die Listenpreise in den USA Fantasiepreise sind. Vor allem sind die lokalen Anbieter nicht so sehr gewohnt, mit Rabatten zu argumentieren. Wir haben eine andere Mentalität.  Bei Qype gibt es über 10.000 Discount-Gutscheine von lokalen Anbietern, aber man muss schon suchen, um die Perlen zu finden.

Sollte man in dieses Segment investieren?
Ich habe mir das Thema im Oktober angesehen. Damals war ich nicht ganz davon überzeugt, dass es wirklich abheben wird. Vielleicht zu Unrecht. Jetzt wo sowohl die Samwers als auch Stefan Glänzer da mit aller Macht den Ebay-Ricardo Krieg der 90er wiederholen, würde ich da einen ganz großen Bogen drum machen. Das Samwer-Ding wird unglaublich schnell ganz tolle Zahlen vorlegen. Und dann vermutlich verkauft werden, bevor jemand weiss, wie groß das in Deutschland wirklich sein kann. Ich denke: kleiner, als im Moment viele denken.

Wie viele Start-ups werden die ersten sechs Monate überleben?
Irgendwie dahineiern: 10 bis 20. Wirklich überleben: eines oder zwei.

Ist der Groupon-Hype der Beginn eines neuen Gründerbooms?
Der Groupon-Hype ist vor allem ein Armutszeugnis für die deutsche Web-Szene. Beziehungsweise für diejenigen, die sich dafür halten. Wir brauchen echte Innovationen. Ich möchte aus Deutschland einmal ein einziges Startup wie Skype, Spotify, Twitter oder DropBox sehen.


Lesen Sie hier, was Stefan Glänzer, Lukasz Gadowski und Alexander Hüsing von dem Hype halten.


Eintrag kommentieren

3 Kommentare
Kategorie:

Mittwoch 03. Februar 2010 16:26

Verwandt mit neuer Mutter

Das Ende einer schillernden Web 2.0-Karriere: Vor rund drei Jahren gehörte Verwandt.de zu den Überfliegern der jungen deutschen Web-Szene. Im Herbst 2007 bezeichneten die Gründer Daniel Grözinger und Sven Schmidt ihr Genealogie-Portal noch stolz als „das am schnellsten wachsende Familiennetzwerk der Welt”. Nach dem Raketenstart folgte ein leichter Besucherknick und nun der Verkauf: Wie Deutsche-Startups.de melden, übernimmt der israelische Konkurrent MyHeritage.com die Hamburger Plattform.

Damit setzt sich der Trend zur Markt-Konsolidierung im Segment der Stammbaum-Communitys fort. Vor wenigen Monaten schluckte MyHeritage bereits den Konkurrenten Kindo. Verwandt.de und sein neues israelisches Mutterunternehmen werden Zusammen auf rund
47 Millionen Mitglieder kommen.

Den Gründern gelang es damit die Option 1c eines jeden Start-ups umzusetzen. Der Idealfall ist es, wenn es gelingt in seinem Segment zum Marktführer zu werden. Als 1b lässt sich der Fall bezeichnen, eine Web-Company für viel Geld an ein Medienunternehmen zu verkaufen. In die Kategorie 1c wiederum fällt die Option, sich von einem Konkurrenten schlucken zu lassen. Rivalen zahlen traditionell weniger, als wenn die Gründer an einen branchenfremden Investor verkauft. Die vierte Möglichkeit bedeutet in der Regel, den Laden dicht zu machen. Denn die meisten Venture Capital-Firmen haben nur deshalb in ein Start-up investiert, um Marktführer zu werden oder die Company zu verkaufen. Ein weiterwursteln bringt meistens keine Rendite. Das Hamburger Start-up bekam unter anderem Geld von Hasso Plattner Ventures und von Neuhaus Partners. Über den Kaufpreis von Verwandt.de machen weder die Gründer, noch die neuen Eigentümer keine Angaben.

Bei den Nutzerzahlen verlor die deutsche Stammbaum-Community in den vergangen Monaten kontinuierlich an Nutzern. Im März 2008 verzeichnete der Google Ad-Planer noch 320.000 Unique Visitors. Im Dezember 2009 besuchten nur noch rund 200.000 einzelne Besucher Verwandt.de.

