Da sind sich die Nachrichten-Produzenten und ihre Konsumenten mal einig. Genauso wie die Medien den Freispruch von Jörg Kachelmann aufnahmen, reagierte auch das Social Web. Rund eine Stunde nach der Urteilsverkündung waren nur wenige negative Stimmen bei Facebook, Twitter und in Blogs zu hören. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Monitoring-Spezialisten von Ethority. Zusammengefasst begrüßte das Social Web den Freispruch von Kachelmann. Zudem wird Alice Schwarzer als Nervensäge wahrgenommen.
Mit Hilfe ihres Monitoring-Tools Gridmaster konnten die Hamburger analysieren, wie sich die Nutzer von Twitter, Facebook, Blogs und Foren über das Urteil äußerten. Am häufigsten war Kachelmann bei Twitter ein Thema. Für den Microblogging-Dienst zählte Ethority 2513 Postings, für Facebook 1259 Meinungsäußerungen und in Foren lediglich 829. In Blogs war der TV-Wettermoderator 1330 Mal ein Thema.

Interessant ist zu beobachten, wie viele Nutzer die jeweiligen Kanäle erreichten. So kam das Thema bei Facebook auf eine Reichweite von 276.012 Kontakte. Bei Twitter lag dieser Wert bei 238.950 und via Foren bei 22.038. Den besten Schnitt erreichten die Blogs. In der Blogophäre lag die Reichweite bei 301.007 Kontakten.
Zusätzlich wurden die Resultate auch noch nach ihrer Tonalität aufgeschlüsselt. Demnach sprachen nur 14 Prozent aller Facebook- und Foren-Nutzer, Twitterer und Blogger positiv über das Kachelmann-Urteil. 66 Prozent äußerten sich in einem neutralen Ton und 20 Prozent wählten eine negative Tonalität. "Die Personen, die sich ablehnend zu Wort melden, regen sich allerdings weniger über den Angeklagten auf, als vielmehr über Alice Schwarzer, die für die Bild die Verhandlungen beobachtete und sich bis zum Prozess-Schluss weniger mit der juristischen, sondern vielmehr mit der moralischen Schuldfrage beschäftigte", erklärt Ethority-Geschäftsführer Stan Franke das Ergebnis.
In einem letzten Schritt untersuchten die Hamburger auch noch, welche Wörter am häufigsten in den Tweets und Postings zu lesen waren. Neben wenig überraschenden Begriffen wie „Kachelmann“, „Mannheim“ oder „Prozess“ war eine erstaunliche Häufung des Wortes „Verständnis“ zu beobachten.
Letzte Kommentare
01.06.11 23:36
Alex Sachs
Meinungszensur bei Frank Plasbergs "Hart aber Fair" ?
Nachtrag: Meine Meinung zum Fall Kachelmann (siehe "Das Gejammere der „Promi“-Frauen" wurde im Sendeblog von Frank Plasberg nicht zugelassen!
Ist es möglich, dass die Redaktion der Sendung (zum Thema Kachelmann) eine Meinung, die nicht "political correct" ist, der Zensur unterwirft ? Also Meinungszensur bei einer Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens?
Geht es also ausschließlich um eine Fortsetzung der Verurteilung von Herrn Kachelmann gleichwohl er gestern vom Gericht freigesprochen wurde !?
Medienrealität In Deutschland im Jahr 2011.
Hauptsache, man verdient an dem Fall: die Printmedien, die Talkshows und Alice Schwarzer.
01.06.11 21:31
Alex Sachs
Das Gejammere der „Promi“-Frauen
Was alle und auch Alice Schwarzer nicht sehen wollen: Es ist eine besondere Kategorie Frauen, die sich auf Prominente in Politik, Medien, Sport, Showbiz etc. stürzen. Sie suchen ihre Nähe und wollen mit Hilfe der prominenten Männer ebenfalls prominent werden. - Aber alles kommt mit einem Preis: Unmengen von Frauen suchen die Nähe dieser Männer! Nebenbuhlerinnen gehören zum Alltag der Pseudo-Beziehung.
Fazit: Wer in einer solchen Beziehung glaubt, die Einzige zu sein (oder zu bleiben), sollte dringend den nächsten Psychoanalytiker aufsuchen...
