Während news.de kräftig aufholt und zoomer.de ins Bodenlose stürzt, bleibt Spiegel Online die Lieblings-Nachrichten-Website der Deutschen. Das sind einige der Erkenntnisse aus den neuen Zahlen des Google AdPlanners. Erstmals hat MEEDIA daraus diesmal eine Top 40 der populärsten Nachrichten-Sites Deutschlands zusammengestellt. Der Vorsprung von SpOn auf Bild.de schrumpft dabei allerdings zusammen. SpOn hatte im Dezember laut Google 5,10 Mio. Unique Visitors, Bild.de 4,60 Mio.
Bevor wir uns der Analyse der Dezember-Zahlen widmen, noch einige Anmerkungen. Google hat offenbar die Berechnungsgrundlage für seine AdPlanner-Zahlen verändert, bzw. angepasst. Im Vergleich zum November haben die tausenden von uns beobachteten Websites im Durchschnitt mehr als 30% bei den Unique Visitors zugelegt - eine Folge dieser Anpassung. Da durch diese internen Änderungen ein direkter Vergleich mit den Zahlen aus dem November wenig Sinn macht, lassen wir ihn weg und geben Ihnen dafür die Platzierungen aus dem Vormonat zur Hand. Im kommenden Monat sollten sich die Zahlen dann wieder normalisiert haben, sodass ein Vormonatsvergleich wieder Sinn macht.
Eine Nebenwirkung von Googles Anpassungen ist die Tatsache, dass die AdPlanner-Zahlen nun noch wesentlich näher bei den AGOF-Zahlen liegen. Spiegel Online hat bei Google im Dezember 5,10 Mio. Unique Visitors in Deutschland gehabt, bei der AGOF waren es im dritten Quartal 5,26 Mio. Unique User. Bei Bild.de sind es bei Google 4,60 Mio., bei der AGOF 4,52 Mio. Von den großen Nachrichten-Websites liegen einzig die Zahlen von Focus Online und Bild.de deutlich unter denen der AGOF. Die Erklärung dafür ist wohl die, dass Google die Nutzerzahlen für jede Domain einzeln hochrechnet. Sprich: nur für welt.de bzw. focus.de. Bei der IVW und der AGOF werden bei beiden Angeboten hingegen noch zahlreiche Ableger und Partner-Sites hinzugerechnet. Die Google-Zahlen sind also im Bezug auf die Kern-Websites sogar etwas ehrlicher.
Insgesamt bleibt auf den ersten neun Plätzen unserer Top 40 alles beim Alten. Hinter Focus Online und Welt Online folgen sueddeutsche.de, stern.de, tagesschau.de, FAZ.net und Zeit Online. Erst ab Platz 10 gibt es Veränderungen. So ziehen die beiden Konkurrenten RP Online und DerWesten im Gleichschritt an n-tv.de vorbei, das dafür aus der Top Ten herausfällt. Gleich drei Plätze gut gemacht hat der Tagesspiegel - er springt von 17 auf 14:
Die zweite Hälfte unserer Top-40-Charts wird von Express.de angeführt. Der größte Aufsteiger des Monats findet sich auf Platz 36: Der Marktneuling news.de hat gleich 23 Plätze aufgeholt und steigt erstmals in die Top 40 ein. Mit 200.000 Unique Visitors verfügt die Website nun über eine wesentlich höhere Nutzerschaft als noch im Vormonat. Auch ein paar englischsprachige Sites finden sich unter den Lieblings-Nachrichtenquellen der Deutschen: die New York Times belegt Rang 27, CNN.com Platz 31 und guardian.co.uk folgt auf Platz 39. Aus Österreich hat es derStandard.at in die deutsche Top40 geschafft, aus der Schweiz 20 minuten, Blick und NZZ Online. Weit abgeschlagen folgt das arg gebeutelte zoomer.de inzwischen nur noch auf Platz 63. Trotz der Änderungen bei der Berechnung gingen dort erneut Unique Visitors verloren, nur noch 100.000 Leute besuchten die Website im Dezember.

Letzte Kommentare
04.02.09 18:17
Jens Schröder Web-Site
Hallo Herr Kiechle,
die IVW-Statistiken auf Rubrikebene sind mir natürlich bekannt. Allerdings haben die Anbieter bei der Zuordnung meines Wissens nach einen ziemlich großen Spielraum, beispielsweise dabei, was sie als "redaktionellen Content" ausweisen. Und zudem heißt "redaktioneller Content" ja gerade bei Websites wie T-Online nicht automatisch "Nachrichten".
Dennoch danke für Ihren Kommentar!
04.02.09 10:05
Matthias Kiechle Web-Site
Lieber Herr Schröder,
[...Das gilt im Übrigen aber auch für Zahlen wie die der IVW, der AGOF, etc. Auch da ist so etwas nicht möglich.]
Da haben Sie wohl nicht richtig nachgeschaut. Die IVW bietet sehr wohl eine detaillierte Statistik auf Rubrikebene. Dazu einfach beim entsprechenden Angebot auf "Unterkategorien anzeigen" klicken. Und schon sieht man dass z.B. bei T-Online knapp 30% der PIs im redaktionellen Bereich angefallen sind (12/08).
Richtig ist nur, dass Visits und UU nicht auf Rubrikenebene angegeben werden (können).
04.02.09 08:11
Jens Schröder
Nun regen Sie sich doch nicht auf. Die Rankings der allgemein populärsten Websites - inkl. heise, Chip, etc. - folgen doch wie immer noch. Wir haben den Nachrichten-Websites diesmal nur eine gesonderte Analyse gegönnt.
Und was Ihre Vorwürfe anbetrifft, Herr Bauer: Im AdPlanner lassen sich nur Unique Visitors für komplette URLs herauslesen - und nicht für einzelne Ressorts oder Teilbereiche von Websites. Sprich: Es gibt nur eine Zahl für Gesamt-T-Online - und z.B. keine für die Nachrichten-Seiten von T-Online. Das gilt im Übrigen aber auch für Zahlen wie die der IVW, der AGOF, etc. Auch da ist so etwas nicht möglich.
03.02.09 20:01
Martin Müller Web-Site
Ich finde das Ranking ziemlich aussagelos.
Irgendwie fehlen die ganzen themenspezischen Fachmagazine a la Heise, PCWelt, CHIP, aber auch solche Websites, die als reines Onlineangebot daherkommen und in diesem Bereich eine bedeutende Zahl und Qualität News veröffentlichen, so z. B. Netzwelt.de oder teltarif.de. 0,2 Mio UU pro Monat machen sicherlich noch eine ganze Reihe mehr Websites als nur diese 40, die von Meedia oben aufgeführt worden sind.
03.02.09 19:25
Markus Bauer Web-Site
Das passt ins Bild - Meedia kommt nur gesponsort in die Puschen - Zeitungsdenke allerorten, Google-Hörigkeit fürs Geld: da kommt so was stranges raus wie eine "News-Liste", bei der die ganzen großen Portale wie T-Online, Yahoo, WEB.DE, GMX etc. fehlen, bei denen bei jedem einzelnen alleine mehr Nachrichten gelesen werden als auf den "News-Websites" - oder hat das der Ad-Planner vorgegeben :-)?