Der ehemalige ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann nutzt weiter Twitter, um Kritik am Verhalten von einzelnen Medien zu veröffentlichen. So hat er nun den Spieß der Berichterstattung umgedreht und ein TV-Team, das ihm in der Schweiz folgte, fotografiert und die Fotos bei Twitter veröffentlicht - zusammen mit wenig freundlichen Kommentaren. Kachelmann schreibt von “Pack” und “lichtscheuem Gesindel”. Schon vorher nutze er Twitter, um über Medien zu lästern
Los ging es mit in einem Eintrag, in dem Kachelmann schrieb: “Wir setzen die Abteilung fort ‘Ekelerregende Paparazzi von Huberts, Liz' oder Friedes Gnaden bei versuchter Persönlichkeitsrechtsverletzung’”. Eine Anspielung auf Hubert Burda, Friede Springer und Bertelsmann-Eignerin Liz Mohn. Danach twitterte Kachelmann: “Früher sprach man in den Kinderbüchern auch mal vom ‘lichtscheuen Gesindel’ - Rumdrücken in der Unterführung.” Dazu stellte er bei dem Bilderdienst Twitpic ein Foto, das zwei junge Leute in einem Volvo in einer Unterführung zeigt.
Kachelmann weiter: “Das ‘Pack’ (frei nach RA Johan Schwenn) ist irgendwie etwas fotoscheuer als bei früheren Anlässen.” Mit RA Schwenn ist sein Rechtsanwalt Johann Schwenn gemeint, der in dem Vergewaltigungsverfahren gegen Kachelmann einen Freispruch erreicht hat. Der junge Mann und die junge Frau sind dann offenbar aus dem Auto ausgestiegen und Kachelmann fotografiert sie, wie sie sich abwenden. Sein Kommentar: “Wenn das der Promi tun würde, einfach wegdrehen vor der Kamera? Wie bekommt dann Hubert seine Drecksblätter voll?”
Dass es sich augenscheinlich um ein TV-Team handelt (auf einem der Fotos ist der junge Mann mit TV-Kamera zu sehen) und nicht um Print-Reporter, geht ihm Eifer der Medienjagd von Jörg Kachelmann wohl unter. Kachelmann hatte in der Vergangenheit schon öfter Twitter genutzt, um Kritik an Medien zu üben. So hat er über die Bild als die "größte anzunehmende Zeitung" gelästert und Burdas Super Illu als "eines der traurigen Gewächse aus den Elendsvierteln des deutschen Journalismus von Hubert Burda" bezeichnet.
Letzte Kommentare
08.06.11 16:14
Nils Nußbaum
Herr Kachelmann hat sich nie mit der BUNTEN eingelassen, ist doch klar daß die sauer sind. BUNTE will sie alle, aber Kachelmann wollte nie in BUNTE, und das ist ihm hoch anzurechnen!
07.06.11 19:37
Oliver S.
Der durchschimmernde Standpunkt von meedia verwundert in diesem Artikel nicht. So hat doch meedia-Chef Altrogge vor einigen Tagen die Aufdeckung des Privatlebens Kachelmanns als "die elementarste Aufgabe des Journalismus" bezeichnet.">http://meedia.de/fernsehen/kachelmann-warum-die-medien-versagten/2011/05/31.html?tx_veguestbook_pi1%5Bpointer%5D=1&cHash=79fe03496b7b69a297215dfb3f28ecfc)">bezeichnet. Das sagt alles, über den Journalismus, den meedia präferiert.
07.06.11 01:15
wikinews PR
Feedback:
http://twitter.com/#!/J_Kachelmann/status/77669369194352640
gruss
Artikel zum Freispruch:
http://de.wikinews.org/w/index.php?curid=68535
06.06.11 21:34
Harald Posny
bert "bricht" nomen es omen! Liebe Leute, lasst doch mal die Kirche im Dorf. Kachelmann ist doch kein Kind von Traurigkeit; jetzt als gekränkte Leberwurst wie wild um sich zu schlagen (sorry, falsches Bild!)ist das, was ich mir von ihm und RA Schwenn immer vorgestellt habe. Vor seinem "Fall" jubeln, wenn die Medien über ihn jubeln, jetzt maulen, weil ihm die Berichterstattung nicht passt. Hätte er geschwiegen statt zu twittern, er wäre ein Philosoph gewesen. Noch ist die letzte Kachel nicht geborsten, die StA hat Revision eingelegt. Vielleicht wird er ja nach dem nächsten Urteil ruhiger.
06.06.11 17:41
bert bricht
Kachelmann hat 1000 Mal Recht. Auf die meisten Blätter und Herausgeber, gegen die er sich wendet kann verzichtet werden. Das Problem ist: der größte Teil der Presse will niemals aufklären, sondern mit den Dummen Geld verdienen, weil es so einfach ist. Für die ist alles nur ein Spiel. Das sind für mich die wahren Schmarotzer und Totengräber dieser Gesellschaft. Natürlich halten die sich alle für verdammt schlau. Aber der Tag wird kommen, garantiert, da wird Heulen und Zähneklappern herrschen unter diesen, den wirklichen Gewalttätern. Da wird die Bild nur noch für das genommen, wofür sie noch nicht einmal taugt: zum Arschabwischen.