Böses Erwachen für Helmut Dietl: Nachdem schon fast alle Kritiken zu seinem neuen Film "Zettl" katastrophal ausfielen, bleibt nun auch noch das Publikum fern. Ganze 65.000 Zuschauer lockte der Film an seinem Start-Wochenende in die 343 Kinos - ein miserabler Durchschnitt von nicht einmal 200 Besuchern pro Kino und nur Platz 10 in den deutschen Kinocharts. Klare Nummer 1 bleibt "Ziemlich beste Freunde", den weitere 560.000 Leute sahen, insgesamt nun schon 3,3 Mio. Neue Nummer 1 in den USA: "Chronicle".
"Zettl" ist damit auf bestem Wege dazu, schwächster Kinofilm in Dietls Karriere zu werden - und das trotz der massiven Kampagne mit TV-Werbung. Offenbar passt Dietls Humor nicht mehr in die Zeit, lässt das Publikum kalt. 65.000 Besucher sind ein absolut ernüchterndes Ergebnis, der Kopienschnitt von ca. 190 Zuschauern eine große Enttäuschung. Dauerbrenner "Ziemlich beste Freunde" zieht an der Spitze der deutschen Charts hingegen einsam seine Kreise: Mit 560.000 weitere Besuchern verlor die französische Komödie kaum gegenüber dem vorigen Wochenende, hat laut Blickpunkt:Film inzwischen mehr als 3,3 Mio. Leute eingesammelt - und ein Ende des Triumphzuges ist nicht in Sicht.
Der stärkste Neustart des Wochenendes war unterdessen Fantasy-Reißer "Underworld: Awakening", den immerhin 200.000 Leute sehen wollten und der damit den Vorgänger der "Underworld"-Reihe übertraf. "Fünf Freunde" kam diesmal auf 140.000 Besucher, "Jack und Jill" kam auf 130.000 und auf Platz 5 sprang mit "Sex on the Beach" (120.000 Zuschauer) ein weiterer Neustart. "Zettl" belegt mit seinen 65.000 Zuschauern nur Platz 10.
In Nordamerika sprang unterdessen der britische Superhelden-Film "Chronicle - Wozu bist du fähig?" an die Spitze der Charts. 22,0 Mio. US-Dollar setzte er um - für das Superbowl-Wochenende ein starkes Ergebnis. Knapp dahinter - und mit ebenfalls tollen 21,0 Mio. US-Dollar folgt noch ein Neustart: der Daniel-Radcliffe-Horrorfilm "Die Frau in Schwarz". Nicht ganz an die Erwartungen heran kam der dritte Neustart des Wochenendes: Familienfilm "Ruf der Wale" belegt mit 8,5 Mio. US-Dollar hinter "The Grey - Unter Wölfen" Platz 4.
International bleibt ein Dauerbrenner die Nummer 1: Mit weiteren 25,8 Mio. US-Dollar aus 64 Ländern und Territorien übersprang "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" außerhalb Nordamerikas nun auch die 400-Mio.-Marke. Platz 2 der weltweiten Charts geht an "Die Reise zur geheimnisvollen Insel": Der Familien-Abenteuerfilm mit Dwayne Johnson spielte in 19 Ländern 14,1 Mio. US-Dollar ein, startete u.a. als Nummer 1 in Mexiko. In Deutschland läuft der Film erst am 1. März an. Dahinter folgen die neue US-Nummer-1 "Chronicle" mit 13,0 Mio. US-Dollar aus 33 Ländern, sowie "Underworld: Awakening" mit 11,9 Mio. aus 57 Ländern.
Letzte Kommentare
10.02.12 18:42
Ja hab ich hab ich auch
Meine Meinung:
1)
Die Erwartungen sind überzogen, weil sie auch aus den 80er und 90ern stammen.
2)
Die Werbung nervt in Penetranz, Länge und Lautstärke.
3)
Gottschalk ist überaltert, lange vollkommen überschäzt mit seiner masslosen flachen Plabberei.
4)
Geiz ist geil schlägt durch mit Geiz an Inhalt. Zuschauer sind an Leeres gewöhnt worden durch RTL & Co. So was wirkt nunmal auch.
4)
Schmidt hat sich selbst durch Flachheit/Frauenfeindlichkeit und anschließend Pocher versaut.
5)
Krass, wenn durchaus intelligente Gäste wie Christiane Paul schwachsinnige Bücher aufgrund persönlicher Marotten jenseits jeglichen Wissens wie Öko vorstellen...
Tiefpunkt.
08.02.12 17:28
Herr Hase
@Franz M: Wenn ein Film mit Spots direkt vor der Tagesschau beworben wird, dann sind 200 Besucher pro Kopie ein ordentlicher Flop...
08.02.12 14:51
Frank Müllers
Ich kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen, und alle bedauern, die sich von den Kritiken haben abhalten lassen, diesen vorzüglichen, scharfen und witzigen Film zu sehen. Gerade was die Kritiker monierten, das überzogene Groteske und die Tatsache, dass der Film mit dem heutigen Berlin "nichts" zu tun hat, ist das Tolle an ihm. Dietl zeigt stattdessen die pathologischen Berlin-Zerrbbilder in den Köpfen maßgeblicher Medienleute, und das ist viel brillianter und amüsanter, als das doch rechtr fade, ernüchternde Berlin-Bild von heute zu zeigen.
Und was die Unisono der Verrisse betrifft: Ich kann mir die nur damit erklären, dass die Kritiker ein kollektiver Blutrausch erfasst hat.
06.02.12 22:37
Tietz Hans-Jürgen
Auch ich habe mich köstlich amüsiert. Ein fabelhafter Film. Der Beste der letzten Jahre. Wir sahen den Film am Samstag in Berlin. Ursprüngling sollte er abgesetzt werden. Am Ende kam er doch noch. Für insgesamt 11 Zuschauer. Dies spricht nicht gegen den famosen Film. Sondern gegen die Deutschen, die sich bis heute immer noch verhetzen lassen. In diesem Fall von den im Film köstlich vorgeführten Medien.
06.02.12 14:10
Franz M
1) Der Film hatte in München UND Berlin Premiere.
2) 200/Kopie Schnitt ist kein Riesenflopp. Meedia übertreibt GEWALTIG
3) Riesenflopps sind Dinger unter 100 Besucher / Kopie
Hier ist sehr viel Dietl-Häme im Spiel...