Das Hamburger Start-up erlangte sogar in den USA eine gewisse Bekanntheit. Denn für den US-Tech-Blogger Michael Arrington wurde Verwandt.de zum Synonym für die neue deutsche Eigenart, jedes erfolgreiche US-Start-up sofort zu kopieren. Ein Kommentar in Arrington Techcrunch-Blog behauptet, dass der deutschen Nachbau der Silicon Valley-Plattform Geni.com, weniger als 5000 Euro gekostet haben soll.

Sollte dieser Preis stimmen, hätten Grözinger und Schmidt garantiert ein bomben Geschäft gemacht.

Eintrag kommentieren

2 Kommentare
Kategorie:

Dienstag 02. Februar 2010 16:55

NRW-Ministerin startet Spickmich-Klon

Was für eine Verschwendung von Steuergeldern: Die nordrheinwestfälische Schulministerin Barbara Sommer hat ihre Ankündigung ernst gemacht und auf NRW-Kosten ein Web 2.0-Angebot nachbauen lassen, das bislang – ganz zum Leidwesen vieler Lehrer – prächtig funktioniert. Stolz schreibt die Landesregierung: "Die prominente Feedback-Plattform 'Spickmich.de' bekommt Konkurrenz von höchster Stelle." Der staatliche Start-up-Rivale trägt den bürokratisch-beängstigen Namen "SEfU - Schüler als Experten für Unterricht".

Der Namen lässt bereits erahnen, wie kompliziert das Projekt ist. Denn im Gegensatz zum einfachen und transparenten Angebot von Spickmich.de folgt die SEfU-Plattform einem derart verschachtelten Verfahren, das von Anfang garantiert wird, dass die Lehrer auf keinem Fall irgendeiner öffentlichen Kritik ausgesetzt sind. Denn bei der NRW-Plattform dürfen die Schüler nur dann ihre Pauker bewerten, wenn diese auf eigene Initiative ihre Klasse dazu aufgefordert haben. Der bürokratische Höhepunkt: Die Ergebnisse der Befragung dürfen nur die Lehrer lesen. Nicht die Schüler, nicht deren Eltern, nicht das jeweilige Kollegium und auch nicht die Schulleitung.

Beim staatlichen Spickmich-Rivalen waren der Ministerin zwei Dinge wichtig: "Schülerinnen und Schüler haben das Bedürfnis, sich über ihre Erfahrungen in der Schule auszutauschen und auch ihre Ansichten über Lehrerinnen und Lehrer zu äußern. Dies muss angstfrei in einem geschlossenen Bereich möglich sein, der für Dritte nicht zugänglich ist." Die Formulierung "austauschen" ist irreführend, denn die Schüler haben bei der SEfU keine Interaktionsmöglichkeiten. "Und zweitens", sagt Sommer: "Die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten müssen dabei gewahrt bleiben. SEfU erfüllt diese Bedingungen. Wir setzen damit den öffentlichen Internet-Foren, in denen Lehrerinnen und Lehrer lediglich an den Pranger gestellt werden, etwas entgegen."

Punkt zwei erklärt die Motivation der Ministerin die Plattform zu launchen. Seit Jahren kämpfen die NRW-Lehrerverbände gegen das Kölner Portal Spickmich.de. Die Klage einer Pädagogin gegen das Web 2.0-Start-up wurde von den Interessensvertretern bis vor den BGH getragen. Die obersten Richter entschieden dann jedoch gegen die Verbände und für das Web-Portal.

Mit dem Verzicht auf eine Veröffentlichung der Lehrer-Bewertungen beraubt sich das neue Angebot einer seiner wichtigsten Waffen. Denn nur wenn sich die Pädagogen gegenüber einer noch so kleinen Öffentlichkeit rechtfertigen müssen, herrscht ein entsprechender Handlungsdruck, aktiv an den Schwächen in ihrem Unterricht zu arbeiten. Die Bewertungen müssten noch nicht einmal im gesamten Web zu sehen sein. Es würde ausreichen, wenn die betroffenen Schüler und ihre Eltern die Auswertungen lesen dürften. Aber selbst das geht der Ministerin zu weit.

Eintrag kommentieren

1 Kommentar
Kategorie:

Dienstag 19. Januar 2010 12:19

Basic-Ausverkauf: Langsam wird`s nervig

Mit solch kruden PR-Stunts verspielt Robert Basic so langsam seine gesamte Web-Reputation: Fast vier Wochen lang versuchte der Ex-Blogger erfolglos seinen Twitter-Account zu verkaufen. Mit Kaeuferportal.de fand der Usinger jetzt doch noch einen Käufer. Anstatt jedoch einen glatten Deal abzuwickeln, fädelte Basic ein kurioses Rückwärts-Geschäft ein. Das Berliner Start-up kaufte für einen fünfstelligen Betrag das Zwitscher-Konto und schenkte es zwei Stunden später wieder an Basic zurück.

