Kurz vor Schluss der Sendung am 7. Juni hat sich das Sorgenkind am ARD-Vorabend, “Gottschalk Live”, noch einmal neu erfunden und für die letzten Sendetage das mittlerweile dritte Konzept zugelegt. 66 Träume von ganz normalen Menschen will Thomas Gottschalk vorstellen und diese mit insgesamt 200.000 Euro möglichst erfüllen. Am Mittwoch lief die erste Show der 66 Träume allerdings vor fast leeren Rängen. Die TV-Zuschauer flohen in Scharen. Ein neuer Negativ-Rekord für "Gottschalk Live".
Vor “Gottschalk Live” holte eine Wiederholung des “Schmunzel-Krimis” aus der Reihe “Hubert und Staller” immerhin 1,13 Mio. Zuschauer (6,5% Marktanteil). Dann ging “Gottschalk Live” auf Sendung und die Leute schalteten in Massen um oder ab. “Gottschalk Live” fuhr mit ganzen 790.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 3,7% einen neuen Negativ-Rekord ein. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schauten gerade mal 110.000 zu (Marktanteil: 1,5%).
Die miserablen Quoten entsprechen einmal mehr der Qualität der Sendung. Thomas Gottschalk empfing Mitarbeiter eines Klinikradios, die sich eine neue Ausrüstung und einen festen Mitarbeiter wünschen, eine Cheerleader-Truppe, die die Reise zur Europameisterschaft nach Italien bezahlt haben möchte, eine Nachbarin, die für ein schwer behindertes Mädchen einen Assistenzhund anschaffen will. Für jeden der Träume wurde eine Telefonnummer eingeblendet, unter der man für den Traum abstimmen kann. Das alles war gewiss gut gemeint aber leider auch unfassbar öde anzusehen.
Für jede Sendung soll einer der Träume ausgewählt werden, der “mit einer kleinen finanziellen Unterstützung” rechnen kann. Jedes Projekt, dass es in die Show schafft, bekommt jedenfalls 500 Euro, der Tagessieger der Telefonabstimmung erhält dann nochmal 2.500 Euro. Im Internet sollen die Projekte dann auch nochmal vorgestellt werden und man soll abstimmen können. Bezeichnend für die Sendung ist, dass es die Redaktion am Tag nach der Show noch nicht geschafft hat, ihre Website mit den am Vortag vorgestellten Projekten zu bestücken.
In der letzten Sendung am 7. Juni sollen die Top-5 Träume dann noch um den “großen Topf” konkurrieren, eine Art Hauptpreis. Danach hat der Spuk ein Ende.
Letzte Kommentare
03.05.12 11:59
C V:
Ich sehe hier klar die Verantwortung des Senders, auf den Sendeplatz etwas "unwichtiges & kostengünstiges" zu legen, da scheinbar keiner zuschaut. Dass das Konzept "Lass dir einen Wunsch durch das Fernsehen bezahlt erfüllen" nicht funktioniert, halte ich doch eher für unrealistisch.
03.05.12 11:48
Matthias Schumacher Web-Site
Wie instinklos kann ein Moderator sein, wie schlecht eine Redaktion, wie geduldig ein Sender? Es ist schlecht, einem neuen Format keine Zeit zu lassen. Dies gilt aber nur, wenn ein Konzept vorhanden ist. Gottschalk wirkte von Anfang an abwesend und mehr als ihn machte das Konzept nicht aus. Und dann hat's Puff gemacht.
03.05.12 11:36
Reiner SilberStein Web-Site
Da geht es doch wohl eher um den Traum von Herrn Gottschalk. Warum steht der eigentlich nicht zur Abwahl per Telefon?