Ein ungewöhnlicher Fall hat den DFB-Kontrollausschuss vor Kurzem beschäftigt. Wie der kicker in seiner neuesten Ausgabe berichtet, wurden diesmal nicht wie sonst Spieler, Trainer oder Manager bestraft, sondern zwei Internet-Radiokommentatoren. Borussia-Dortmund-Männer Norbert Dickel und Boris Rupert hatten im Spiel des BVB in Leverkusen den Schiedsrichter in ihrem Live-Radiostream aufs Übelste beleidigt. Folge: Beide müssen eine Geldstrafe zahlen, Rupert sogar zwei Spiele Pause einlegen.
Das Spiel in Leverkusen, das Ende August 0:0 ausging, hatte für hitzige Diskussionen gesorgt. So war BVB-Spieler Mario Götze mit Roter Karte vom Platz geflogen und ein Tor von Mats Hummels wurde vom Schiedsrichter Wolfgang Stark nicht gegeben. Wie BVB-Legende Nobert Dickel und sein Kommentatoren-Kollege Boris Rupert auf die Szenen reagierten, war dennoch alles andere als angemessen. Ein paar Zitate aus der Netradio-Reportage:
zum Götze-Platzverweis:
Dickel: "Jetzt kriegt Mario Götze rot. Das ist doch lächerlich. Stark, Du Blinder, mensch! Das ist 'ne Frechheit!"
zum nicht gegebenen Tor:
Dickel: "Und da ist Hummels. Tor! 1:0! Was pfeift er denn jetzt wieder ab?"
Rupert: "Bist du denn? Wolfgang Stark, das nächste Tor, ...., Du Arschloch!"
Dickel: "Lächerlich! .... Fahr nach Hause, Mensch!"
Rupert: "Das ist ja nicht zu glauben, was dieser Mann sich zusammen pfeifen darf. Dieser Korinthenkacker vor dem Herrn!"
Dickel: "Jetzt hat er aber alles gegeben, dass wir hier nicht gewinnen."
Die kompletten Passagen finden sich in folgendem YouTube-Mitschnitt:
Wie der kicker nun in seiner aktuellen Montags-Ausgabe berichtet, fand der DFB-Kontrollausschuss diese Kommentare alles andere als lustig. "Bei der bislang geheim gehaltenen Sportgerichtsverhandlung in Frankfurt half dem Duo selbst persönlicher Beistand von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (52) wenig: Beide wurden zu einer Geldstrafe verdonnert, Rupert muss sogar zwei Spiele Pause einlegen", so das Sportmagazin.
Das Urteil mag zwar ungewöhnlich erscheinen, schließlich trifft es zwei Kommentatoren eines Fanradios, allerdings ist der Betreiber des Radios eben Borussia Dortmund. Insofern dürften die Kommentare im Radiostream als Aussagen offizieller Vereinsrepräsentanten, bzw. -Mitarbeiter gewertet worden sein und sich daher nicht von Schiedsrichter-Beleidigungen aus einem Trainer- oder Manager-Mund unterscheiden.
Rupert gibt sich inzwischen einsichtig: "Solche Worte, die in Leverkusen gefallen sind, darf man vielleicht auf der Tribüne denken oder zu seinem Nebenmann sagen, allerdings sollte man sie nicht ins Mikro schreien. Wir haben uns auch schon dafür entschuldigt", so der BVB-Mann gegenüber RuhrNachrichten.de. Die Hälfte seiner Sperre hat er inzwischen verbüßt.
Letzte Kommentare
17.04.13 08:00
Julia Miller Web-Site
Schranke runter vor solchen Salbaderern, die nicht verstanden haben, was Journalismus von Wichtigtuerei und Drecksauerein unterscheidet.
07.11.11 12:55
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Danke. sehr interessant!
28.09.11 23:23
Ulrich Schulze
Wenn diese Äußerungen so gefallen sind, wie zitiert, kann gar ncht scharf genug dagegen eingeschritten werden. Sonst kann hier jeder Doofbadel hinausschreien, was ihm so einfällt, auch Nazisprüche, Hetzparolen, sexistischen Unsinn. Nein, die Pressefreiheit ist nicht die Freiheit den jeweils anderen zu beschimpfen und zu beleidigen. Also: Schranke runter vor solchen Salbaderern, die nicht verstanden haben, was Journalismus von Wichtigtuerei und Drecksauerein unterscheidet.
26.09.11 16:15
Otti Do Web-Site
Ich würde meinen, dass eine Strafe hier unabdingbar war. Es kann doch nicht sein, dass Reporter (wenngleich auch "nur" im Web, wo eigentlich jeder sagen kann was er will) einen Menschen persönlich beleidigen. Parteiisch zu sein ist in Ordnung, aber alles hat seine Grenzen.