Die Nominierten für den CNN Journalist Award 2012 stehen fest. Die siebenköpfige Fachjury um n-tv-Chef Volker Wasmuth, Stern-Vize Dominik Wichmann und Süddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger haben die besten zwölf Arbeiten aus rund 300 Einreichungen ausgewählt, allerdings keine Arbeit aus dem Bereich Online nominiert. Die Qualität sei nicht hoch genug, so das Urteil der Juroren. Gegenüber MEEDIA erklärt Jury-Mitglied Plöchinger, warum die Entscheidung als Weckruf zu verstehen ist.
Folgende Journalisten wurden von der Jury nominiert:
Print
Kristina Maroldt (Datum – Seiten der Zeit)
Takis Würger (Der Spiegel)
Fritz Schaap (ZEITmagazin)
Fernsehen
Matthias Deiß (ARD)
Hannah Hölscher (stern TV)
Marianne Kägi (Schweizer Fernsehen)
Radio
Christine Auerbach (BR, on3-radio)
Mathias Bölinger (Deutschlandfunk)
Christian Lerch (Radio Österreich 1)
Foto
Marcel Mettelsiefen (stern.de)
Martin Schlüter (Mare)
Heinz Tesarek (News)
Lediglich in der Kategorie Online gibt es keinerlei Nominierungen. Auf MEEDIA-Anfrage erklärte eine Sprecherin, die Jury - bestehend aus habe sich dagegen entschieden. Das Niveau der Einreichungen hätte im Falle einer Preisvergabe keinen fairen Vergleich zugelassen. Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 27. März in München will sich die Jury noch genauer zu ihrer Entscheidung äußern.
"Bei vielen Crossmedia-Journalistenpreisen tun sich die Jurys schwer mit den Online-Einreichungen - weil die jeweiligen Beiträge die spezifischen Stärken dieses Mediums nicht wirklich nutzen", erklärt Plöchinger gegenüber MEEDIA. "Da werden Artikel geschickt, die auch in Zeitungen stehen könnten, oder Videos, die im Fernsehen laufen könnten, aber fast nichts spielt mit den großartigen neuen Möglichkeiten des Onlinejournalismus. Da war mir und uns das Signal wichtig: Redaktionen, bitte entdeckt endlich, was auf dieser interaktiven, unglaublich lesernahen, multimedialen Plattform im Jahr 2012 möglich ist! Ich nehme von der damit verbundenen Kritik niemanden aus."
Die Gewinner dürften neben der Trophäe ein Preisgeld erwarten. Der "CNN Journalist of the Year" gewinnt außerdem ein Vollstipendium für ein mehrwöchiges Journalistenprogramm im CNN Headquarter in Atlanta. Dort soll er hinter die Kulissen des Nachrichtensenders blicken können, und bekommt die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen.
Letzte Kommentare
10.02.12 14:07
Mar cus
Hört man so oft und hängt mir zum Hals raus. Hörte man insbesondere Häufig in Verbindung mit dem Ipad.
Klar kann man ein duzend Leute damit beauftragen um Artikel ganz toll interaktiv und multimedial mit ganz viel Mehrwert zu schaffen. Aber wer soll das bezahlen, wenn niemand bereit ist dafür zu zahlen. Multimediale Inhalte gibt es seit 1992 oder so. Dieses Thema ist uralt und scheitert einfach an der Finanzierbarkeit.
Genauso könnte man auch Printmagazine mit Klappeffekten, Gucklöchern, Samt zum Fühlen, dreimensionalen Aufklapptieren und Drehscheiben ausstatten. Das wären Möglichkeiten, die man der Bildschirm nicht bietet, sich aber genauso wenig bezahlen lassen.
Wenn die inhaltliche Qualität zu schlecht ist, kein Thema. Aber dieses Argument ist lächerlich.
07.02.12 18:47
Tom G.
"entdeckt endlich, was auf dieser unglaublich lesernahen, multimedialen Plattform im Jahr 2012 möglich ist".
Mich würde interessieren, was Herr Plöchinger sich darunter vorstellt - und vor allem, warum er es dann nicht macht und selbst nutzt?!