450.000 Euro pro Jahr wird Monica Lierhaus für ihr Engagement bei "Ein Platz an der Sonne" verdienen. Bei Abonnenten der ARD-Fernsehlotterie sorgt die hohe Gage für Frust. "Wir verzeichnen eine Mehrzahl an Kündigungen", sagte Mario Czipull, Sprecher der Organisation, gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Die Zahl liege über dem Durchschnitt üblicher Abgänge. Wie viele Abonnenten bereits auf ein Dauerlos verzichtet haben, wollte er "mit Blick auf den Wettbewerb" nicht mitteilen.
Czipull bestätigte, dass viele Abonnenten ihren Rückzug mit "den Beträgen begründen, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden". Für "Ein Platz an der Sonne" wird die Ex-"Sportschau"-Moderatorin Lierhaus dienstags und donnerstags in der Reklame im Ersten zu sehen sein. Ab April wird sie sonntags die Bekanntgabe der Wochengewinner präsentieren. Ihr Honorar in Höhe von 450.000 Euro gelte in der Gewinnspielbranche jedoch nicht als ungewöhnlich, schreibt die HAZ. Es liege sogar unter dem ihres Vorgängers, Frank Elstner.
In einem offenbar standardisierten Antwortschreiben erklärt die Fernsehlotterie ihren Abonnenten: "Viele Menschen vergleichen ihre eigenen Bezüge mit den diskutierten Summen. Ein direkter Vergleich macht zunächst eine Schieflage deutlich, ist unseres Erachtens aber schwierig, weil sich Prominente, die zu Werbezwecken eingesetzt werden, immer in einem deutlich höheren Gehaltsgefüge bewegen." Die ARD will sich nach HAZ-Informationen "in den kommenden Wochen das Gespräch mit der 1956 gegründeten, unabhängig arbeitenden Lotterie" suchen, "um die Abstimmung zu verbessern".
Letzte Kommentare
26.02.11 18:15
Peter Becker
Ich gratuliere den Abo-Käufern zu ihrem durchdachten verhalten. als ich von der gage hörte, kam mir sofort der gedanke: da kaufe ich niemals mehr ein los. ich war bisher so leichtgläubig zu denken, frank elsner mache diesen job ehrenamtlich, da es sich um karikative zwecke handelt. nachdem die zahlen von frau lierhaus auf dem tisch kamen, war mir klar: verdammt, von wegen ehrenamtlich, der hat dann ja noch viel mehr kassiert. denn, mal ganz ehrlich, frau lierhaus ist bei weitem kein a-promi. ich würde behaupten, dass die meisten deutschen bisher noch nie ihren namen gehört haben. nur eingeschweißten sportfans war sie bisher bekannt. da ich mich dazu zähle, kannte ich sie als mittelmäßige sportreporterin. manche mögen das anders beurteilen, aber lobenshymen wie "die beste", "die beliebtest" sportreporterin (zitate aus der bild) sind doch total übertrieben. natürlich tut mir frau lierhaus leid, unglaublich sogar, aber deshalb muss ich ihr doch nicht nachträglich einen heiligenschein verpassen. im übrigen gibt es jeden tag viele, viele menschen, die vom schicksal ähnlich oder in anderer weise gebeutelt werden. denen gibt aber niemand einen halbtagsjob, der mit 450.000 euro dotiert ist. wenn das zdf glaubt, diese summe sei angebracht: einfach mal mailen, ich mach's auch für die hälfte. ach ja, ich arbeite übrigens auch fürs tv.
25.02.11 17:11
Patricia Plate Web-Site
Unverständnis auf jeder Linie. Auch ich werde mich anschließen und mein seit 15 Jahren bestehendes Abo kündigen. Es hätten nur die Stunden eines normalen Ansager-Gehaltes gezahlt werden dürfen - noch besser, wenn nur ein kleiner Obolus als Aufwandsentschädigung gezahlt worden wäre.
Die Vorstellung, dass Frank Elstner seit Jahren ähnlich viel Geld erhalten hat, statt der Bedürftigen, dies schüttelt mich noch mehr als die Guttenberg-Lüge.
Schade!
Wieder eine Institution, die ihre Glaubwürdigkeit verloren hat.
25.02.11 15:28
Rolf Kühnast
Den " Entscheidern " fehlt hier -wie auch an vielen anderen Stellen- das nötige Fingerspitzengefühl. Ich war bisher der Meinung, dass Frank Elstner als hochbezahlter Fernsehstar für diese Ansage mal kein Geld bekommt, um den Sinn und Zweck der Fernsehlotterie durch beispielhaftes Vorangehen zu unterstützen. Dass selbst dieses Geld den Bedürftigen weggenommen und den Steinreichen zugeschanzt wird, hätte ich vorher niemals für möglich gehalten. Die Abzockerei ist sowas Widerliches !!!
25.02.11 12:13
P. Rezzo
Es ist eine sehr große Schieflage, die auch dann noch schief genug bleibt, wenn sehr gut bezahlt wird. Ich glaube, dass sehr, sehr, sehr viele "Promis" diese "Arbeit" für sehr, sehr, sehr viel weniger Geld machen würden... Diese Behauptung vom "Gehaltsgefüge" ist einfach nicht wahr. Umhören! Angebote einholen (wo sind die? kann man die mal - Stichwort Transparenz - veröffentlichen? Hej "Promis wer würde für weniger arbeiten) wäre der bessere Weg, mit dem schwer verdienten Geld der normalen Leute umzugehen als im Hinterzimmer Deals auszuhandeln. Und dabei geht es nicht um Frau Lierhaus - damit man nicht gleich wieder auf anderer Ebene diskutieren muss. Die Frage stellt sich auch bei Frau oder Herrn Dumdideldei....
25.02.11 12:13
Thomas Bauer Web-Site
So, und noch eine Kündigung mehr in der Statistik. Nach vielen Jahren. 450000 Euro pro Jahr sind in der Gewinnspielbranche keine ungewöhnliche Dimension? Das macht es wahrlich nicht besser. Direkt gespendet ist die bessere Lösung.