Julian Assange, Chef der Enthüllungs-Plattform Wikileaks, hat Forbes ein langes Interview gegeben. In dem Gespräch kündigt Assange nach den aufehenerregenden Veröffentlichungen von geheimen diplomatischen Berichten der US-Botschaften weitere Enthüllungen an. Anfang nächstes Jahr plant Wikileaks demnach eine Veröffentlichung zu einer großen US-Bank, die zu deren Untergang führen könne. Wikileaks sitze auf einem Berg an Material zu vielen Branchen, so Assange in dem Interview.
Die angekündigte Veröffentlichung Anfang nächstes Jahr könne dazu führen, dass ein oder zwei Banken untergehen, sagte Assange im Forbes-Magazin. Zwar sei der Umfang des Materials nicht so gewaltig wie derjenige zu dem Irak-Krieg, aber doch so bedeutend, dass ein “Ökosystem der Korruption” bloßgelegt werde. Auch hier gehe es wieder um zigtausende Dokumente, die teilweise zumindest unethisches Verhalten innerhalb einer Großbank offenlegen, teilweise würden aber auch ganz normale Mechanismen der Finanzindustrie bloßgestellt. “Es sind auch normalen Entscheidungsprozesse, die unethische Praktiken verschleiern und fördern: nicht getätigte Überprüfungen, die Prioritäten der Entscheidungsträger, wie sie denken und ihre Eigeninteressen verfolgen. Die Art, wie sie darüber reden”, so Assange.
Es gehe bei der kommenden Enthüllung um eine große us-amerikanische Bank, die noch existiert. Welcher Art die Enthüllungen genau sein werden und welche Bank es betrifft, will Assange noch nicht sagen. Ungefähr die Hälfte der bei Wikileaks eingehenden Dokumente würden die Privatwirtschaft betreffen, die anderen 50 Prozent staatliche Angelegenheiten. Assange sagte, dass durch den gestiegenen Bekanntheitsgrad von Wikileaks und seiner Person, die Zahl der eingehenden Dokumente exponentiell gestiegen seien. Wikileaks sei gar nicht in der Lage, die Geschwindigkeit der Veröffentlichungen dem Eingang der Dokumente anzupassen.
Neben der angekündigten Banken-Enthüllung habe Wikileaks u.a. auch Material über Energie-Konzerne, Pharma-Firma, Firmen in Russland und zum Ölkonzern BP. Er sei sich aber nicht sicher, ob das BP-Material von Wikileaks wirklich neue Erkenntnisse bringe, dies werde geprüft, so Assange.
Auf die Kritik, dass Wikileaks sehr viel über die USA veröffentliche und wenig über repressive Staaten, erwidert Assange, dass Wikileaks völlig von den Quellen abhängt. Je bekannter Wikileaks in einer bestimmten Region sei, desto mehr Informationen gebe es. “Die Leute sagen, warum bringt ihr nicht mehr Enthüllungen über die Taliban. Ich sage: Hey, helft uns und erzählt mehr Taliban-Dissidenten von uns”, so Assange in dem Interview.
Unethisches Verhalten kann Assange in den Veröffentlichungen von Wikileaks nicht erkennen. Die Enthüllungen würden es leichter machen, sich künftig gut und ehrlich zu verhalten. “Das bedeutet nur, dass es für ehrliche Firmenchefs leichter wird, ehrliche Geschäfte zu machen, wenn die unehrlichen Geschäfte von negativen Leaks stärker betroffen sind”, so Assange. Wikileaks schaffe eine “gewaltige Ruf-Steuer” für unethische Firmen.
Für künftige Enthüllungen interessiert sich Assange am meisten für Bereiche mit großer Geheimhaltung und großer gesellschaftlicher Bedeutung. “Es ist offensichtlich, welche Dinge wir wollen: Dinge, die mit Geheimhaltung, Kriege und Finanzbetrug zu tun haben. Weil dies so viele Menschen betrifft.”
Das komplette, sehr lesenswerte Forbes-Interview Mit Julian Assange gibt es hier.
Aus dem Traum wurde ein Trauma - und fast 20 Mio. waren vor den Fernsehern Zeuge. 19,21 Mio. sahen das Elfmeterschießen des Champions-League-Finales bei Sat.1, weitere 0,67 Mio. bei Sky. Im Durchschnitt kam das Endspiel mit den beiden Halbzeiten, der Verlängerung und dem Elfmeterschießen bei Sat.1 auf 16,75 Mio. Fans - ein neuer Alltime-Champions-League-Rekord und die höchste... mehr...
