Alle zwei Jahre scheint sich das Zweite im Web neu erfinden zu wollen: Im März 2007 baute das ZDF seine Homepage komplett um. Nur 26 Monate später folgt der nächste Relaunch. Die neue Seite setzt vor allem auf zwei Kernelemente: Nachrichten und den hauseigenen Video-Content. Vor zwei Jahren lautet das Fazit der meisten Kritiker: Wenn die GEZ-Gebühren in solch einer Weise genutzt werden, sind sie gut angelegt. Ein Satz, der auch für die aktuelle Seiten-Renovierung Gültigkeit besitzt.
Auf den ersten Blick wird die Seite beherrscht von einem großen Aufmacher-Fenster, das vier Programm-Highlights besonders hervorhebt. Das waren am heutigen Montagmorgen beispielsweise "Terra X", "History", der "Sonntagsfilm" und das "Quiz: 60 Jahre BRD". Zu jeden dieser Punkte wird ein sinnvolles Content-Paket mit Videos, Texten und auch Animationen geliefert.
Direkt im oberen rechten Teil der Homepage liegt nun ein Videofenster, das stets die Version der 100 Sekunden-Ausgabe der "heute"-Nachrichten beinhaltet. Darüber hinaus zeigt ein News-Ticker die aktuellen Schlagzeilen der ZDF-Nachrichtenseite heute.de.
Ein besonderes Highlight der neuen Homepage ist die Rubrik "Tipps der Redaktion": In Form einer horizontalen Video-Leiste weist der Sender dort nun auf besondere multimediale und interaktive Inhalte hin. "Hier finden die Nutzer hochwertige ZDFonline-Specials - wie zum Beispiel den interaktiven Rundgang durch das EU-Parlament oder Multimedia-Animationen zu TV-Programmhighlights", schreibt das ZDF in seiner Pressemitteilung. "Auch Bilderserien, Infografiken und Top-Videos laden in diesem virtuellen Schaufenster zum Stöbern ein."
Im Vergleich mit der TV-Konkurrenz war bereits die alte ZDF-Seite relativ erfolgreich. Laut Google Ad-Planer besuchten im März zwei Millionen Unique Visitors Zdf.de. Die ARD kommt mit seinen beiden Portalen Ard.de (1,8 Millionen Unique Visitors) und Daserste.de (1,1 Millionen) auf zusammengenommen 2,9 Millionen Unique Visitors. Doppelbesucher sind in diesem Fall jedoch sehr wahrscheinlich. Rtl.de verzeichnete 6,2 Millionen Unique Visitors, Sat1.de 1,3 Millionen und Prosieben.de 3,2 Millionen.
Grundsätzlich konstruierte das ZDF die gesamte neue Homepage vor allem der Art, das möglichst viele Videos eingebunden werden können, bzw. möglichst viele Querverlinkungen zur Mediathek entstehen. Damit gelang den Planern ein kluger Schachzug. Bislang litten alle öffentlichrechtlichen Web-Angebote unter dem Problem, dass man auf den Sender-Startseiten von den durchaus gut bestückten Medientheken kaum etwas wahrnahm. Das ändert das ZDF nun mit seinem gelungen Relaunch.
Letzte Kommentare
11.05.09 18:21
Henning T
lieber herr kirschbaum, mich ärgert es nicht, dass das zdf im internet unterhalten will (darf es) und dass es tv inhalte nachträglich online stellt. mich ärgert es, dass das beim zdf scheinbar nach dem motto "koste es, was es wolle" passiert. wenn ich hier die relaunch und betriebskosten vorsichtig einschätze, wird mir schwindelig.
ihr abschluss "andere sollten das auch mehr tun" ist blanker hohn: andere müssen wirtschaftlich arbeiten, ihre internetaktivitäten durch werbung finanzieren.
11.05.09 17:52
Werner Kirschbaum
Die Öffentlich-rechtlichen. Natürlich.
11.05.09 17:00
Werner Kirschbaum
Die Gebühren-Schelte gegen die öffentlich-rechtlichen finde ich nur populistisch und albern. Gutes Programm hat seinen Preis. Die öffentlich-rechtlichen leisten hier nach wie vor großartiges. Selbst ohne die Programme zu nutzen hat sogar jeder einzelne einen Nutzen davon. Wer sonst geht den Dingen so auf den Grund? Informiert so umfassend? Das ist für die Demokratie als solche wichtig. Und gut unterhalten fühle ich mich auch. Und dass diese Inhalte nicht einfach nur gesendet und versendet werden sondern zeitgemäß auch noch nachträglich online zur Verfügung stehen kann doch nicht im ernst irgendjemanden ärgern. Darüber muss man sich freuen. Und das ZDF macht dies bereits sehr, sehr gut. Arte auch. Andere dürfen und sollten da noch mehr tun. Unbedingt. Das wäre gut so.
11.05.09 15:15
Mark S
Die ZDF-Seite erinnert stark an die Arte-Homepage, ergänzt um die "Arte+7"-Videoübersicht. Da hat sich aber jemand stark inspirieren lassen...
11.05.09 13:47
Tom Spiller
Internet rechtfertigt nicht den ö.-r. Gebührenwahn. Die selbst-legitimierenden Extra-Gebühren für "neuartige Rundfunkgeräte" (jeder heutige PC) ist juristisch umstritten und harrt einer Grundsatzentscheidung durch das BVG. Ich zahle deshalb bis dahin nur unter Vorbehalt!