Das war klar, dass sich Harald Schmidt die Premiere der neuen ARD-Show seines Kollegen Thomas Gottschalk als Thema nicht entgehen lassen würde. Schmidt würdigte „Gottschalk Live“ in seinem Eröffnungs-Monolog und schickte seinen „Reporter des Grauens“ (Süddeutsche Zeitung) Jan Böhmermann zu ein paar „typischen“ „Gottschalk Live“-Zuschauern. Typisch jedenfalls in der Lesart der Schmidt-Show: ein paar alte Leute mit bunten Kappen auf dem Kopf in einer tristen Kneipe.
Dieses „verrückte, junge Social Network, dieses Internet-Publikum, diese IT-Freaks“, wie Schmidt meinte. Reporter Jan Böhmermann: „Die Community ist sich sicher: Mit ,Gottschalk Live‘ hat die ARD das vermutlich erfolgreichste und geilste Internet-Format gelauncht seit ,Two Girls and one cup.‘“ Ob Thomas Gottschalk diese Anspielung kapiert? Im Vorabend-Programm dürfte er jedenfalls kaum darauf eingehen können.
Danach wurde gefragt, wie „Gottschalk Live“ bei der „angepeilten Zielgruppe der medienaffinen 14- bis 49-Jährigen“ ankommt? Ein Rentner mit Baseball-Käppi: „Thommy ist angesagter als Moorhuhn, Btx und Teletext zusammen.“ Eine ältere Dame mit knallblauber Mütze: „Immer wenn ich Thommy sehe, fängt meine Hand automatisch an zu twittern.“ Eine andere forderte Gottschalk auf, er solle doch nach der Sendung „rüberkommen zu Knuddels“. Sie sei „HelloKitty17“. Zwinker, zwinker. „Gottschalk Live“, das sei „Spaß-Stau auf der Datenautobahn, LOL-Alarm hoch zehn.“
Schmidt selbst veralberte in seinem Eingangs-Monolog die Aufregung um die vielen Werbe-Unterbrechungen bei „Gottschalk Live“: „Ich hab mich nur gefragt: Warum wurde die Werbung so oft unterbrochen.“ Er könne ja verstehen, dass die ARD mit den ganzen Gebühren-Milliarden das Geld brauche. Bei Sat.1 dagegen wolle man gar kein Geld. Und Schmidt weiter: „Ich glaube, er macht mit dem Konzept das, was er sonst immer mit den weiblichen Gästen macht: Einfach noch ein bisschen rumfummeln. Dann wird das schon.“ Ganz schön fies. Laut Süddeutscher Zeitung wollte Schmidt seinen Reporter Jan Böhmermann im Hotel gegenüber in einer Suite mit Blick auf das „Gottschalk Live“ Studio einquartieren, um Gottschalk von dort beobachten zu können. Der Hotel-Manager habe das aber unterbunden. Es dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Schmidt Witze auf Kosten des Kollegen macht. Mal schauen, ob und wie Gottschalk darauf reagiert.
Letzte Kommentare
26.01.12 00:27
Ritter Twitter
Schmidt
könnte Bundespräsident werden -wenn er sich selbst ernst nehmen würde.
25.01.12 14:48
Karl Graf
@Moriarty: Ja, klar, Schmidt ist ebenfalls drüber, aber das Recht hatte er gestern. Wäre die 2. Gottschalk-Live-Sendung bereits gelaufen gewesen, wäre es noch fataler ausgefallen. Ich habe mich beim Zusehen geschämt. Er steht dem Internet in etwa genauso unverkrampft gegenüber wie dem Rap, den er damals versucht hat in einem Song zu karikieren. Er ist verkrampft und er ist alt. Er ist alt in seinen Gesten, bei seinen Witzen und auch sein Kurzzeitgedächtnis ist schlimm. Fragt er doch den Kaiser nach "dem alten Katschenbeck", statt nach "Katsche" Schwarzenbeck, den er als FCB-Mitlgied und Moderator des 60sten von Hoeneß jawohl kennen müsste. Es war peinlich.
25.01.12 14:20
Prof. Moriarty
Herr Schnmidts beste Zeiten sind vorbie, auch sein Operngastspiel wollte niemand sehen. Es wird Zeitzu gehen Herr Schmidt: „Harry ist angesagter als Nokia-Handys, Dataphon S21d-Akustikkoppler und Commodore Homecomputer zusammen.“