Der Anwalt von Papst Benedikt XVI. hat vor dem Hamburger Landgericht eine Einstweilige Verfügung gegen das Satiremagazin Titanic erwirkt. Demnach darf das Magazin das aktuelle Titelbild nicht länger verbreiten. Der Papst hat sich gegen das Cover gewehrt, das ihn mit einer gelb befleckten Soutane zeigt. Dazu hatte die Titanic in Anspielung auf “Vatileaks” getextet: “Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!” Der Fall schlägt mittlerweile Wellen bis nach Australien.
Auch der CSU-Politiker Thomas Goppel meldete sich zu Wort. Der Nachrichtenagentur dapd sagte Goppel, der Sprecher der Christsozialen Katholiken (CSK) in der CSU ist: “So geht man mit Menschen nicht um, mit dem Papst schon gar nicht." Bezogen auf Titanic-Chefredakteur Leo Fischer sagte Goppel, dieser wisse nicht, was sich gehöre. Goppel würde ihm "die Lizenz zum Schreiben entziehen".
Die Titanic reagierte auf die Einstweilige Verfügung, indem das Cover auf der Website des Magazins geschwärzt und mit dem Schriftzug “Verboten!” versehen wurde. Als Startcartoon ihrer Website haben die Satiriker aus Frankfurt nun einen jubelnden Papst Benedikt gewählt, dem zwei Fanta-Flaschen in die Hände montiert wurden: “Der Papst im Freudenrausch”. Bereits gestern erklärte Fischer, die Aufregung um das Titanic Cover sei ein Missverständnis. Der Titel zeige einen Papst, der nach der Aufklärung der Spitzelaffäre im Vatikan ("Vatileaks") feiert und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet hat.
Ein ähnliches juristisches Problem hatte die Titanic im Jahr 2006. Damals zeigte das Magazin ein Foto des damaligen SPD-Vorsitzenden Kurt Beck und titelte: “Problembär außer Rand und Band - Knallt die Bestie ab!” Gegen diesen Titel erwirkte derselbe Bonner Anwalt, der nun für den Papst tätig ist, auch eine Einstweilige Verfügung gegen die Titanic. Auch damals erklärte der damalige Titanic-Chefredakteur Thomas Gsella es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. Die dpa habe das Foto Becks unter dem Stichwort “Bär” einsortiert gehabt.
Der aktuelle Streit mit dem Papst hat es mittlerweile sogar rund um die Welt geschafft. Auch die Zeitung The Australian berichtet über den Fall. Überschrift: “Urine trouble, Pope tells mag in legal threat”.
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