(Update am Text-Ende!) Die "taz" in Berlin weiß schon länger: Wenn es um das Tatzen-Logo geht, legt man sich besser nicht mit Jack Wolfskin an. Bereits 2007 verlor die "Tageszeitung" einen Markenrechts-Prozess. Am Wochenende wurde nun bekannt, dass sich das Idsteiner Unternehmen Mitglieder der Handarbeitsplattform Dawanda abmahnte. Die Folge: Die Blogosphäre regt sich auf, schafft eine empörte Gegenöffentlichkeit und so wahrscheinlich einen zweiten Fall Jako. Bislang kennt die Story nur einen Verlierer: Jack Wolfskin.
"Lernen Anwälte und PR-Menschen eigentlich nichts aus den Vorgängen der Vergangenheit?", fragt Ralf Schwartz im Blog Werbeblogger. "Mit Jack Wolfskin vergreift sich wiedermal eine weltweit agierende und sich selbst für integer haltende Marke an den kleinsten und schwächsten Gliedern des Long Tail."
Die Anwälte des hessischen Bekleidungs-Unternehmens, dass im Besitz der Private Equitiy-Firma Quadriga Capital ist, haben in den vergangenen Wochen offenbar allen Anbietern von selbstgemachten Produkten (Taschen und Sticker) im Pfoten-Designs die Verwendung dieses Logos untersagt. Dabei wurden nicht nur Abmahnungen an die Handarbeitsplattform Dawanda verschickt, sondern auch an zwei Mitglieder. Kostenpunkt: 991 Euro.
In seinem Blog-Eintrag schreibt Schwartz: "Wir wünschen Jack Wolfskin, dass er der Instution eines erfolgreichen Unternehmers alle Ehre macht und erkennt, wie weit er sich von einer sinnvollen Verteidigung seiner Marke entfernt und sich auf den unberechen- und unkalkulierbaren Weg eines PR-Gaus und Markenimage-Desasters begibt."
Zu was für einer PR-Katastrophe sich ein überzogener Abmahn-Aktionismus ausweiten kann, musste vor Wochen erst Jako erfahren. Der Sportkleidungs-Hersteller hatte einen Blogger abgemahnt, weil dieser sich despektierlich über das neue Firmenlogo äußerte. Innerhalb von zwei Tagen entstand im Web eine solche Empörungswelle, dass Jako nichts anderes überblieb, als die Anschuldigungen zurückzuziehen.
Dasselbe Schicksal droht nun auch Wolfskin. Für Montagnachmittag hat der Unternehmen schon einmal eine Erklärung angekündigt.
Das Management in Idstein hat bereits bewiesen, dass es bereit ist konsequent für seine Markenrechte zu kämpfen. So wurde 2002 ein Prozess gegen die "taz" gewonnen. Als Roland Matticzk 1978 für die "tageszeitung" ein "tazzen“-Logo entwarf, vergaß der Verlag sich die Rechte zu sichern. Wolfskin registrierte schließlich in den 80er-Jahren das Markenzeichen. In einem Rechtstreit setzte der Bekleidungshersteller durch, dass die Zeitung die Tatze nicht mehr alleinstehend, ohne den Zusatz „die tageszeitung“, auf Produkte drucken darf.
Update (19.00 Uhr): Mittlerweile gibt es Stellungnahme von Jack Wolfskin. Siehe hier
Letzte Kommentare
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Uwe Stieler
Das läuft doch ganz einfach, es gibt Berater und Anwälte für eine Firma und die machen es wie die Zahnärzte. Wehe ein Zahn wackelt - dann ist gleich das ganze Gebiss komplett zu sanieren. Und warum?
Money, Money, Money - für die Firma Kleckerkram aber für die "Rechtsdurchbrügler" Kohle für den nächsten Malediven-Urlaub.
Die Sachen von JW sind gut - nur nun gibt es von mir keine Kohle dafür.
JW kann ja Bermudas fürs Outdor-Felling ihrer Experten schneidern. Als Vorschlag wären Pudelmütze mit Tatzen Logo für kühle Dubai Tage nicht schlecht.
Meine kleine neue Katze hinterläßt den ganzen Tag Unmengen von Pfotenabdrücken in unserer Küche. Eingesperrt gehört das Ding, sofort, Futterentzug und Beugehaft. Ich komme mir in meiner Küche schon vor wie in einem JW-Store!!!!!
20.10.09 15:02
Werner Sievert
Auch verzichte seit der TAZ Sache auf Produkte der Fa. Wolfskin, obwohl ich diese aufgrund meiner Freizeitaktivitäten immer gerne getragen habe. Es gibt aber noch genug andere Jacken.
Die neuerliche Kampagne hat micht nun dazu bewogen, auch nicht mehr bei Firmen zu kaufen, die diese Artikel im Programm haben.