Sollten sie dann plötzlich herausfinden, dass es noch andere Frauen gibt, dann wird zum Sturm geblasen…mit oft falschen Anschuldigungen wird dann Rache genommen an dem Mann. Und die Konkurrenz soll dann gleich „mit vernichtet“ werden. Schließlich gibt es einen „Imageverlust“ bei der nahen Verwandtschaft und den Freundinnen, die die Beziehung mit dem Promi-Mann nicht ohne Neid verfolgten. Plötzlich ist der Aufstieg ins „Promi“-Leben futsch…
Diese wichtigen psychologischen Effekte werden hierbei stets übersehen. Und deswegen wird es weiterhin Fälle wie Kachelmann, Strauss-Kahn, Seehofer, Schwarzenegger, Boris Becker, Tiger Woods, Moshe Katsav usw. usw. geben!!!
Der Rest ist pure Heuchelei, denn auch eine Alice Schwarzer benutzt diesen Prozess, um sich mal wieder in die Schlagzeilen zu bringen. Auch sie profitiert enorm hiervon - in fast jeder Talkshow steigert sie sich zu Verteidigerin der Frauenrechte. Denn: Welche Frau liest heute noch EMMA ??? – Das unsägliche Gejammere auf breiter Front sollte endlich aufhören! Schließlich war Schwarzer nicht dabei und hat keine greifbaren Beweise für eine strafbare Tat. Auch für sie sollte die rechtstaatliche Unschuldsvermutung gelten.
01.06.11 12:59
P. Rezzo
Nix kapiert @ Erstaunter Leser. BILD ist wunderbar, wenn man wirklich noch richtig viele Leute erreichen will. Schwarzer hat das m.E. genau richtig erkannt UND sie erkennt auch, dass dort zu schreiben - gerade aus ihrer Sicht - bedeutet, einen Teil der Frauen zu erreichen, die es dringend nötig haben, ein bißchen mehr zu erfahren über den wie Sie so schön schreiben "anno-dunnemals"-Kampf für die Frauen, der in Wirklichkeit nur wenige Jahre zurück liegt und für die meisten Frauen dann wieder Realität wird, wenn sie Kinder haben, weniger verdienen und wie eh und je wieder alles, was "Familie" (vom Windeln wechseln über Beziehungsarbeit bis Eltern pflegen) bedeutet, auf ihren Schultern tragen. Bis sie dann auch noch den Botox-Kampf gegen Jüngere verlieren und ausgetauscht werden... mit wenig Rente, keinem Unterhalt mehr und einem Leben voller Arbeit.... für die Gesellschaft oder so... Hört sich echt nach anno-dunnemals an.. nach alten Weibern, die imer noch glauben, ihre dämliche Emanzipations-Kiste sei noch aktuell... Tja... Scheint aber für viele Frauen harte, brutale Realität auch heute noch zu sein!!! oder immer hoch? Also: Respekt vor Alice, die nimmermüdé, die viele "Männlein" schon vergessen wähnten und die nun erstaunt von neuem anfangen, sie anzupinkeln.
01.06.11 12:14
Erstaunter Leser
Schwarzers Verdienste von anno dunnemals in allen Ehren: Aber wie kaputt muss die sein, um sich an "Bild" zu verkaufen? Tut fast schon leid, sich den Niedergang dieser Frau anzuschauen.
01.06.11 11:48
P. Rezzo
Das hält die Schwarzer aus. Die hat schon viel mehr ausgehalten als ein bißchen Socialmedia-Schelte. Sie bleibt sich selbst treu im Kampf um Frauenrechte. Und ihre Sätze sind sehr richtig: Wie lange gibt es überhaupt das Recht einer Frau, ihren Mann anzuzeigen? Vergewaltigung in der Ehe war Männer-Recht oder so... Und wie war das mit dem Wahlrecht der Frauen? Und dem Recht auf den eigenen Körper. Gut, dass Frau Schwarzer in der schnell-lebigen Zeit das immer und immer wieder in Erinnerung ruft. So können sich viele Millionen mal eben schlau machen, worüber geredet wird.... Mir scheint das Geschwätz und das Verständnis einiger Blogger oder Twitterer dagegen ziemlich unwichtig... Toller Hinweis übrigens von @Meli2009 auf "'Männerphantasien". Lesen!