Die Enscheidung scheint gefallen, und die Revolution bleibt offenbar aus: Nach Informationen der Bild sind Sky und die "Sportschau" die großen Gewinner im Poker um die Bundesligarechte für die Spielzeiten 2013 bis 2017. Zumindest in diesem Fall soll der Vorstand der Deutschen Fußball Liga (DFL) den 36 Profi-Klubs auf der Vollversammlung empfehlen, dass alles so bleibt wie bisher. Ob Springer den Zuschlag bei den Internet-Rechten bekommt, verrät die Bild allerdings nicht.
Weiter meint die Bild erfahren zu haben, dass die Telekom wie bisher die Rechte für den IPTV-Bereich behält. Der Telekommunikations-Konzern hatte sich auch um die gesamten Pay- und Satelliten-Rechte beworben.
Wie viel die alten neuen Partner für die Kicker-Übertragungen zahlen ist noch nicht bekannt. Bislang erlöste die DFL mit allen Rechten 412 Millionen Euro im Jahr. Offenbar hoffen viele Bundesligamanager, dass jetzt die halbe Milliarde-Marke geknackt werden könnte.
Einen gewissen Anteil an diesen rund 500 Millionen Euro könnte auch der Bild-Mutterkonzern Springer mittragen. Denn nach Informationen der Zeit macht auch das Medienhaus bei der Aktion mit und bietet auf das Paket M. Das würde dem Verlag erlauben, von allen Partien im Web Zusammenfassungen zu zeigen, die zwischen 90 Sekunden und sechs Minuten dauern dürfen. Schon heute zeigt Bild.de in Kooperation mit Sky die Höhepunkte aller Spiele, jedoch immer erst einen Tag später.
Neben einer Online-Übertragung sollen die Spielberichte auch in die iPad-Ausgaben der Bild und Welt integrieren werden. Laut Zeit kursierte in der Branche das Projekt als „Bild Bundesliga Show“. Allerdings wollte sich Springer auf eine Anfrage der Wochenzeitung nicht äußern.
Alle Infos zu den Bundesligarechten will die Liga am Dienstag in einer großen Pressekonferenz verraten. Die PK wird über Bundesliga.de auch via Livestream ins Web übertragen. Wann sie stattfindet steht allerdings noch nicht fest, weil erst alle 36 Profi-Klubs den neuen Verträgen zustimmen müssen.
Letzte Kommentare
17.04.12 10:32
Technik Freund
Sollte tatsächlich die heute kolportierte Entscheidung zutreffen, dann zeigt das einmal mehr, die Mutlosigkeit der DFL. Die Telekom hätte innovativ neue Verbreitungswege und -möglichkeiten erschlossen, außerdem die Platzhirsche in ihren Grundfesten erschüttert, so dass Sky einerseits lernt, dass es in Deutschland außer Fußball noch andere Sportarten gibt. Das wird bislang beim hauseigenen Sport-Nachrichtenkanal massiv vergessen und zum anderen hätte die ARD sich wieder auf ihre Aufgabe der Grundversorgung konzentrieren müssen. Das soll heißen, die Millionen aus dem Fußball in andere Sportarten zu investieren, die es auch noch gibt. Das hätte den gesunden Nebeneffekt, dass für einen Bruchteil der Gelder eine viel breitere Berichterstattung möglich gewesen wäre und damit auch wieder bereits verloren gegangene Zuschauer zurückgewonnen worden wären.
Zum Thema Technik: so bleibt es beim status quo, mobile Verbreitung, TVonDemand, interaktive Live-Formate all das, was durch einen Konzern wie die Telekom gebündelt gewesen wäre, hätte dann mit neuem Schwung auf den Weg gebracht werden können.
So wird die DFL die kommende Vertragslaufzeit mit dem Zählen von Geldscheinen verbringen. Willkommen im Stillstand.