Ergebnis einer aktuellen Studie: Die Mehrheit aller Unternehmen führt noch immer kein Social Media Monitoring durch. Obwohl fast alle wissen wollen, was im Netz über sie gesprochen wird. Fast drei Viertel der Pressestellen verzichten noch komplett auf die Beobachtung sozialer Netzwerke, ergab der Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell. Und das, obwohl ebenso viele finden, es sei "wichtig" oder sogar "sehr wichtig" zu wissen, was Nutzer in sozialen Netzwerken über ihr Unternehmen diskutieren.
Immerhin jede dritte Pressestelle (30 Prozent) und jede fünfte PR-Agentur (20 Prozent) verschafft sich laut news aktuell mithilfe kostenfreier Monitoring-Tools einen groben Überblick über die Stimmungslage im Netz. Nur fünf Prozent aller PR-Fachleute investieren bisher in eine professionelle kostenpflichtige Software. 13 Prozent setzen bei der Beobachtung auf einen externen Dienstleister.
Obwohl soziale Netzwerke laut aktuellem Trendmonitor mehr und mehr eine Schlüsselrolle in der Kommunikation einnehmen, wollen zwei Drittel aller Unternehmenssprecher kein Geld für eine Monitoring-Software ausgeben (66 Prozent). Jede zehnte Pressestelle denkt hingegen konkret über Investitionen in diesen Bereich nach (12 Prozent). Aktuell liegen die monatlichen Ausgaben für eine Beobachtung des Web 2.0 mehrheitlich bei maximal 500 Euro seitens Pressestellen und Agenturen (Pressestellen: 34 Prozent; PR-Agenturen: 36 Prozent).
Umfangreiche Wirkungsanalysen von Social-Media-Aktivitäten sind der Studie zufolge in der PR bisher die Ausnahme. Aktuell verlässt sich die Mehrheit aller Pressestellen (79 Prozent) und PR-Agenturen (78 Prozent) vor allem auf eine "quantitative" Auswertung. Die tatsächliche Wirkung von Social-Media-Maßnahmen bleibe dabei verborgen, heißt es bei news aktuell. Knapp jede vierte Pressestelle misst zusätzlich die Imagewirkung ihres Unternehmens, jeder sechste auch deren Markenwirkung.
5.120 Vertreter aus Redaktionen, Pressestellen und PR-Agenturen haben an der Befragung teilgenommen.
Letzte Kommentare
20.05.11 00:26
Tom sonncom Web-Site
Verstehe die Kommentatoren ebensowenig wie die Unternehmen. Früher gab man viel Geld für Focus Groups aus (manche tun das heute noch!!!), d.h. man hat 5 Leute bezahlt, dass man sie beim Schwachsinnquatschen beobachten durfte, um daraus die Konsumentenmeinung zu gewinnen. Heute, wo das mit signifikanten Zahlen schriftlich ( und daher ohne weitere Arbeitsschritte) aus dem Internet rauszuholen ist, ist man nicht mal bereit, zumindest dasselbe zu bezahlen?
19.05.11 21:38
Ano nym
Bewerber, potenzielle Kunden u.A. suchen halt im Internet nach Firmen. Da finden sich dann natürlich auch Rezensionen, Erfahrungsberichte usw.
Es gibt (wenige) gute Firmen, die verteidigt werden. Amazon beispielsweise. Oft auch Google. Gehören Paypal, Ebay, Die Bahn, Hermes, Intel auch dazu ?
Manche Firmen sind sogar verhasst.
So wie viele Rezensionen z.B. bei Amazon wohl gekauft sind, sollte man trotzdem schauen, ob und welchen Eindruck man erweckt. Unbegründete Diffamierungen und Unfug kann und sollte man dann aufgreifen und widerlegen. Wenn man genug zufriedene Kunden hat, posten die dann den Widerspruch. "Gegenfeuer legen" heisst das.
Die Bahn braucht es z.b. wegen Automaten nicht. Die Leute sind gezwungen, die Automaten zu nutzen, egal wie schlecht die Software ist.
Amazons Anti-Videos bei Antennagate das die anderen Handies auch miesen Empfang haben, war nur partiell wirksam. Apple hat halt die Sendestärke zugunsten von AT&T zu optimistisch angegeben. Selber schuld.
Wenn aber Lügenhorden behaupten, das weisse Iphone würde allein durch Sonnenlicht vergiblen, kann Steve ja jeden mit einem gelben Iphone kostenlos nach Apple zum Kaffee einladen. Sowas spricht sich schnell rum und er kann auf der Webseite vorzählen, wie lange keiner eingeladen werden musste, weil es gar kein sonnen-vergilbtes Iphone gibt. Wenn dann jemand im Forum Hörensagen verbreitet, wird sich praktisch immer jemand finden, der Widerspruch leistet und die Legende als Lüge outet.
Sowas ist diffizil. Oft ist es halb peinlich. Z.b. der Minister der durch den Rhein schwamm weil der jetzt angeblich so sauber sein soll.
Wenn man es nicht an der Uni lernt, kann es im Unternehmen dann halt keiner. Tja.
#success-story: Charly Sheen hat z.B. schnell Twitter gelernt und schlau eingesetzt. Aber da muss man auch erst mal drauf kommen.
#non-success-story: Die Facebook-Guttenberg-Likes wurde zwar berichtet, die überwiegend recht kleinen Demos haben es dann aber heruntergezogen.
Wer Freunde, Fans bzw. zufriedene Kunden hat, hats im Social-Web halt oft einfacher.
Und es gibt einen Haufen mis-manageter Firmen die nicht dazu gehören.
19.05.11 18:22
Aribert Deckers Web-Site
Der größte Teil des Internets befindet sich auf einem Niveau unterhalb von Kindergarten.
Man KANN und man MUSS sich nun wirklich nicht mit jedem Blödsinn beschäftigen, der im Internet ist.
In früheren Zeit gab es allerdings Doctores, die die Verdauungshinterlassenschaften ihrer Klientel einfältigst, wortreich und geldbringend untersuchten.
Heute nennt man es Society-Experte...
19.05.11 15:05
Werner Dücker
Wenn nach meinem Eindruck die Mehrzahl der Beiträge noch ziemlicher Schwachsinn ist, dann kann ich die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen in den Pressestellen verstehen ...