Monica Lierhaus bleibt auch weiterhin das Gesicht der ARD-Fernsehlotterie. Das bestätigte Geschäftsführer Christian Kipper gegenüber dem Focus. Die hohe Gage von 450.000 Euro pro Jahr für ihr Engagement bei "Ein Platz an der Sonne" sorgte im vergangenen Jahr für heftige Diskussionen und Abo-Kündigungen. Die ARD hatte damals angekündigt, nach zwölf Monaten zu entscheiden, ob man die Zusammenarbeit mit der seit einer Hirn-OP behinderten Moderatorin verlängern wolle.
Nun scheint entschieden, dass die 41-Jährige der ARD-Fernsehlotterie auch weiterhin erhalten bleibt. Kipper sagte dem Focus, die Moderatorin habe sich "bewährt", zeige "viel Einsatz und Herz". Seit dem April 2011 präsentiert die ehemalige Sportschau-Moderatorin die Bekanntgabe der Wochengewinner.
Ihr Jahresgehalt in Höhe von 450.00 Euro hatte nach ihrer krankheitsbedingten Auszeit für heftige mediale Kritik gesorgt. Der Spiegel hatte berichtet, dass ARD-Räte geplant hätten, sie wegen der überzogenen Gage zu ersetzen, während die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) das Gehalt niedriger als das ihres Vorgängers Frank Elstner einstufte. Die Fernsehlotterie bestätigte allerdings einen Anstieg der Abo-Kündigungen im Zuge der Debatte um Lierhaus' Gehalt.
“Es geht mir aber dabei nicht nur um mich", erklärte Lierhaus damals im Interview mit der Berlinger Morgenpost ihr Engagement. "Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil ich dafür kämpfen will, dass andere Menschen auch nicht den Glauben an sich verlieren und die Kraft aufbringen nicht aufzugeben."
Ihr Lebensgefährte Rolf Hellgardt stand in der Kritik, aus dem Unglück seiner Frau Kapital zu schlagen. Im Interview mit Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo kritisierte er den medialen Druck, der auf ihm und seiner Frau gelastet hätte: "Ich hatte das Gefühl, dass, gerade weil wir aus der Medienbranche kommen, mit besonderer Härte gegen uns vorgegangen wurde."
Die Ex-„Sportschau“-Frontfrau lag nach einer Hirn-OP 2009 im Koma und ist seitdem behindert. Im Februar 2011 trat sie bei der Verleihung der Goldenen Kamera erstmals wieder im Fernsehen auf. Kurz darauf gab die ARD die Zusammenarbeit mit Lierhaus bekannt.
Letzte Kommentare
13.03.12 11:34
Hansi Meister
Eine behinderte bekommt 450.000 € "Sozialleistungen von der ARD. IRRE. Und da beschweren wir uns, wenn Wulf 199.000 € Ehrensold bekommen soll. Wo bleiben hier die Maßstäbe?
13.02.12 14:35
Elke Opitz
Mit dieser Entscheidung und dem wahrlich überzogenen Honorar darf sich niemand wundern, wenn ALLE Sympathien einbüßen: die ARD, die Aktion "Ein Platz an der Sonne", Rolf Hellgardt und schließlich Monica Lierhaus selbst.
13.02.12 14:34
Martin Sachse Web-Site
Ich kann mich Herrn Bremer nur anschließen. Ein weiterer Beleg dafür, dass so Mancher in unserer Gesellschaft jedes Maß verloren hat. Die sogenannte Leistungsgesellschaft bezieht sich wohl nur auf diejenigen, die Für Löhne arbeiten müssen, die unter der Armutsgrenze liegen.
Einfach nur peinlich.
13.02.12 14:30
Frederik Weiss
Seit dem Lierhaus-Satz "Ich muss ja von irgendetwas leben", den sie während der Disskussion um Ihr Engagement den Kritikern um die Ohren schlug, ist Lotterie und Lierhaus für mich "erledigt".
Die Vertragsverlängerung ist ein weiteres Zeichen der fehlenden Einsicht bei der ARD, mit Zwangsgebühren sparsam zu wirtschaften.
Sprüche wie "Elstner hat noch mehr gekostet" ziehen da nicht.
Es wäre ohnehin interessant zu wissen, welche Gagen für die sich im "mildtätigen Licht" sonnenden Lotterierepräsentanten Elstner, Gottschalk, usw. von den Lotterieeinnahmen "abgeknapst" wurden.
Sicherlich gibt es einige Leute, die das wissen und veröffentlichen können. Es geht schliesslich um öffentlich-rechtliche Sender, die für staatlich beaufsichtigte Lotterien werben. Verstecken ist also diesbezüglich fehl am Platz.
11.02.12 23:45
Jochen Bremer
Für 3- 4 gesprochene Sätze pro Woche 450 000 € im Jahr gezahlt zu bekommen, ist ein Schlag für jeden, der das ganze Jahr einer Vollzeitarbeit , die immer öfter in Deutschland mit Niedriglöhnen abgegolten wird, nachgeht.
Für diese Lotterie werde ich sicher kein Geld ausgeben.