Die erste Staffel des "Deutschland sucht den Superstar"-Ablegers "DSDS Kids" dürfte auch die einzige bleiben. Folge 3 der Show wollten am Freitag nur noch 1,25 Mio. 14- bis 49-Jährige sehen - ein katastrophaler Marktanteil von 12,2%. Auch Sat.1-Show "The Winner is..." bleibt ein Misserfolg, gewonnen hat den Tag stattdessen "GZSZ" vor "10.000 BC". Im Gesamtpublikum dominierten die... mehr...
Man nennt es Zweckoptimismus: Die Frankfurter Rundschau will ihre Verluste in diesem Jahr halbieren und nur noch vier Millionen Euro verbrennen. Dies sagte Verlagsgeschäftsführer Karlheinz Kroke gegenüber der FAZ. Kroke hofft auf eine Patronatserklärung der FR-Gesellschafter DuMont und ddvg, die faktisch den Bestand der Zeitung bis Ende 2015 garantieren könnte. Das Anzeigenblatt... mehr...
Dass der Entertainer Rob Vegas bei Twitter unter dem Namen @BonitoTV als falscher Harald Schmidt unterwegs ist, hat sich mittlerweile in der Branche herumgesprochen. Obwohl ... die Kollegen von Horizont sind diese Woche nochmal auf die Gaga-Twittereien des Herrn Vegas reingefallen. Und sonst: Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp zeigt sich ungeschminkt, Roboter-Journalisten bedrohen... mehr...
Warum teure PR-Berater engagieren, wenn die Parteibasis doch selber sagen kann, welche TV-Auftritte nützlich sind und welche eher schaden? Die Piraten diskutieren in ihrem Piratenpad darüber, in welchen Sendungen Parteivertreter gut aufgehoben sind und in welchen nicht. Die Erkenntnisse sind so banal wie zutreffend zugleich: Auftritte sorgsam aussuchen, gut vorbereitet hingehen und auch... mehr...
Wenn der FC Bayern am Samstag gegen Chelsea um den wichtigsten Titel des europäischen Club-Fußballs antritt, wird das Spiel bei Sat.1 für Jubel und Traurigkeit sorgen: Jubel, weil Traumquoten erreicht werden, Traurigkeit, weil die Champions League ab der kommenden Saison im ZDF zu sehen sein wird. Da wäre ein Alltime-Quotenrekord ein toller Abschied für Sat.1. Doch wird es den geben?... mehr...
Das ist vermutlich eine gute Nachrichte für die Print-Branche: Zumindest Warren Buffett glaubt noch an eine Zukunft für den Lokaljournalismus. Denn gerade hat der Finanzinvestor 63 Tages- und Wochenzeitungen in den USA gekauft. Für den ehemaligen Zeitungsjungen gibt es kaum eine "wichtigere Einrichtung als die Lokalzeitung". Für die Titel, die überwiegend im Süden der Vereinigten... mehr...
Der Umgang einiger deutscher Medien mit den Geschehnissen um das Relegationsspiel in Düsseldorf sind kein Ruhmesblatt für kritischen Journalismus. Nachdem eine dumme Menschenmasse zu früh auf den Platz gerannt ist, schrieben sich Journalisten um Kopf und Kragen, obwohl sie offenkundig nicht im Stadion waren. Von "Fußball-Schande" wird geschrieben von "Krawallen in Düsseldorf", obwohl es... mehr...
Das Netzwerk Recherche entwickelt sich zum Archivar der Debatte: Hat Bild einen Nannen-Preis verdient und ist die Ablehnung des Preises durch SZ-Journalisten albern oder heldenhaft? In einem Beitrag meldet sich SZ-Redakteur Nicolas Richter zu Wort, der den "Henri" gemeinsam mit Hans Leyendecker und Klaus Ott zugesprochen und gleich wieder zurückgewiesen hat. Seine Begründung: Das Trio... mehr...
Die Geo-Familie von Gruner + Jahr wächst und gedeiht. Diesen Freitag erscheint erstmals der neuste Geo-Ableger mit dem Namen Geo Thema. Hinter der hochglänzenden Verpackung und einem ambitionierten Heftpreis (10 Euro) verbergen sich alte Foto-Reportagen aus dem grünen Geo, bzw. “Die besten Fotoreportagen”, wie es auf dem Titel heißt. Die wurden ausgewählt, neu verpackt und thematisch... mehr...