Im Social Web ist der Altkanzler Helmut Schmidt ein Star: über 43.400 Fans hat der 93-Jährige bereits auf seine Facebook-Seite gezogen, die ihm die Zeit-Redaktion eingerichtet hat. Doch gesehen habe Schmidt sein Profil noch nie, sagte er Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo. Stattdessen warte er darauf, "dass die Zeit mir davon berichtet". Überhaupt sind die neuen Medien und Telekommunikationstechniken nicht die Welt des Hamburgers. Ein Handy besitzt er nicht und das Internet findet er "bedrohlich".
Wie zu fast allen Dingen hat Schmidt auch zum Web eine so klare wie knappe Meinung: "Erstens: Das Internet gehört kaum zu meiner Welt. Zweitens: Ich empfinde es als bedrohlich. Und drittens: Es hat Zukunft." Seiner Meinung nach führe das Web auch zu positiven Veränderungen. Aber: "Das Negative besteht meiner Meinung nach darin, dass das Internet zu Oberflächlichkeit verleitet, zu spontanen Reaktionen, hinter denen kein langes Nachdenken steckt."

Die Facebook-Seite von Helmut Schmidt. Redakteure der Zeit sprechen und posten bei Facebook offenbar in seinem Namen
Wie oft und seit wann der Altkanzler im Netz unterwegs ist, um zu diesen Schlüssen zu kommen, verriet er im Gespräch allerdings nicht. Bei der generellen Abneigung, die der Zeit-Herausgeber gebenüber neuere Medien zu haben scheint, wird er bislang nicht viel Zeit online verbracht haben. Denn selbst das Telefon benutze er heute schon kaum noch: "Ich habe immer die Schriftform bevorzugt, und zwar die briefliche Schriftform."
Letzte Kommentare
22.04.12 18:51
Sebastian N.
Sie wurden soeben assimiliert! Willkommen im Kubus!
Schmidt hat keine blassen Schimmer!
Das Schlimmste, was dem Planeten passieren kann, ist ein globaler Irrtum. Und daß die Menschheit Irrtümer begeht, dürfte kein Geheimnis sein. Das Fatale an Irrtümern ist, man erkennt sie erst, wenn's zu spät ist.
Das Netz hebelt den kritischen Verstand aus, es ist der größte Irrtum aller Zeiten. Alleine, daß es keine ablehnenden Sites gibt, sollte die Alarmglocken läuten lassen.
Eine Gesellschaft über das Internet zu organisieren, ist völlig unmöglich, zumal die User verkennen: das Netz ist 20 Jahre alt und Erfahrung gibt es nicht.
Mit dem Zugang als Heilsversprechen hat sich das Netz als neue missionarische Religion etabliert. Denn niemand kann mehr verhindern, daß seine persönlichen Daten im Netz rumfliegen. Die Bürgerrechte sind abgeschafft. Der elektronische Totalitarismus ist da. NWO.
Und weil das Netz überall ist mit seinen millionen Augen und Ohren, es alle Menschen präventiv kriminalisiert, was strafrechtlich und verfassungsrechtlich relevant wäre, jeder Mensch sich orten läßt, erpressen und mobben, und das Netz sich ohne einen globalen Bewußtseinswandel nicht mehr abschalten läßt, viel schlimmer, exponerntielles Wachstum eingeschlagen hat, kann man sich an fünf Fingern abzählen, dieser Irrtum wird der teuerste und qualvollste aller Zeiten werden.
Selbst hochrangige Strippenzieher stolpern darüber. Wie viel wohl erst der "kleine Mann", der naive Jugendliche, der Medialist?
Wenn Eltern plötzlich Besuch kriegen von der GEZ, dem Steuerfahnder, dem Bauordnungsamt - oder dem wütenden Nachbarn, dann könnte das an den Kindern liegen, die alles in Facebook ausplaudern.
Oder man hat ein kritisches Wort geschrieben in einer Mail und die ganze Firma kriegt das in die Mailbox. Oder in seinem Block z.B "FDPisser". Das Netz kriegt alle und unterdrückt - alle gleich.
19.04.12 09:18
Elke O.
Nicht die Nutzung aber die Einschätzung des Internets eint mich mit Helmut Schmidt...und das, obwohl ich noch ganz, ganz lange nicht 90 bin und mit den modernen Medien arbeite.
Auf ein Facebook-Profil habe ich schon mal lässig verzichtet und teile, wieder ähnlich dem Alt-Kanzler, Dinge, die ich für wichtig halte, per Brief mit.
Und was nicht mitgeteilt werden muss, was entbehrlich, was privat ist oder was schlicht die mir unbekannte User-Welt nicht interessieren dürfte, behalte ich für mich...und verzichte deshalb an dieser Stelle auf eine ausführliche Beschreibung meiner Beobachtung und meiner Gedanken zu Social Media & Co. :-)))
18.04.12 19:12
Tom G.
Ähm, Helmut Schmidt ist über neunzig. Dass er mit den heutigen Kommunikationsmitteln wenig anfängt, ist doch klar - und überhaupt nicht schlimm.