Eine "Lawine" sei über der Tagesthemen-Redaktion hereingebrochen nach dem Spiel Deutschland gegen Italien bei der Fußball-EM. Warum? Die ARD-Nachrichtensendung lief in der Pause des Spiels, beim Stand von 2:0 für Italien. Moderator: Ingo Antonio Zamperoni, Sohn italienischer Einwanderer. Was tat Zamperoni? Er beendete die Sendung mit einem Dante-Zitat und sagte auf deutsch und italienisch: "Möge der Bessere gewinnen." Durfte Zamperoni das sagen, und dabei noch lächeln? Etliche Zuschauer finden offenbar: Nein.
Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, hat über die "unfassbare Empörung" der Zuschauer einen Blog-Eintrag verfasst. Und nimmt Zamperoni, der im Ersten das Nachtjournal moderiert und seit kurzem auch die Tagesthemen in Vertretung, in Schutz: "Ich bin der festen Überzeugung, dass es vollkommen korrekt war, dass Zamperoni in dieser Situation einen solchen Satz sagt." Das Dante-Zitat, das der Journalist sagte, lautet: "Das Gesicht verrät die Stimmung des Herzens." Dann sagte Zamperoni: "Ich weiß nicht, was Ihnen mein Gesicht jetzt verrät, aber seien Sie versichert, dass ich innerlich ziemlich zerrissen bin."

Die Aufzeichnung von den Tagesthemen
Nun glauben Zuschauer, Zamperoni habe "dauergegrinst" bei seiner Verabschiedung – und das bei einem Rückstand für Deutschland. Wer sich die Sendung in der ARD-Mediathek und Moderator Zamperoni anschaut, wird allerdings kaum auf die Idee kommen, er habe gegrinst oder sich lustig gemacht. Genau das werfen ihm – nun auch vereinzelt im Gniffke-Blog, Zuschauer vor. Kostprobe: "Das war schwer unverschämt und ich werd demnächst umschalten, wenn er noch mal moderiert. Eine Entschuldigung wäre aber jetzt auch in Ordnung." Oder: "Er kann denken und sagen was er will, nur als Angestellter im öffentl. Fernsehen sollte er sich besser anpassen." Laut Chefredakteur Gniffke habe die "Volksseele gekocht". Die Bild-Zeitung schreibt schon über den "frechen Halbzeit-Auftritt vom Tagesthemen-Mann". Der deutsche Klischee-Zuschauer, er will offenbar lieber Moderationsroboter.
Aber es gibt auch viele andere Zuschauer, die Zamperonis Bemerkung menschlich und vollkommen in Ordnung finden. Dazu gehört die Mehrheit der Kommentatoren im Gniffke-Blog. Ein repräsentatives Beispiel: "Herr Zamperoni, bitte lächeln Sie weiter." Ein Kommentator ist offenbar Dauergucker: "Ähm, also mal ganz ehrlich: Herr Zamparoni grinst immer so."
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