Das Wachstum ist außergewöhnlich: 175 Millionen Nutzer hatten sich Ende Januar bereits auf Facebook versammelt. Angesichts der rasanten Mitgliederzuwächse von zuletzt fast 20 Millionen Usern pro Monat dürfte in diesen Tagen die 200 Millionen-Nutzermarke fallen. Hält das Wachstum an, könnte Facebook schon 2012 mehr User als Google ausweisen, glaubt RBC Capital Markets-Analyst Ross Sandler. Die Multi-Milliarden-Dollar-Frage bleibt jedoch: Wie will Facebook sein Wachstum monetarisieren?
Ross Sandler von der kanadischen Investmentbank RBC Capital Markets ist ein echter Scoop gelungen. Der Senior Internet-Analyst rechnet in einer bemerkenswerten Studie vor, dass das Facebook im Falle seines anhaltenden Wachstums in den kommenden Jahren in ungeahnte Dimensionen vorstoßen könnte: Auf die Marktführerschaft im Bereich der sozialen Netzwerke könnte die Marktführerschaft unter allen Internet-Angeboten folgen.
Diese Hypothese stellt Sandler anhand der jüngsten Entwicklung bei Unique User-Zahlen (also: den eindeutig identifizierbaren Besucher) auf, die bei Facebook zuletzt regelrecht explodiert sind. Noch weist Google mehr als dreimal so viele Unique Visitors auf, doch das Wachstum verlangsamt sich entsprechend.
Gute Verhandlungsbasis: Facebook sendet Google fast ein Fünftel des Traffics
Im Gegenzug versorgt Facebook Google im zunehmenden Maße mit Nutzern: Bereits 19 Prozent des Traffics des Internetgiganten werde von Facebook generiert – das ist ein rasanter Anstieg von neun Prozent aus dem Vorjahr, rechnet RBC nach einer Studie von Comscore vor.
"Das dürfte Facebook zumindest eine deutlich bessere Ausgangslage bei Verhandlungen eines Suchverweis-Deals geben", ordnet der frühere Internetaktienanalyst Henry Blodget auf seinem Portal "Alley Insider" ein. Und merkt süffisant an: "Wie ärgerlich muss es für Microsoft sein, dass seine Beteiligung Facebook so viel Traffic an Google schickt..."
Letzte Kommentare
20.03.09 11:07
Helge Fahrnberger Web-Site
@Nils Jacobsen: Ja, der Fehler ist offenbar bereits dem Analysten unterlaufen. Die Daten von Comscore sind missverständlich beschriftet ("Entry" und "Exit"), aber das ist wohl nur eine schwache Ausrede für eine professionelle Analyse.
20.03.09 07:58
Jochen Siegle Web-Site
interessante these. gab es da nicht auch schon studien, die zeigen wollen, dass Facebook jetzt schon mehr traffic zu medien-seiten weiterleitet als Google? kann mich leider nicht mehr erinnern, wo ich das gelesen habe ...
20.03.09 07:01
Jochen Siegle Web-Site
interessante these. gab es da nicht auch schon studien, die zeigen wollen, dass Facebook jetzt schon mehr traffic zu medien-seiten weiterleitet als Google? kann mich leider nicht mehr erinnern, wo ich das gelesen habe ...
20.03.09 00:54
Nils Jacobsen Web-Site
Hallo Herr Fahrnberger,
besten Dank für Ihre Anmerkung. Meiner Recherche liegt die Studie von RBC Capital Markets zugrunde - und die Einordnung vom "Alley Insider" (Business Insider), in dem Henry Blodget schreibt: "Ross also illustrates how important Facebook has become to Google as a traffic source. Fully 19% of Google sessions now come from Facebook, up from 9% a year ago. At the very least, this will likely give Facebook the leverage to negotiate a sweet referral deal at some point. How annoying it must be for Microsoft, which is paying Facebook, to watch the company send all that traffic to Google."
Wir werden der Sache nachgehen. Vielen Dank für Ihren Hinweis!
Mit den besten Grüßen
Nils Jacobsen