Facebook ist auf dem deutschen Markt der sozialen Netzwerke weiterhin extrem dominant. Die US-Amerikaner führen die aktuelle Top 20 der meistbesuchten Communities mit gigantischem Vorsprung an, deutsche Konkurrenten wie wer-kennt-wen, Stayfriends oder SchülerVZ folgen weit dahinter. Bei den Business-Netzwerken verliert Xing zwar an Boden, bleibt im Vergleich zum direkten Konkurrenten LinkedIn hierzulande aber die klare Nummer 1. MySpace und StudiVZ teilen sich unterdessen nur noch Platz 10.
38 Mio. Leute fanden im April in Deutschland den Weg auf die Website Facebook.com. Das hat zumindest Google aus Millionen von Daten hochgerechnet und in seinem Research-Tool Ad Planner veröffentlicht. Nur Google selbst dürfte derzeit hierzulande mehr Traffic generieren. Das zweiterfolgreichste soziale Netzwerk, wer-kennt-wen.de kam im April auf 7,5 Mio. Besucher, also nur auf ein Fünftel des Facebook-Traffics. Stayfriends.de, im März noch gleichauf mit wer-kennt-wen, fällt mit einem 9,3%-Minus auf Rang 3 zurück.
Zur Erinnerung: Die Ad-Planner-Zahlen zeigen nicht, wie viele aktive Mitglieder die jeweiligen Netzwerke haben, sondern einzig hochgerechnete Besucherzahlen der Websites. Da aber nicht alle Kontrahenten die Zahlen ihrer aktiven Mitglieder veröffentlichen, sind diese Traffic-Zahlen das beste Mittel, die verschiedenen Anbieter zu vergleichen. Nachdem Google die Berechnungsmethoden des Ad Planners im vergangenen Monat verbessert hat, sind die Zahlen nun auch wieder besser mit denen der AGOF zu vergleichen.
Gewinner gab es unter den Netzwerken im April nur einen: Jappy.de verbesserte sich um 2,4% auf 4,3 Mio. Besucher. Die meisten anderen Anbieter verloren im Vergleich zum März - womöglich auch wegen des oft fabelhaften Wetters, das viele Nutzer vom Rechner an die frische Luft gezogen haben dürfte. Die ehemaligen Marktführer StudiVZ und MySpace teilen sich inzwischen nur noch den zehnten Platz - mit jeweils 2,9 Mio. Unique Visitors.
Auch ein Blick auf die Business-Netzwerke lohnt: Xing, das derzeit einen umfassenden Relaunch der Website vorbereitet, lag zwar ebenfalls unter den Zahlen aus dem März, doch der Vorsprung auf den einzigen ernst zu nehmenden Konkurrenten LinkedIn.com ist weiterhin beträchtlich. So kam Xing laut Ad Planner im April auf 3,5 Mio. Unique Visitors, LinkedIn auf 1,6 Mio. und damit nicht einmal auf die Hälfte der Xing-Besucher. Aber: Vor einem Jahr begrüßte Xing noch viermal so viele Leute wie LinkedIn.
Letzte Kommentare
27.05.11 09:19
Winkler H. Web-Site
Das war eigentlich nicht anders zu erwarten, dass Facebook so stark ist. Und das wird sich in Zukunft auch nicht so schnell ändern. Denn es besteht schon fast ein Gruppenzwang. User werden fast schon aus ihren Sozialen Netzwerken herausgerissen und melden sich auch bei Facebook an, da dort die meisten Freunde sind.
19.05.11 19:32
Eva Schumann Web-Site
Interessant wie weit abgeschlagen LinkedIn im Vergleich zu XING ist - das ist vermutlich nur in Deutschland so, denn sie haben ja heute einen fulminanten Börsenstart hingelegt.
Wäre natürlich toll, wenn es die gleiche Tabelle auch für den gesamten deutschsprachigen Raum und auch für international gäbe. Vielleicht sollte man auch noch aufdröseln, was das für Netzwerke sind (z. B. B2B, B2C etc.), Durchschnittsalter bzw. welche Altersgruppen, was für eine Art Social Medium (Microblogging, Bildtauschplattform ...) Wünschen kann man viel ;-)
Danke für die Übersicht!
Schöne Grüße
Eva
18.05.11 10:26
Frank K. Web-Site
Natürlich sind die Netzwerke teilweise recht verschieden, das muss man beim Vergleich im Hinterkopf behalten.
Xing oder LinkedIn haben sicherlich eine deutlich andere Zielgruppe als eher Dating-basierte Netzwerke wie Flirtcafe oder Friendscout. LastFM mit Musik-Fokus ist wiederum ganz verschieden von allen anderen.
Dennoch ist das Gesamtbild sehr interessant, wenn auch nur im Fall von Twitter überraschend!
17.05.11 13:41
Jörg Horn Web-Site
Ist ja auch kein Wunder das Facebook so stark ist. Das konzentriert sich - auch zukünftig - alles auf ein Medium und das ist eben Facebook zurzeit. Das ist doch bei Computern nicht anders. Die Anzahl der Windows-Nutzer ist gewaltig gegenüber denen, die andere Betriebssysteme benutzen.
Das wird sich aber auch bis in ferner Zukunft wohl nicht ändern. Alleine der Name "Facebook" kennen sogar Großeltern, die noch nie etwas mit einem Computer zu schaffen hatten. Aber einige aus der Liste kennt man ja gar nicht - höre Jappy z.B. zum ersten Mal...
Dass Twitter doch noch so weit abgeschieden ist, hätte ich jetzt aber weniger gedacht. Gut, hat man Twitter beispielsweise auf dem iPhone als App, kann das Google nicht in der Zählung berücksichtigen...