Die Telekom-Tochter T-Mobile hat es wirklich getan: 25 Euro pro Monat Ablösezahlung werden für Bestandskunden fällig, die ein neues iPhone 3G S erwerben wollen. Und das, obwohl ein T-Mobile-Sprecher in der vergangenen Woche auf MEEDIA-Anfrage erklärt hatte, die fällige Vertragsablöse-Zahlung werde sich "im Rahmen des Vorjahres bewegen" - was 15 Euro bedeutet hätte. Schlimmer noch: Das mobile Surfvergnügen via Laptop ist nicht mehr via Multi-SIM möglich, sondern wird kostenpflichtig.
Die fällige Vertragsablöse-Zahlung für upgrade-willige Bestandskunden werde sich "im Rahmen des Vorjahres bewegen", hatte T-Mobile-Sprecher Alexander von Schmettow in der vergangenen Woche noch auf MEEDIA-Anfrage erklärt - was 15 Euro bedeutet hätte. Stattdessen langt die Mobilfunktochter des ehemaligen Staatsmonopolisten, wie bereits in einigen Foren befürchtet, um 66 Prozent mehr hin!
Und das auch erst ab nächsten Monat: "T-Mobile bietet iPhone Bestandskunden an, erstmalig nach 12 Monaten Vertragslaufzeit gegen einen Ablösebetrag von 25,- pro verbleibendem, vollem Monat Restlaufzeit vorzeitig den Vertrag zu beenden, wenn Sie gleichzeitig einen neuen 24 Monatsvertrag in den Complete Tarifen abschliessen", teilt der ehemalige Staatsmonopolist mit.
Faktisch bedeutet das wohl, dass iPhone 3G-Besitzer, die das Apple-Smartphone der zweiten Generation zum Verkaufsstart am 11. Juli 2008 erworben haben, auch erst zum 12. Juli ein Upgrade erwerben könnten, wenn sie denn die 300 Euro zu zahlen bereit sind. Auch für iPhone-Besitzer der ersten Generation greift die monatliche Ablösezahlung, da das erste Apple-Smartphone bekanntlich erst am 9. November 2007 auf dem deutschen Markt debütierte - und auch hier die 24-Monatslaufzeit noch nicht beendet ist.
Profitieren könnten neben Neukunden, die sich nicht um die leidige Ablöse-Diskussion kümmern müssen, jedoch der Kunden der allerersten Stunde, die das iPhone zwischen 9.11. und 18.12.2007 erworben haben Hier könnte nämlich die 6-Monatsfrist greifen, nach der Altkunden mit einer Restlauf von weniger als einem halben Jahr ein Neugerät ohne Ablösezahlung zur Verlängerung auf der alten Konditionen angeboten wird.
Und diese alten Konditionen weisen einen immensen Vorteil auf, die Neu- und wechselwillige 3G-Kunden nun verzichten müssten: Das vom Vorgänger-Modell 3G bekannt und geschätzte mobile Surfvergnügen von einem Laptop mittels HSDPA-Modem per Multi-SIM (Tethering) wird nämlich nun kostenpflichtig. Bereits zum 2. Februar hatte T-Mobile die iPhone-Tarife dahingehend geändert, dass T-Mobile-Neukunden die Multi-SIM nicht mehr kostenlos in Verbindung mit einer Daten-Flatrate nutzen konnten, sondern für das mobile Browsen einen separaten - kostenpflichtigen - Vertrag abschließen mussten.
Diese Bedingung greift nun für alle wechselwilligen iPhone-Kunden, die in den Besitz des iPhone 3G S kommen wollen: Wer weiterhin mobil surfen will, zahlt künftig abermals happige 24,95 Euro für die günstigste Variante der web'n'walk-Datenflatrate - im Monat bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Macht mit Ablöse-Zahlung 49,95 Euro im Monat EXTRA für das neue iPhone 3G S im ersten Jahr und zumindest weitere 24,95 Euro im zweiten Jahr für web'nwalk.
Und das alles vor dem tatsächlich gewählten Complete-Tarif und dem Gerätepreis. Ein stolzer iPhone-Besitzer der zweiten Generation, der sein 3G-Gerät zur Markteinführung am 11. Juli im letzten Jahr erstanden hat, müsste damit nur für ein Upgrade zum neuen iPhone 3G S zu alten Nutzung-Konditionen horrende 1150 Euro für die 32-GB-Version im günstigsten Tarif berappen: 249 Euro für den Gerätepreis + 300 Euro Ablöse + 600 für die mobile Datenflate web'n'walk.
Nachvollziehen ist diese Preispolitik nur schwer. Seit Jahren hat die Deutsche Telekom mit ihrem Image zu kämpfen. Der Umgang mit den treusten der treuen iPhone-Kunden dürfte nicht gerade dazu beitragen, daran etwas zu verbessern. Im Gegenteil: Bestandskunden werden regelrecht vergrault. Wie gut jedoch, dass der eigentliche Quantensprung der neuen iPhone-Generation in der Aktualisierung der Software liegt - und die ist in der Version 3.0 bekanntlich schon morgen per Download erhältlich. Kostenlos für iPhone-Besitzer der zweiten Generation, übrigens.
