Die Stiftung Warentest hat zum ersten Mal E-Book-Reader geprüft. Ausgewertet wurden die digitalen Lesegeräte in den Kategorien Bild, Handhabung, Konstruktion, Nutzungsdauer und Vielseitigkeit. Von 15 E-Readern wurde neun ein gutes Qualitätsurteil beigemessen: In der Gesamtauswertung landet das Brookeen Cybook Opus auf dem 1. Platz. Im Mittelfeld platziert ist mit einer befriedigenden Performance der Amazon-Reader Kindle, der das iPad nicht nur in Punkto Bildqualität und Nutzungsdauer aussticht.
In dem Test der Oktober-Ausgabe landen die Geräte Foxit eSlick und Extaco jetBook-Lite auf den letzten Plätzen. Beim Foxit eSlick war das Bild bei sehr heller oder dunkler Umgebung schwach. Das Ectaco jetBook-Lite versagte bei der Nutzungsdauer (Batterien halten nur 8 Stunden). Bei den meisten anderen Readern war der Akku hingegen auch nach 14 Tagen Dauerbetrieb noch nicht leer. Als günstigster "guter" Reader wurde der Sony Reader Pocket Edition für 172 Euro gekürt.
Das iPad wurde wegen seiner vielfältigen Funktionen nicht gerankt, sondern wurde nur in Bezug auf seine E-Reader-Qualitäten geprüft. Das Apple-Tablet wies im Test nur eine ausreichende Qualität (3,9) beim Bild nach, während der Kindle gut abschnitt (2,3). Auch bei der Nutzungsdauer zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Das Amazon-Gerät erhielt ein "Sehr gut" (0,8) von den Testern, das iPad mit der Note 4,2 nur ein "Ausreichend". Bei der Handhabung wurde beiden Geräten ein befriedigendes Urteil beigemessen, auch bei der Konstruktion liegen beide gleich auf (Kindle 0,8/iPad 0,7). Lediglich in der Kategorie Vielseitigkeit liegt das iPad mit einem Abstand von 0,4 vor dem Kindle.
Interessierten Käufern rät die Stiftung Warentest darauf zu achten, welchen Kopierschutz ein Reader unterstützt, da kein Gerät alle E-Books lesen kann, beispielsweise laufen E-Books von Apple und Amazon nur auf den firmeneigenen Readern.
Letzte Kommentare
17.12.10 11:07
F. Daca
www.ebooks-test.com versteht sich als sachlich neutrales Bewertungsportal für ebooks. In Kooperation mit Experten unterschiedlicher Themenkomplexe behandelt, testet und bewertet das Portal ebooks verschiedenster Sparten. Ebooks-test.com schenkt seinen Nutzern dringend nötige Transparenz und schafft Licht im Dickicht des chaotischen Wachstumsmarktes ebooks.
28.09.10 18:50
Tim Rohrer Web-Site
Die Grundsatzfrage ist meiner Meinung nach auch, ob es ein Vergnügen ist, Belletristik digital zu lesen. Unabhängig von der Qualität der "Hardware" und der sehr emotionalen Diskussion über die "Liebe zum Gefühl und Geruch eines Buches" ist für mich das Thema Ablenkung ein ganz großes. Ein Buch ist eindimensional und verleitet mich nicht abzuschweifen. DAS ist für mich der Vorteil eines Buches.
Aber auch das ist letztendlich natürlich immer subjektiv... :--)
Grüße, Tim
28.09.10 13:18
Thomas Mathar
Das iPad ist also ein schlechter E-Book-Reader? Ja! Das Kindle ist bei der Multimedia-Fähigkeit ein Totalversager? Ja! Ach ja, Stiftung Warentest... war das nicht der Verein, der die Empfangseigenschaften von Handys in einem Bergwerksstollen getestet hat? Treppenwitz-Klassiker! Also, besser weiter Shampoo und Backmischungen test!
27.09.10 19:38
Jörg Dennis Krüger Web-Site
Ich finde den Ansatz der Stiftung Warentest gut. Der Kindle ist als eBook-Reader unschlagbar - allein das Display ist - zum lesen! - massiv besser, als bei jedem Tablet. Natürlich sind das Äpfel und Birnen! Aber: Viele verstehen nicht, dass eBook-Reader und Tablets ein ganz anderes Nutzungsprofil und damit auch ganz andere Funktionen und Eigenschaften haben. Das Problem des Kindle ist mir Sicherheit die fehlende Vielseitigkeit, dafür sind halt die Tablets zuständig. Als eBook-Reader ist er aber ein Traum (und mit 169 USD zudem noch deutlich günstiger als ein iPad). Es bleibt zu hoffen, das zukünftige Tablet-Generationen auch die Umschaltung auf eInk unterstützen.
27.09.10 17:16
Hein Daddel
Och, Shampoos testen können sie schon auch. Aber alles, was Strom braucht... nee, nee, da sollten die Stifter mal lieber die Finger von lassen...