Mit dem Claim "Es ist Deine Zeit" hat der weltgrößte Mobilfunkprovider Vodafone seinen neuen Markenauftritt vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die "Generation Upload", die mit der Welt der Social Networks vertraut und vernetzt ist. Vodafone 2.0 kündet von einer neuen Geisteshaltung, bei der der User im Zentrum steht – und zum "Held für einen Tag" werden kann. Bei der Wahl des Testimonials hat der Mobilfunkprovider Mut bewiesen. Er verpflichtete Blogger Sascha Lobo.
Es ist eine klare Ansage an die Konkurrenz: "Wir haben den Muscle, um Dinge zu bewegen", erklärte Gregor Gründgens, Director Brand & Marketing Communications, heute Vormittag in Düsseldorf auf der Pressekonferenz von Vodafone Deutschland.
Es ist nicht irgendwie irgendeine Pressekonferenz: "Die größte und aufwendigste Kampagne in der Historie von Vodafone Deutschland ist heute gestartet", verkündet der weltgrößte Mobilfunker. Und das mit wahrem Gigantismus: "Vodafone gibt Dir die Kraft, das Beste aus Deinen Möglichkeiten zu machen, die Dir das Leben bietet", führt Gründgens aus. Und zwar als moderne Heldensaga: "Was immer Du startest, kann die Welt bewegen. Es ist Deine Zeit", verkündet, der neue Vodafone-Spot, der sich an eine klare Zielgruppe richtet – die "Generation Upload."
"15 Minutes" auf Fame für die 'Generation Upload'"
Diese "Leitzielgruppe" verkörpert die Geisteshaltung der Web 2.0-Ära perfekt: Im Zeitalter des Mitmach-Internets sind die einst passiven Zuschauer längst zu Produzenten geworden. Mit der mobilen Interaktion via Upload – sei es mit einem Blogbeitrag, Tweet oder einem auf Facebook, Flickr oder Twitpic veröffentlichten Foto – gestaltet der User das Web, und damit also das Leben selbst, längst aktiv mit.
Im Idealfall entstehen daraus sogar kleine Heldenepen, wie etwa nach der schnell getwitterten Notwasserung von New York - Andy Warhol charakterisierte solche Momente bereits vor vier Jahrzehnten, die er in seinem Ausspruch von den "15 Minutes of Fame" vorwegnahm. Diese Chance hat im Web 2.0-Zeitalter nun jeder. "In der Zukunft kann jeder für 15 Minuten ein Superstar werden", beschreibt Gregor Gründgens das Selbstverständnis der neuen Vodafone-Kampagne, die von Scholz & Friends entwickelt wurde.
Sascha Lobo: "Offlinesein ist wie Luftanhalten"
Naheliegend also, dass sich der weltgrößte Mobilfunker für den Deutschlandstart den bekanntesten Blogger der nationalen Web-Szene mit ins Boot geholt hat – Sascha Lobo. Der 34-jährige Berliner hat mit über 14.000 Usern nicht nur die meisten Follower als Einzelperson, er gilt fungierte zuletzt mit einem Twitteraccount gar als Medienpartner der "next09".
Selbstverständlich also, dass es für den früheren Werbetexter kein Leben mehr ohne Internet geben kann. "Offline sein ist wie Luftanhalten", erklärte Lobo auf der Vodafone-Pressekonferenz. "Es geht vielleicht für 5 Minuten gut. Danach ist es schädlich." Entsprechend versteht Lobo das "Handy als Schlüsselloch bzw. als Eintrittskarte zur Welt".
Kleiner Schönheitsfehler am Rande nur: Auf der Pressekonferenz bemüht sich das Vodafone-Team tapfer, die Smartphones von HTC (Android), RIM oder SonyEricsson anzupreisen – den wahren mobilen Datenträger der Generation Uplaod, das iPhone, sollte jedoch keine Erwähnung finden. Es wird noch immer exklusiv von der magnentafarbenen Konkurrenz vertrieben.
13.07.09 17:41
peter scoll
Das hier hat mit Journalismus soviel zu tun wie der Iro von Lobo mit Punk.
09.07.09 17:49
max blumentritt
Lobo ist in meinem Augen ein aufgeblasener Wichtigtuer. Er steht für den Zustand der heutigen Gesellschaft - null Prozent Inhalt, keine Substanz nur pseudo elitäre Berlin-Chique Hülle. Das ist armselig. Warum wird sojemand überall hoffiert - sind die "echten" Nachrichten ausgegangen?
09.07.09 12:37
Don Alphonso Website
Wer mit verlausten Blog-Punks a la Lobo wirbt brauch sich nicht darüber zu wundern, das er nur noch das Berliner Prekariat als Kunden hat.
08.07.09 19:36
Marc-Nicolas Oerke
Oh - ein schönes Lied verhunzt... der Rest wurde schon kommentiert.
LG
Marc
08.07.09 17:14
Daniela Jannink
Megapeinlich, wenn aus lauter ich-will-auch-mitspielen vermeintliche Kenner der Szene zu echten Dampfplauderern werden. Schade, von Scholz&Friends ist man kreatives Potenzial gewöhnt und gewollte Kiddy-Szene.Und an Lobo kann man sehen, dass mit Engagement zur richtigen Zeot am richtigen Platz ( Hallo, Anne Will...) aus Jedem doch noch etwas werden kann.