Mit dem Käuferportal und Basic haben sich immerhin zwei gefunden, denen es vor allem um eins geht: Aufmerksamkeit.

Diesen Umstand geben beide Parteien offen zu. So begründete der Ex-Blogger den Verkauf damit, dass er für sein Projekt Buzzriders "Finanz- und Sachmittel" aber auch "Buzz", also PR, brauche. Seit rund einem Jahr arbeitet der Hesse bereits an dem Projekt und noch immer ist nicht abzusehen, wann das Lokal-Angebot online gehen wird. Im Laufe der Monate geriet der einst omnipräsente Star-Blogger und seine ehrgeizigen Pläne immer mehr in Vergessenheit. PR-technisch war der Account-Verkauf sein Comeback.

Für die Reputation wird es langfristig allerdings nicht zuträglich sein, dass Basic nicht mehr mit konkreten Taten oder Texten in Erscheinung tritt, sondern nur noch mit Netz-Auktionen. Nach seinem Blog- und seinem Zwitscher-Konto stellt sich unweigerlich die Frage: Was wird als nächstes verkauft Das VZ- oder das Facebook-Profil?

Alleine die Bekanntmachung der Aktion fand im Web ein überwiegend kritisches Echo. In den Kommentaren zu seiner Verkaufsankündigung wird Basic unter anderem als "Social-Media-Nutte" beschimpft. Basic waren solche Einwürfe bislang weitgehend egal: Für ihn zählte nur der PR-Effekt. Aus dieser Perspektive war auch dieser Stunt wieder ein voller Erfolg: über den Deal wird berichtet. Allerdings nehmen die kritischen, fast schon mitleidigen Untertöne zu.

Auch das Kaeuferportal.de braucht dringend PR. Selbstkritisch gibt man zu, noch nicht "voll auf den Social Media Zug aufgestiegen" zu sein. Die offizielle Erklärung für den Kauf der Berliner: „Seit eineinhalb Jahren vernetzt Kaeuferportal.de erfolgreich lokale Unternehmen und Anbieter. Dabei haben wir den Erfahrungswert gemacht, dass es immer wichtiger wird, im World Wide Web Angebote mit lokalem Bezug anzubieten", sagt Geschäftsführer Robin Behlau. "Buzzriders möchte genau diese Idee umsetzen und wir sind uns sicher, in Zukunft durch eine intensive Kooperation mit Robert diese Entwicklung voranzutreiben.“ Die Berliner sehen sich selbst als Sponsoren des neuen Basic-Projektes.

Mit seinen PR-Stunts ist es Basic immerhin gelungen, zwei deutsche Rekorde aufzustellen: Sein Blog- und auch sein Twitter-Verkauf sind wohl die teuersten Deals ihrer Art, die es bislang in Deutschland gab.

Eintrag kommentieren

8 Kommentare
Kategorie:

Dienstag 05. Januar 2010 16:39

Groupon – der neue Shopping-Trend

Es erinnert an die seligen Web 2.0-Zeiten: Eine US-Geschäftsidee schließt eine hohe Finanzierungsrunde ab, und hierzulande entsteht sofort eine Vielzahl an Klonen. Aktuelles Beispiel für diesen vermeintlich überwunden geglaubten Reflex ist das US-Start-up Groupon.com. Die Gründer sammelten für ihren Mix aus Lifeshopping, Coupon-Angebot und letsbuyit.com rund 30 Millionen Dollar ein. Die Folge: In Deutschland starten immer mehr Kopien. Mit dabei auch die Samwer-Brüder mit einem eigenen Angebot.

Nach Schätzungen von Investor und Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski soll es in Deutschland aktuell rund fünf bis zehn entsprechende Projekte geben.

