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Die Reichweitenzahlen der ma 2009 Pressemedien II

MA: Zeitschriften verlieren erneut Leser

Die neuen Zahlen der ma Pressemedien liefern keine allzu guten Nachrichten für die Print-Branche. So gingen die Reichweiten fast aller großen Publikumszeitschriften zurück. 38 der Top-50-Titel verloren im Vergleich zur vorigen ma Leser, nur 12 konnten ihre Reichweiten halten oder verbessern. Besonders heftig traf es die "Bild am Sonntag" und den "Focus", die 440.000 bzw. 370.000 Leser verloren, deutlich zulegen konnten hingegen "TV Digital" (+330.000), "Hörzu" und "Schöner Wohnen" (je +200.000).

Beginnen wir bei unserem Blick auf die neuen ma-Zahlen gleich mit etwas Positivem, den Aufsteigern. "TV Digital" konnte um 12,1% auf 3,06 Mio. Leser pro Ausgabe zulegen, die "Hörzu" gewann überraschenderweise 4,5% und liegt nun bei 4,74 Mio. Lesern. Überraschend deswegen, weil die "Hörzu" im Vorjahresvergleich seit vielen Jahren an verkaufter Auflage verliert. Schon sind wir also wieder bei der Diskussion um die Systematik der MA, die eben keine Leser misst, sondern durch Befragungen versucht, etwas über die Leserzahlen herauszufinden. In Fällen wie der "Hörzu" würden also immer mehr Leute die zeitschrift lesen, obwohl immer weniger sie kaufen. Weitere Gewinner der ma 2009 Pressemedien II: "Schöner Wohnen", "Welt der Wunder", "Glamour". Die komplette Top Ten der Gewinner sieht damit so aus:



Auf der Seite der Verlierer gibt es ein größeres Angebot. Aus der Grundgesamtheit aller von der MA überprüften Zeitschriften gewannen nur 55 Titel Leser hinzu, 11 hielten ihre Reichweiten konstant und 97 verloren. An der Spitze des Verlierer-Rankings finden sich wie erwähnt die "Bild am Sonntag" und der "Focus". Die "BamS" verlor 4,0% ihrer Leser aus der ma 2009 I, der "Focus" sogar 6,5%. Beide Titel landen damit bei den geringsten Leserzahlen seit vielen Jahren. Prozentual gesehen noch deutlicher nach unten ging es für "TV Today" (-10,6%) und "meine Familie & ich" (-13,2%), sowie außerhalb der Verlierer-Top-Ten für die "Wirtschaftswoche" (-13,4%) und die "Bildwoche" (-10,9%).



Trotz der Reichweitenverluste für die meisten Titel sieht die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse ag.ma positive Zeichen. So hätte der durchschnittliche Zeitschriftenkonsum in Deutschland zugenommen - von 3,71 Titel pro Person auf 3,79. Die Zeitschrift, die in Deutschland laut ma weiterhin am häufigsten gelesen wird, ist dabei die "ADAC Motorwelt". Mit einem kleinen Minus von 0,8% landet sie nun bei 18,33 Mio. Lesern pro Ausgabe und damit erneut unangefochten auf Platz 1 des Rankings. Hinter "rtv" folgt mit der "Bild am Sonntag" der erste Titel, der auch am Kiosk erhältlich ist. Unter den großen drei Wochenmagazinen führt der "stern" mit 7,47 Mio. Lesern weiter vor dem "Spiegel" (6,11 Mio.) und dem "Focus", der mit 5,35 Mio. deutlicher als zuletzt hinter den "Spiegel" zurückfällt. Zu den Gewinnern gehören auf den ersten 25 Plätzen unseres Top-50-Rankings neben "Hörzu" und "TV Digital" auch "Sport Bild", "Geo" und "kicker":



Auf den Rängen 26 bis 50 folgen mit "Mein schöner Garten", "Gala", "Schöner Wohnen", Das goldene Blatt", "GesundeMedizin" und "Chip" weitere Gewinner, aber eben auch 19 weitere Verlierer. "TV Today" rutschte mit dem Minus von 10,6% auf Platz 35 der Liste, ebenfalls deutlich Leser verloren haben die "Neue Post", "Für Sie" und "Lisa":



Bei den überregionalen Tageszeitungen gibt es sehr unterschiedliche Tendenzen. Während die "F.A.Z." 4,9% Leser hinzu gewann und auch die "FTD", "die tageszeitung" und sogar "Bild" zulegen konnten, haben die anderen vier Titel verloren. So rutschte die "Süddeutsche Zeitung" als Marktführer unter den überregionalen Abozeitungen mit einem Minus von 2,6% auf 1,16 Mio. Leser, "Die Welt" verlor 5,4% und das "Handelsblatt" 3,7%. besonders bitter sind die Zahlen der "Frankfurter Rundschau". Sie fiel um 10,2% auf 0,28 Mio. Leser und damit nun auch hinter die "Financial Times Deutschland".



