Jubiläum: Zum 1000. Mal präsentiert Günther Jauch am Freitag "Wer wird Millionär?". Seit September 1999 quälte, beglückte und unterhielt der Moderator über 2000 Kandidaten. Lediglich zehn konnten bislang eine Million Euro, bzw. eine Million Mark gewinnen. 21 Kandidaten gelang sogar das echte Kunststück ohne einen einzigen Cent wieder nach Hause zu fahren. Langweilig wurde es während der 1000 Sendungen bislang fast nie. MEEDIA verrät zehn spannende Fakten aus elf Jahren Quiz-Geschichte.
Zwei Stühle, zwei Jauchs.
Am 22. April 2005 sehen die Zuschauer vermeintlich doppelt. Ein Jauch sitzt auf dem Kandidatenplatz und ein weiterer auf dem Moderatoren-Stuhl. Doch der eine Jauch ist nur das Double vom echten Jauch. Andreas Scholz tritt auf Festen und Messen als Double des Moderators auf und gewinnt bei seinem Ebenbild läppische 500 Euro.
Single-Börse statt Millionen-Jagd
Ein Kandidat, der es auf den Rate-Stuhl schaffte, war mit dem Ansinnen gekommen, durch seinen TV-Auftritt eine Frau zu finden. Um die Million ging es dem Lehrer weniger. Dazu hatte er sich extra ein T-Shirt mit seiner E-Mail-Adresse bedrucken lassen. Zweck der Aktion war es, "für mich zu werben, da ich eine Frau suche, die mit mir eine Familie gründet". Nach der Sendung erreichten ihn rund 5000 Mails - einige von alten Freunden aber auch welche Frauen. Durch seinen Aufruf entwickelten sich mehrere Beziehungen. Seine heute Partnerin hat der Lehrer aber nicht durch diese Aktion kennen gelernt.
Woher kommen eigentlich die ganzen Fragen?
Moderator Günther Jauch stellte in den bisher 999 Folgen von "Wer wird Millionär?" über 26.500 Fragen. Alle diese Fragen entstanden in sieben Schritten. Schritt 1: Einem der WWM-Redakteure kommt durch "gezielten" Zufall ein neues Schlagwort in den Kopf. Schritt 2: Er prüft das Schlagwort in der WWM-Datenbank. Ist es neu, folgt Schritt 3: Eine Fragenerfassungssoftware erstellt eine Frage zum Schlagwort und vier Antwortmöglichkeiten. Zwei Quellen müssen darüber hinaus für die Richtigkeit der Frage gefunden werden. Der Autor der Frage überlegt sich einen Schwierigkeitsgrad für die Frage. Schritt 4: In einer Redaktionssitzung wird die Frage besprochen und geguckt, ob der angegebene Schwierigkeitsgrad passend ist. Schritt 5: In einer weiteren Sitzung mit RTL und der Produktionsfirma Endemol wird erneut über die Frage diskutiert. Schritt 6: Die Frage wird von zwei weiteren Autoren auf sachliche Richtigkeit überprüft, anschließend von einer Lektorin Korrektur gelesen und dann erhält sie das Sigel "spielberechtigt" für die Sendung. Schritt 7: Am Aufzeichnungstag wird die Frage noch einmal daraufhin inspiziert, ob sie gerade im Licht von aktuellen Entwicklungen noch eindeutig zu beantworten ist. Und dann stellt Günther Jauch die Frage schon in seiner Sendung.
Zweimal ist einmal zu viel
Anke Engelke hat es geschafft, sie saß zweimal beim Prominenten-Spezial auf der Ratebank und gewann insgesamt eine Millionen Euro für einen guten Zweck. Ähnliches versuchte ein Normalo-Kandidat. Bei seinem ersten Mal hatte er schlappe 500 Euro gewonnen. Offenbar reichte das Geld nicht lange. Also versuchte er es drei Jahre später noch einmal. Dieses Mal gewann er 64.000 Euro. Da es aber leider nur den Promis erlaubt ist, öfters bei Jauch aufzulaufen, wurde der Kandidat nachträglich disqualifiziert und bekam keinen Cent seines "Gewinns" ausgehändigt.
Joker? Die nehm' ich mit nach Hause
Der erste Kandidat, der es geschafft hat, alle Joker mit nach Hause zu nehmen, hat auch keinen einzigen Euro gewonnen. Der Jura-Doktor scheiterte grandios bei Frage Vier. Kein Geld, aber immerhin vier Joker in der Tasche.
Eine Sendung, kein frischer Kandidat
Weil eine Überhangskandidatin der letzten Sendung so rumtrödelte, schaffte sie es, Günther Jauch über eine ganze Sendung für sich alleine zu haben. Die zehn Wartenden, die in dieser Sendung keine Chance bekamen, durften in einer anderen Sendung noch einmal ihr Glück versuchen.
Zuschauer: Frauen raten lieber als Männer
Frauen ab 14 Jahre fiebern und raten vor dem TV lieber mit als Männer. Der Marktanteil erreicht hier aktuell 20,2 Prozent, während Männer rund 16,6 Prozent erzielen, so die Marktforscher von media control. "Am auffälligsten ist der Unterschied bei den 14- bis 19-jährigen Zuschauern. 100.000 junge Frauen stehen 40.000 jungen Männern gegenüber; der Marktanteil rangiert mit 17,7 Prozent um fast sieben Prozentpunkte höher."
Jauch darf auch mal raten
Eine Kandidatin setzte sich voller Freude über das Überstehen der ersten Fragerunde, auf den falschen Stuhl. Jauch guckte etwas verdattert, nahm aber spaßeshalber auf dem Kandidaten-Sitz platz. Der "eigentliche" Moderator machte einige Anmerkungen, doch die Anästhesieschwester war von ihrer Platzwahl überzeugt. Als ihr der kleine Faupax auffiel, bestand Jauch darauf, dass er die ersten Fragen beantworten dürfe und sie die Sendung moderiere. Nach der 500 Euro-Frage wurden die Plätze dann getauscht und die Kandidaten schaffte es bis zur 8.000 Euro Frage.
Gewonnen und verschenkt
Ein Pastor aus Otterfing bei München gewann 125.000 Euro und verschenkte davon wiederum knapp 90 Prozent an eine notleidende Familie mit sieben Kindern. Obwohl der Gläubige bei der Auswahlfrage "lange" 6,1 Sekunden benötigte, war er der Schnellste. "Ich wurde von Gott geleitet", so der Pastor.
Macht Jauch die Sendung eigentlich noch Spaß?
"Ja, absolut. Ich bin vor jeder neuen Sendung neugierig, freue mich auf die Kandidaten und habe auch nach 999 Folgen tatsächlich immer noch großen Spaß an WWM." Aber woran liegt das? "Die Frage ist sehr leicht zu beantworten. Es liegt nämlich an den Kandidaten. Dadurch, dass immer neue und andere Menschen in meiner Show antreten, wird es immer interessant bleiben. Gottes großer Zoo ist einfach unerschöpflich und so mache ich mir keine Sorgen, dass die Sendung jemals langweilig werden könnte."
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