In seinem Blog beschreibt Burkhard Schneider die Funktionsweise von Groupon. Bei dem Namen "handelt es sich um ein nettes Wortspiel zwischen 'group' (Gruppe) und 'coupon' (Rabattschein)", schreibt er. "Auf dieser Webplattform wird täglich ein Angebot aus Chicago für Vergnügungssüchtige angeboten, wie z.B. heute eine IMAX-Eintrittskarte. Wenn in diesem Fall mindestens 15 Personen diese Eintrittskarte bestellen, gibt es 47 Prozent Rabatt und man muss 'nur' 8 US-Dollar Eintritt zahlen. Wenn die kritische Zahl an Käufern nicht zusammenkommt, kommt der Deal nicht zustande."

An dieses Grundprinzip halten sich alle deutschen Nachahmer. Die bekanntesten einheimischen Start-ups hören auf die Namen Heimatpreis.de, Dailydeal.de, Coupomania.de und Mycitydeal.de. Hinter Mycitydeal.de stehen die drei Erfolgsinvestoren Marc, Oliver und Alexander Samwer. Für ihren Groupon-Klon aktivierten sie einfach ein Gründerteam, das mit seiner letzten Idee gerade gescheitert war. Sebastian Jost und Albert Schwarzmeier hatten zuvor versucht, Beautydeal im Web zu etablieren. Jetzt folgt ihr nächster Anlauf.

Trotz der Schwemme an Anbietern gibt es vor allem regionale Unterscheidungsmerkmale. Heimatpreis.de versteht sich als Gutscheindienst für Geschäfte und lokale Dienstleistungen aus München. Dailydeal.de verspricht "Restaurant-Coupons" oder "Wellness-Gutscheine" aus Berlin. Ein Anbieter, der das gesamte Bundesgebiet oder zumindest nur mehrere Metropolen abdeckt fehlt bislang.

Gadowski glaubt nicht an den Erfolg der Start-ups, weil die Coupon Kultur hierzulande "bei weitem nicht so ausgeprägt ist wie in den USA – sowohl auf Seiten der Anbieter als auch Konsumenten." Dazu weist der Experte darauf hin, dass das Geschäftsmodell sehr kapitalintensiv sei.

Alexander Hüsing von Deutsche-Startups.de räumt dem Geschäftsmodell allerdings Chancen ein, sich durchzusetzen, wenn sie mit "regionalen Größen wie Tageszeitungen" zusammenarbeiten würden. "Nur so lässt sich wahrscheinlich schnell eine kritische Masse aufbauen, um genügend potenzielle Gutscheinkäufer auf die Plattform zu lotsen."

Dieser Einschätzung folgt auch E-Commerce-Experte Jochen Krisch: "Im Grunde wartet man ja nur darauf, dass das ein oder andere regionale Verlagshaus ein entsprechendes Angebot aufzieht bzw. bei dem ein oder anderen bestehenden Team einsteigt."

Eintrag kommentieren

1 Kommentar
Kategorie:

WEITERE 6 MELDUNGEN

Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.


Kategorien

  • Web-Kultur (1)
  • Web-Kritik (2)
  • Web-Business (3)

Archiv

2010

Februar (4)

Januar (2)

2009

Dezember (4)

November (5)

Oktober (2)

September (9)

August (5)

Juli (10)

Juni (12)

Mai (13)

April (12)

März (12)

Februar (12)

Januar (16)

2008

Dezember (25)

November (24)

Oktober (19)

September (19)


Aktuellste Kommentare

stephan uhrenbacher:
@Andreas Ebert: Das ist das falsche Argument. Es ist meiner Erfahrung nach überhaupt kein Problem, [...] Zum Artikel dieses Kommentars
Andreas Ebert:
Also ich finde den letzten Absatz des Artikels sehr interessant: "Wir brauchen echte Innovationen. [...] Zum Artikel dieses Kommentars
Martin Helmers:
Ganz was Neues zu erfinden ist in der Tat nicht so einfach, aber mit www.mySeaStar.net ist in Deutschland [...] Zum Artikel dieses Kommentars

abonnieren

  •  
  • Meedia-Market

    • www.muellerprange.com
    • www.jaron.de
    • www.xoai.com
    • www.kleinundplaecking.de
    • www.stuff-mag.de
    • www.newsletter.de
    • www.arte.tv/artemagazin
    • www.ok-magazin.de
    • www.geld-magazin.de
    Drucken | Senden | Mail an Meedia
    Werbung X
      • ABOUT MEEDIA  •  
      • MAILS AN MEEDIA  •  
      • WERBUNG AUF MEEDIA  •  
      • MEEDIA-IMPRESSUM  •  
      • MEEDIA-SITEMAP  •  
      • AGB  •  
      • NEWSLETTER