Bei den wichtigsten Wochen- und Sonntagszeitungen gewann "Die Zeit" 0,9% hinzu und liegt nun bei 1,65 Mio. Lesern. Die "Welt am Sonntag" verlor hingegen deutliche 9,4% und rutschte auf 1,07 Mio. Leser. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" wurde zum ersten Mal von der ma ausgewiesen: Mit 0,97 Mio. Lesern kommt sie der "WamS" schon gefährlich nahe.

Hinweis: Eine gesonderte Analyse zum Markt der regionalen Tageszeitungen finden Sie an dieser Stelle.

22.07.2009

Jens Schröder

    Letzte Kommentare

    Anzeige: 1 - 5 von 5

    22.07.09 15:26

    Stefan Blühm

    Die ma selbst spricht interessanterweise in ihrer Presseerklärung von einem positiven Trend - siehe auch
    http://www.agma-mmc.de/files/PM_ma_2009_ZS.pdf
    Herausgestellt wird die Entwicklung der Wirtschaftsmagazine. Kein Wunder, dass dort ein Zuwachs zu verzeichnen ist, wo doch in der ma 2009 Pressemedien I Capital wegen der Umstellung der Erscheinungsweise nicht dabei war - und jetzt wieder. Dass man dann sagen kann, dass die Gruppe dazugewonnen hat, ist mir unerklärlich. Einen ähnlichen Effekt gibt es bei den Frauenzeitschriften.

    22.07.09 13:38

    Jens Schröder Website

    @Markus Grabichler: Ich kann ihre Argumentation verstehen, habe mir zu dem Thema schon ausführlich Gedanken gemacht. Meiner Meinung nach ist es gerade bei der MA durchaus interessant und zulässig mit der vorigen MA zu vergleichen und nicht mit der Vorjahres-MA. Gerade weil - wie sie schon angemerkt haben - Zahlen aus der vorigen MA mit in die Wertung kommen, entfällt ja eine mögliche saisonale Schwankung, die z.B. bei IVW-Auflagen einen Vergleich mit dem Vorquartal verzerren. Wenn ich mir zudem die Pressemitteilungen der Verlage von heute ansehe, hat sich der Vergleich zur Vor-MA auch dort durchgesetzt.

    @Marko Kurz: Das ist in gewissem Maße eine Flaubensfrage. Meiner Meinung nach ist es gerade nicht aussagekräftiger, nach prozentualen Veränderungen zu sortieren, weil dann vornehmlich kleine Titel vorne stehen würden. Gewinnt ein Magazin beispielsweise zu seinen 50.000 Lesern 10.000 hinzu, verzeichnet es ein Wachstum von 20%. Aber ist ein solches Wachstum wichtiger als eines bei einem großen Magazin, dass sich von 500.000 auf 550.000 verbessert?

    22.07.09 13:16

    markus grabichler

    Der Vergleich der aktuellen Zahlen mit den Ergebnissen der MA 2009 I hinkt.

    Da die Daten der MA rollierend erhoben werden vergleicht man mit dieser Methode genau genommen auch immer einen Teil der Zahlen die der aktuellen MA zugrunde liegen. Das ist wie der Blick in ein leicht verzerrtes Spiegelbild.

    Korrekt ist der Vergleich mit der MA 2008 II. Man schließt damit auch Saisonale Effekte ein Stück weit aus.

    22.07.09 11:40

    Frank Wolfraum Website

    Was mir hierzu auf- bzw. einfällt ist, dass einige der Magazine, die im Print Federn lassen mussten, vor kurzem noch vermeldeten, dass die Zahlen der PIs auf deren Websiten und die Zahlen der Visitors gestiegen sind (ich erinner an Bild.de die sich vor kurzem ein Kopf an Kopf Rennen mit Spiegel.de lieferten).
    Kann es sein, dass es da einen Zusammenhang gibt oder bilde ich mir das ein?
    Es wäre schön und wichtig zu sehen, wie sich parallel zur Printentwicklung die Website-Entwicklung darstellt.
    Das kann man zwar via Meedia-Analyser auch herausfinden, aber ich finde um einen Trend zu erkennen sollten beide Zahlen vorliegen.

    22.07.09 11:14

    Marko Kurz

    Warum werden Gewinner und Verlierer eigentlich immer nach Zuwächsen bzw. Verlusten in Lesern und nicht in Prozenten dargestellt? Das wäre doch viel aussagekräftiger.

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