Innerhalb von sechs Jahren hat es Facebook auf die stolze Zahl von 500 Millionen Nutzern gebracht. Das hat Gründer Mark Zuckerberg am Mittwoch in seinem Blog per Videoansprache bekannt gegeben. Der milliardenschwere 26-Jährige nennt dies einen "wichtigen Meilenstein". Wichtig seien dem Jungunternehmer aber vor allem die Geschichten, die hinter den Mitgliedern stecken. Deshalb wurde nun ein Tool eingerichtet, über das die Nutzer ihre persönlichen Facebook-Erfahrungsberichte erzählen können.
Alle Mitglieder zusammen verbringen laut Facebook jeden Monat 700 Millarden Minuten auf der Plattform. Auf dem sozialen Netzwerk werden jeden Tag 150 Millionen virtuelle Freundschaften geknüpft. Der durchschnittliche Nutzer hat 130 Freunde. Da gibt es viel zu erzählen:
Anlässlich des 500 Millionsten Nutzers wurde eine neue Anwendung gestartet, mit dem jedes Mitglied seine eigenen Facebook-Erlebnisse öffentlich teilen kann. Insgesamt gibt es nach Angaben von Facebook bisher über 250 solcher Netzwerk-Geschichten. "Eine halbe Milliarde ist eine tolle Zahl. Aber die Zahl ist nicht das Interessante. Was zählt sind die Geschichten, die hinter euren Verbindungen stecken und welche Auswirkungen sie auf euer Leben haben", wandte sich Zuckerberg in seiner Video-Ansprache an seine Community und erklärte die Idee hinter der neuen Funktion.
Die Beiträge sind in 30 Kategorien geordnet: darunter Politik, Prominente, Sport und Haustiere, aber auch Themen wie Familie, Wiedersehen, Trauer oder Gesundheit. Bisher findet sich eine besonders große Zahl an Erlebnisberichte in den Rubriken Wiedersehen und Familie – viele von ihnen sind berührend. So erzählt Kathy Patterson aus Brisbane in Australien, wie sie nach fast 30 Jahren endloser Suche endlich den Kontakt zu ihrer alten Schulfreundin herstellen konnte. Eine Nutzerin aus Kanada schreibt, dass sie Dank Facebook ihre Tochter, die sie zur Adoption gegeben hatte, wiedergefunden und schließlich getroffen hat. 28 Jahre hatte sie gesucht: "Ich fühlte so viele Emotionen, als ich sie gesehen habe: Liebe, Stolz, Befreiung, einen Lebensinhalt, Dankbarkeit."
Neben den Rubriken können die Geschichten auf einer Weltkarte angezeigt werden. Mit einem Klick auf die Stadt Bremen landet man bei WM-Liebling Mezut Özil. Der Werderaner Mittelfeldspieler berichtet, wie spannend für ihn "die Kommentare mit ehrlichen und direkten Antworten" zu lesen seien und wie ihn die Unterstützung über sein Facebook-Profil bei der Weltmeisterschaft motiviert habe. Ein Berliner Nutzer erzählt von seiner Arbeit bei Ärzte ohne Grenzen und dass er über Facebook mit ehemaligen Kindersoldaten, die er vor Jahren versorgt hatte, in Kontakt steht.
Letzte Kommentare
23.07.10 11:13
Mike K. Web-Site
Es ist kaum zu glauben, wie unfassbar schnell sich Facebook in die alltäglichen Handlungsmuster der "sozialen" Menschen integriert hat. Selbst meine Familie hat sich mittlerweile dort angemeldet und kommuniziert über diese Plattform - vom Wohn- ins Schlafzimmer! Eigentlich gruselig..
Viele sind sogar der Meinung, das wäre erst der Anfang! Bei dem Wachstumspotenzial und dem Innovations-Feingefühl (siehe Facebook-Stories) jedoch kaum verwunderlich.
Ich bin mal gespannt, ob und wann FB mit ersten Wachstumsproblemen zu kämpfen hat, und wann sich der erste wirklich gravierende Datenschutz-Skandal anbahnt. Nur ob es den Hype des "Facebook-Zeitalter" stoppen wird, bleibt fraglich.