Er ist der Gewinner der Wahl und der designierte Außenminister. Doch anstatt den neuen Politstar Guido Westerwelle zu feiern, amüsiert sich das Netz über den FDP-Chef und seine dürftigen Englisch-Kenntnisse. Zwei YouTube-Clips dokumentieren der Welt, wie der 48-Jährige tatsächlich keine gute Figur abgibt. In dem ersten Clip weigert sich der Politiker mit dem Satz "Es ist Deutschland hier", eine auf Englisch gestellte Frage zu verstehen, im zweiten Video radebrecht Guido in der Diplomatensprache schlechthin.
Beide Clips gehören zu den aktuellen Top-Videos auf YouTube. Das Video "Westerwelle spricht kein Englisch: 'Es ist Deutschland hier'" verzeichnete innerhalb von zwei Tagen bereits 172.000 abrufe. In dem Film ist zu sehen, wie Westerwelle einen BBC-Reporter abkanzelt. Der Einsteller des Films kommentiert trocken: "Der künftige Außenminister weigert, sich Englisch zu sprechen oder auch nur anzuhören. Das fängt ja gut an!" In den unzähligen Kommentaren kommt der FDP-Chef noch weit schlechter weg. Die englischen Zeitungen reagierten mit Häme auf den Affront gegen den britischen Fragesteller.
Mehr als eine halbe Million Abrufe verzeichnete ein weiterer Clip. Unter der Überschrift "Westerwelle Talking English" präsentiert der Film eine – bereits zwei Jahre alte – Diskussion mit dem Politiker. In dem knapp 3-minütigen Clip kämpft Westerwelle mit der Fremdsprache – und verliert. Der Einsteller des Videos beschreibt den Film mit dem bösen Satz: "German's FDP opposition party leader Guido Westerwelle about "The Aufschwung is da".
In mittlerweile 1.897 Kommentaren zieht das Web über Westerwelle her. Einige Kommentatoren ziehen Parallelen zu Helmut Kohl. Auch das Englisch des Alt-Kanzlers war in diplomatischen Kreisen gefürchtet und ein beliebtes Objekt unzähliger Witze ("You can say you to me").
Einen besonderen Gag erlaubt sich ein Spaßvogel bei Twitter. Unter dem denglischen Namen Westerwave zwitschert der falsche Außenminster in Spe: "I am the coming germany outside minister. No one can reach me the water!"
Mit seinem armseligen Englisch ist Westerwelle bei den Liberalen jedoch nicht allein. Der Ehrenvorsitzende und Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher bekannte einst: "Mein Verhältnis zur englischen Sprache ähnelt dem zu meiner Frau. ich liebe sie, aber ich beherrsche sie nicht."
Letzte Kommentare
01.10.09 10:25
Hans-Werner Lindgens
Ach Gott, was für ein besserwisserisches Geschleime hier. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man den Mund halten (oder mal häufiger Zeitung lesen - hebt das Bildungsniveau ungemein).
Schon mal darüber nachgedacht, ob in Paris bei gleicher Gelegenheit auch nur spaßeshalber ein französischer Politiker darüber nachdenken würde, auf eine Frage in Englisch zu antworten oder ein italienischer Politiker in Rom, oder in London auf eine solche in französisch, von mir aus auch wahlweise in deutsch?
Mal ganz angesehen davon, daß der Interviewer im ersten (Amateur-Video) vor lauter 'ähs' kaum die Frage zu Ende bringt.
01.10.09 09:09
Heribert Seifert
Ich kann ja verstehen, dass all die Medienfuzzis (und auch die, die sich dafür halten) Trauer tragen,weil mindestens für die nächsten 4 Jahre all die wunderbar-weltläufigen rot-grünen Politiker-Darsteller im Oppositionsabseits sitzen. Aber dass man für die eigenen Ressentiments so dämliche Anlässe nutzt wie diese vollkommen korrekte Zurechtweisung des britischen Flegels, der noch nicht ganz begriffen hat, dass die Tage des Empire vorbei sind und dass die Kolonialneger auch mal ihre eigene Sprache sprechen wollen, dass überrascht dann doch.
30.09.09 23:08
rolf homann
Es sei daran erinnert, dass vor einigen Jahren ein Mann mit ausserordentlich mangelhaften Englischkenntnissen sogar amerikanischer Präsident geworden ist.
30.09.09 18:17
Frank Wolfraum Web-Site
Hat denn jemand geglaubt, dass Guido Westerwelle Englisch kann?
Wer jahrelang mit "Guidomobil" und "18 plus" als Chef einer selbst ernannten "Spaßpartei" durch das Land zieht, hat eben keine Zeit für solche Banalitäten.
Und für was soll er auch Englisch benötigen? Im Rest der Welt wird er wohl kaum ernst genommen und wenn er mal was schreiben muss, dann hat er ja den Babelfish ;-)
30.09.09 17:22
Heidi Schmitt
Bleibt hinzuzufügen, dass Herr Kohl und Herr Genscher einer älteren Generation angehören, in der die Englische Sprache in der Schule einen anderen Stellenwert hatte.
Herr Westerwelle lebt dagegen im Zeitalter der Globalisierung im zusammenwachsenden Europa. Die emsigen Unternehmer, die er angeblich vertritt, könnten es sich niemals leisten, sich in ihrem Umfeld derartig zu benehmen. Ich denke, er hatte jetzt mehr als 10 Jahre Zeit, sich auf sein zukünftiges Amt mit einem Englischkurs vorzubereiten. Sehr bedauerlich, dass er es nicht getan hat. Sehr bedauerlich, dass man seinetwegen im Ausland über Deutschland lacht.