Zugegeben: Das folgende Video schlägt ordentlich in die postpubertäre Humorkerbe. Doch was sich der Kindersender Kika da im laufenden Programm geleistet hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes "tierisch" peinlich. Denn bei Sätzen wie "Mein Schwanz kann sogar Versteck spielen" oder "Jeder Schwanz hat etwas Hervorragendes" denken viele wohl eher an einen Porno. Und nicht an eine Tierdoku namens "Mama Mirabelles Tierkino". Schuld sind nicht die US-Macher; es liegt vielmehr an der Synchronisierung.
Das Konzept von "Mama Mirabelles Tierkino" ist einfach. In jeder Episode versammeln sich wissbegierige Tierkinder um Mama Mirabelle. Die Elefantendame hat schon allerlei erlebt, die Welt bereist und findet in ihrer tierischen Videothek immer das passende Erklärstück. Eigentlich eine US-Produktion, fällt diese Episode gnadenlos der deutschen Synchronisation zum Opfer. Eigentlich sollte es in dieser Folge um Schwänze, genauer Tierschwänze oder auch Schweife, gehen.
Doch im Laufe der zehn Minuten (den Vorspann können Sie getrost überspulen) werden die Dialoge dafür umso ausschweifender. Ganze 51 Mal fällt das S-Wort in zehn Minuten. Die Synchronsprecher dürften bei der Produktion alle Mühe gehabt haben, bei Dialogen wie
"Max, was tust du denn hier?"
"Ich verstecke mich, damit niemand meinen Schwanz sieht."
"Stimmt was nicht mit deinem Schwanz?"
"Nein, aber es gibt auch nichts was er wirklich gut kann, während die anderen mit ihren langen Schwänzen im Zirkus auftreten könnten."
nicht lauthals loszulachen. Mindestens genauso peinlich: Im englischen Original heißt die Sendung "Mama Mirabelles Home Movies", zu deutsch "Mama Mirabelles Amateurfilmchen". Immerhin diese Schlüpfrigkeit haben die deutschen Übersetzer uns erspart...
Letzte Kommentare
13.01.11 15:46
Alexa Koch
Ach nu kommt schon, ihr ganzen Spaßbremsen...
Als ich die Folge das erste Mal gesehen habe, bin ich auch fast in Tränen ausgebrochen ("Und jetzt auf zum fröhlichen Schwanztanz")...
Die Frage ist doch viel eher ob Meedia darber berichten sollte oder doch lieber über den Sack Reis der da kürzlich vöölig dramatisch umgekippt ist...
12.01.11 21:30
Al Terego
Abgesehen von dem erschreckenden Niveau des Artikels freue ich mich von ganzem Herzen für den Texter dieses Geschreibsels. Offensichtlich sind hormonell induzierte Wahrnehmungsstörungen kein Privileg der Pubertät.
08.01.11 12:24
Knut Bergmann
Das ist ja gar keine "Meldung" und eigentlich nicht die Zeit wert sich mit einem in seiner psychischen Entwicklung stehengebliebenen Scheiber zu befassen.
Richtig komisch wird es erst wenn man die meedia-Meldung vom 8.1.11 zu DSDS anschaut:
"DSDS 2011: sexy Jury trifft nackten Busen"
Um Gottes Willen! sexy - Busen - alles in einer Sendung die Kinder sehen können.
Wo bleibt die meedia-Empörung?
07.01.11 18:00
Schwan Zet
Darüber lachen und es runterziehen vermögen meißt nur Kinder zu schaffen, oder Erwachsene mit kindischem Geist. Zwar finde ich es an manchen Stellen zum schmunzeln, aber auch nur weil das Wort Schwanz so oft drin vorkommt, wie als wenn man in jeden 3. Satz das Wort Schwanz einbaut wenn man sich mit einem unterhält und es Anfangs jedenfalls noch lustig ist. Aber sind es nicht die Perversangehauchten die zu dem Penis - Schwanz sagten? Schwanz ist das was das Tier hintersich dran hat, mehr nicht, nur die die vergleichen und 1 und 2 zusammenzählen sehen es als Pervers an wenn man seinen Schwanz vergleicht, was wohlmöglich ihrerseits unbewusst ist, wenn sie es tuen, sie denken halt nicht nach.
Die Entwickler der Sendung wussten wahrscheinlich das manche sowas denken würden, dass sie es als Pervers ansehen, nur weil sie Wörter und Sätze unfähig sind richtig zu deuten und es einfach dabei zu lassen. Die Entwickler wussten es und wollten wohl sehen was passiert. Wenn nun welche kommen mit, dass man dies mit absicht machte um die Kinder zu versauen, diese sollten ruhig sein.
Schwanz ist kein Penis.
07.01.11 17:43
Markus Broisch
Der 10-jährige Schülerpraktikant hätte wohl nicht solche Gedanken beim Anschauen der Sendung gehabt.
Das ist halt eine Sendung für Kinder und nicht Erwachsene. Vielleicht sollte man Erwachsene bei so Sendungen ausschließen.