Das vorläufige Ende eines der spannendsten Web-Projekte der vergangen Monate: Nach massivem Druck von zwei Verlagen musste das neue Meinungsportal Commentarist.de sein Online-Angebot vom Netz nehmen. "Wir haben einen fulminanten Start erlebt und wir waren überrascht, wie ausdrücklich positiv das Feedback war", heißt es in einem kurzen Statement auf der Webseite. "Der einfache Zugang und Vergleich von journalistischen Kommentaren kommt gut an. Leider nicht bei allen."
Der neue Journalismus-Aggregator sammelte die Kommentare und Kolumnen von den 16 größten deutschen Qualitätsmedien. So sollten die tagesaktuellen Meinungsstücke von mehr als 800 Journalisten der führenden deutschen Medien zusammengefasst und kategorisiert werden.
"In einer Zeit, in der Informationen mehr und mehr zur Massenware werden, in der die reinen Fakten nur noch selten exklusiv sind, wollen wir mit Commentarist den Blick schärfen für den Teil der Nachrichten, der die Bedeutung von Fakten interpretiert, mit Zusammenhängen vertraut macht und die Wichtigkeit erläutert", erklärte Gründer Eric Hauch den Ansatz hinter dem Dienst.
Der Start vor rund drei Wochen verlief höchst vielversprechend. Die Rezensionen waren gut und die Nutzerzahlen stiegen. Bis zum heutigen Freitag: "Es ist für uns völlig unverständlich, wie sich aus Sicht der beiden Verlage unser Angebot und Geschäftsmodell von Angeboten wie Google News unterscheidet. Gegen derartige Webdienste klagen sie ja auch nicht."
Wie es für die Hamburger nun weitergeht, ist aktuell noch völlig unklar. "Wir halten weiter an der Idee einer Meinungsplattform fest und wir werden unsere Zelte wieder aufschlagen", heißt es auf der Startseite. Wie und wann ist jedoch noch nicht abzusehen.
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