Mit "großer Mehrheit" hat der WDR-Rundfunkrat Monika Piel als Intendantin des WDR bestätigt. Nach dem Gesetz der Rundfunkanstalt beträgt die Amtszeit sechs Jahre und läuft vom 1. April 2013 bis zum 31. März 2019. Es ist bereits die zweite Amtszeit für Piel, die seit 2007 die Geschicke des WDR leitet. Seit dem vergangenen Jahr ist sie außerdem Vorsitzende der ARD. Einen Gegenkandidaten gab es bei der Wahl nicht – wohl auch deswegen, weil der Rundfunkrat den Posten zuvor nicht ausgeschrieben hatte.
Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats, erklärte nach der Sitzung: „Die Wiederwahl von Frau Piel ist eine gute Entscheidung für den WDR und die Fortsetzung der Zusammenarbeit ein klares Signal zur Stärkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.“
Einstimmig ist die Wahl Piels aber wohl nicht gewesen. Innerhalb des 48-köpfigen Gremiums soll es durchaus andere Meinungen gegeben haben. Dennoch wurde die 61-Jährige mit einer deutlichen Mehrheit gewählt. Für ihre neue Amtszeit nahm sich Piel viel vor: „Mein Kurs lautet: erstklassige Qualität in den Programmen, solides Wirtschaften auf allen Ebenen und technischer Fortschritt zum Nutzen unseres Publikums.“ Dabei bleibe es auch wichtig, jüngeres Publikum zu gewinnen.
Letzte Kommentare
01.06.12 16:05
Frederik Weiss
Ein weiteres typisches Beispiel für die Selbstherrlichkeit von öffentlich-rechtlichen "Anstalten", sprich ihrer Aufsichtsgremien und ihrer Anstaltseliten. Gegenkandidaten kommen im Wortschatz der Verwaltungsratsgremien nicht mehr vor. Dabei hat gerade Piel in ihrer abgelaufenen Amtsperiode nicht nur die "Aktion Gottschalk" an die Wand gefahren. Aber das interessiert die "Aufseher" offensichtlich wenig. Zu verknüpft sind die Interessen der unterschiedlichsten "Entscheider".
Die bestens dotierten Damen und Herren in den Chefsesseln der Anstalten sind sich längst nicht mehr darüber bewußt, wo das Geld für üppige Gehälter (Piel: >300.000/Jahr) und überhöhte Altersversorungen herkommt. Der Gebührenzahler ist den Entscheidungen der parteipolitisch und gesellschaftlich austarierten Verwaltungsräten hilflos ausgesetzt.
Warum die Printmedien das Treiben der Radio- und Fernsehfürsten nicht deutlicher unter die Lupe nehmen,ist nicht erklärbar. Gerade die Anstalten mit leistungsunabhängigen Einnahmen wildern immer frecher in den Revieren der Verlage und ihrer Internetradien.
Informationen suchende Leser/Hörer/Zuschauer brauchen weder politisch ausgerichtete, gebührenversenkende halbamtliche Sender, noch Privatsender, deren Nachrichten- und Informationswert Richtung Null tendiert. Sie brauchen die zum großen Teil noch zuverlässigen Medien, die ohne Schlagzeilenzwang und ohne gesinnungsgeschuldete Beeinflussungsversuche dem eigentlichen Sinn des Journalismus folgen.
Nach dem MDR hat nun auch der WDR eine nicht nachvollziehbare Personalentscheidung getroffen.
31.05.12 00:12
Harald Posny
Na ja, schwach, sehr schwach.
Keine Gegenkandatin, kein Gegenkandidat?
Gibt es keine besseren Kandidaten als diese über-selbstbewusste, auch arrogante Frau Piel? Nach den letzten patzigen Äußerungen? Es schüttelt mich. Mein Geld für gutes Programm? Ach ja...