Letzte Kommentare
16.06.09 15:41
David Radicke Web-Site
Warum nicht einfach ein bisschen warten, das neue iPhone reimportiert auf ebay kaufen und sich die Upgrade-Gebühr sparen?
Mehr als 300 Euro wird es wohl kaum kosten...
16.06.09 13:19
Gerd Blank Web-Site
Ja, aber das ist ja freie Marktwirtschaft: Wer ein iPhone will, muss halt die Regeln des Anbieters mitspielen. Es wird niemand gezwungen, den iPhone-Hype mitzumachen. Der Exklusvvertrieb von Geräten muss uns nicht gefallen. Viel entscheidener ist doch, ob andere Handy-Hersteller endlich Geräte in den Handel bringen, die ähnlich einfach zu bedienen sind, damit die Konkurrenz zum Apple-Handy größer wird.
Natürlich lässt sich T-Mobile (das mit der Monopolstellung bei Handy-Verträgen ist ja nun mal eine Weile her) Features bezahlen. Das war, ist und bleibt eine gängige Praxis aller Provider.
Ich habe ja auch nichts gegen ihren Artikel. Allerdings ist der Einstieg "Neukunden die Gewinner, Bestandskunden zahlen drauf" nicht glücklich, da auch andere Provider mit anderen Modellen knebeln und sicher keine karitativen Einrichtungen sind. Die sind nicht zu einer Abwrackprämie fürs Alt-iPhone verpflichtet.
Mein Rat: Wer Geld sparen will und keinen Wert auf eine Garantie legt sollte das Gerät im Ausland kaufen und mit irgendwelchen Prepaid-Karten nutzen. Und wie das funktioniert, steht in einschlägigen Foren...
16.06.09 13:02
Nils Jacobsen Web-Site
Hallo Herr Blank,
besten Dank für Ihren Input.
Natürlich ist mir bekannt, dass für ein Geräte-Upgrade vor Ablauf der Vertragszeit durchaus Ablösezahlungen üblich sind. Nicht allerdings in dieser Höhe! Es überrascht zudem, dass T-Mobile selbst davon spricht, die Höhe der Ablöse werde sich "im Rahmen des Vorjahres bewegen" - um dann 2/3 Drittel draufzulegen.
Als noch ärgerlicher empfinde ich jedoch den stillschweigenden Wegfall der mobilen Internet-Nutzung auf dem Laptop via iPhone-Datenflatrate. Was ist das für eine Geschäftspraxis, die diese Option erst für 3G-Kunden für rund ein halbes Jahr anbietet, um sie dann wieder zu kassieren - und allen Bestandskunden, die ein neues iPhone wollen, damit zusätzlich 600 EUR aufdrückt? Kann ich nicht nachvollziehen.
Und: Auch Tethering via iPhone wird nicht mit dem neuen iPhone 3G S bislang nicht angeboten. Die Telekom schreibt dazu konkret: "Tethering bzw. Modemnutzung ist in Complete Verträgen weiterhin nicht Gegenstand des Vertrage".
Insofern kann von "Adé Surfstick" keine Rede sein - web'n'walk bleibt daher zur Stunde bei T-Mobile weiter konkurrenzlos. Doch dafür nun 24.95 Euro extra im Monat zahlen? Der Ex-Staatsmonopolist treibt upgrade-willige iPhone-Kunden damit regelrecht ins Ausland, um dort neue Geräte zu erwerben und nur die SIM auszutauchen, was -selbst bei Gerätepreisen um die 600, 700 Euro - wie vorgerechnet immer noch billiger wird.
Beste Grüße,
Nils Jacobsen (MEEDIA)
16.06.09 12:39
Gerd Blank Web-Site
Das ist doch mal ein interessanter Artikel. Sehr informativ, allerdings auch sehr einseitig. Wie steht es denn mit den Geräten anderer Hersteller. Also wenn mir mein Nokia nicht mehr gefällt und ich während meiner Vertragslaufzeit ein Sony Ericsson haben will - oder umgekehrt. Auch dann ist doch eine Gebühr fällig. Wir leben schon seit langem mit subventionierten Handys und glauben daher, dass die Unternehmen uns die Geräte auf immer und ewig schenken müssen. Sinnvoller wäre es doch, komplett auf Subventionen zu verzichten, dafür die Tarife und die Gebühren für Datennutzung deutlich zu senken.
Auch verwechseln Sie Multisim mit Tethering. Auch wenn man die Preispolitik nicht mag: Eine Multisim wird nicht mehr nötig sein, wenn das Mobiltelefon Tethering erlaubt: Das Notebook kann dann mit dem Telefon verbunden werden und darüber ins Netz gehen - Adé Surfstick.