Die taz, die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland und der Freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs) haben am Donnerstag das Projekt "Hochschulwatch. MachtWirtschaftUni" gestartet. Es soll Beispiele von fragwürdiger Einflussnahme an Hochschulen sammeln und offen legen. taz-Redakteur sollen die Webseite moderieren.
Professoren, Dozenten, Mitarbeiter und Studierende an Hochschulen sind aufgerufen, das Portal mit Fällen und Hinweisen zu füllen. "Wo werden Hörsäle zu Werbeflächen, wie beim Aldi-Süd-Hörsaal der Universität Würzburg? Wo gibt es intransparente Verträge, wie an der Universität Köln, die einen Vertrag mit der Bayer Healthcare AG zur Förderung der Krebs- und Herzforschung abgeschlossen hat und diesen hartnäckig unter Verschluss hält?", fragen die Macher auf Hochschulwatch.de.
Reiner Metzger, stellvertretender Chefredakteur der taz sagt: "Die Erfahrung mit unserem anonymen Briefkasten 'Uni-Leaks' hat uns gezeigt, dass die Ökonomisierung der Hochschulen voranschreitet. Diese Geschichten wollen wir erzählen." Edda Müller, Vorsitzende von Transparency, ergänzt: "Wir wollen die Erkenntnisse dazu nutzen, um systematischer problematische Formen der Beeinträchtigung der Freiheit und Unabhängigkeit von Forschung und Lehre an unseren Hochschulen erfassen zu können." Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr angelegt.
Letzte Kommentare
25.01.13 13:36
Besser Crowd als große Verwaltung
Das Diplomarbeiten usw. in Verbindung mit Firmen stattfinden, ist je nach Studiengang nicht unüblich. Bedauerlich ist dann aber, das die Arbeiten oft wohl geschwärzt sind. Im Prinzip sollte nur das für die Note gelten was öffentlich auf den Landes-Uni-Bibliotheks-Server hochgeladen wurde.
An manche Technologien kommt man ohne Arbeit für den Professor auch nicht gut dran und Wald- und Wiesen-Skills kann jeder Mitbewerber auch und der Arbeits-Markt ist überfüllt. Oracle hingegen als Beispiel ist recht offen was den Zugang zu vielen Softwarepaketen betrifft so das man als Student im Schlaraffenland lebt. Andere Technologien sind eher geschlossene Gesellschaften so das die Preise für die entsprechenden Skills für Auftraggeber recht hoch angesetzt werden können.
Wichtiger fände ich aber, das m.E. viele Studiengänge zu viele Studenten haben und man mit fertigem Diplom/BA/MA nur Praktikantenjobs u.ä. niedrig bezahlte Stellen angeboten kriegt. Die Ökonomisierung von Unis zu vielen Studenten würde ich bestätigen. Das erinnert gelegentlich auch schon mal an Vertriebsmodelle. Ob diese Studenten später auskömmliche Arbeit haben, scheint viele eher nicht zu interessieren. Sowas könnte man problemlos per Umfrage herausfinden.
Das viele Studenten lieber Schwerpunkte wie Marketing und Personalwirtschaft anstelle der möglicherweise gefragteren Controlling, Bilanzierung, Finanzwirtschaft oder Optimierung, Logistik und Lagerwirtschaft wählen weil man da vermeintlich weniger rechnen muss, hilft Arbeitgebern und Absolventen dann auch nicht grade.
Wenn im TV der RTL-Handwerkertest Aussagen von Handwerkern bringt, das die Aufträge zu wenig sind, so das man angeblich schummeln müsste, dann frage ich mich, wieso noch immer mehr Lehrstellen angeboten werden damit dann die Auslastung noch weniger stimmt. Usw.
Auch der Fachkräftemangel ist m.E. (und auch laut US-Professor) nicht wirklich für Absolventen sichtbar. Sonst wären die Löhne und Bedingungen besser als für die Mehrheit der Studenten nach dem Studium.
Und ein doppelter BWLer(BA)-Abitur-Jahrgang entlastet den Arbeitsmarkt nicht wirklich. Und wann kommt die nächste Rezession ?
Die Akademiker verdrängen dann (und auch heute schon) als Diplom-Sachbearbeiter usw. die Realschüler die bisher solche Arbeiten diszipliniert und qualitativ gleichwertig erledigt haben. Und dem Betriebsrat ist die Über(fehl)-Qualifizierung vieler Mitarbeiter vielleicht egal.
Das Plagiate in ca. 30% der Seminar-Arbeiten auftauchen hat Prof. Deborah-Wulf (?) schon ca. 2001 geschrieben.
Das Germanisten anstelle von Fach-spezifischen Doktoranden die Dr-Stellen kriegen "um die Anträge besser schreiben zu können" ist auch durch Zitate belegt. Auch manche Stellenausschreibungen gehen spezifisch um EU-Förder-Anträge. Die taz sollte alle Stellenausschreibungen systematisch sammeln. Dann sollte einem manches auffallen. Als Privatperson oder Blogger sind solche trivial-programmierten Arbeits-Markt-Scraper und entsprechende Aufdeckungs-Blog-Postings vielleicht problematisch. Das sind ja keine 500 Millionen Facebook-User oder Milliarden Google-Websuche-User denen man passgenaue Werbung vorsetzen will.
Die Sache mit Transparency ist als nur eine von vielen Baustellen.
Im Prinzip würden Foto-Tweets der Werbe-Wände ja langen. Dummerweise kann man dann vielleicht die Uni wechseln. Man müsste also "gegnerische" Unis bearbeiten (beispielsweise weil man dort nicht studieren durfte) und die eigene Uni in Ruhe lassen. Die Crowd liefert die Hinweise. Studenten oder Klickworker liefern die Foto-Beweise. Die taz organisiert es mit recht wenig Aufwand. Das wäre mal ein netter Beweis effizienter verteilter Arbeits-Strukturen gegenüber großen Verwaltungs-Konzernen.
25.01.13 13:22
icke du
da beim pressemitteilung kommentieren offenbar nicht möglich ist, eine URL einzufügen; hier ist sie:
https://www.hochschulwatch.de/wiki/Hauptseite