Die Kollegen zu einem Kräftemessen in die Kulisse von "17 Meter" einladen? Mit ausgesuchten Firmenkunden "Rette die Million" zocken? Oder den Chef auf dem Ratestuhl von "Wer wird Millionär" grillen? Der TV-Produzent Endemol hat eine Zweitverwertung für diverse Spiel- und Rateshows gefunden: das "Corporate Game". Unternehmen können ab sofort ihre Events in den Kulissen von fünf verschiedenen TV-Shows buchen. Starmoderatoren wie Günther Jauch sind nicht im Preis inbegriffen.
Die Endemol Event-Tochter und die Agentur Living Media haben das Konzept des Corporate Game auf TV-Spielshows übertragen – und dazu bereits eine Website freigeschaltet. Unternehmen, Verbände und Organisationen mit tiefen Taschen und der Sehnsucht nach TV-Atmosphäre können Mitarbeiter oder Kunden wahlweise in die Kulissen von "Wer wird Millionär" (RTL), "17 Meter" (ProSieben), "Deal or no Deal" (SAT.1), "Rette die Million" (ZDF) oder "Wiwaldi Show" (WDR) einladen. Versprochen wird ein "unvergessliches Firmenevent" in "Originalkulissen". Die Sendung wird nicht nur nachgespielt, sondern gefilmt und geschnitten.
Ob die Starmoderatoren der Shows - Günther Jauch, Joko und Klaas, Jörg Pilawa und Guido Cantz - höchstselbst auflaufen, ist zwar unwahrscheinlich – letzten Endes aber wohl eine Frage des Geldes. Bei der Puppenshow "Wiwaldi" dürfen Firmen auf Wunsch ihr eigenes Stoffmaskottchen zum Einsatz bringen. Wie viel ein Unternehmen für ein Corporate Game in TV-Kulisse berappen muss, verrät Endemol nicht. Zu unterschiedlich sei die Spanne, es käme ganz auf die Wünsche der Kunden an, sagt Deborah Salomon von Endemol Events auf Nachfrage. Während das "Millionär"-Studio in Köln fest installiert ist, müssen die anderen Shows, wenn sie nicht gerade aufgezeichnet werden, für das gebuchte Event aufgebaut werden. So viel lässt sich vermutlich sagen: Unter einer ordentlichen fünfstelligen Summe dürften Endemol und Living Media die Kameras nicht hochfahren.
Endemol bewirbt jedes TV-Format mit einem eigenen Trailer. Die Events werden als "Teil der Unternehmenskommunikation", "einmaliges Incentive für Mitarbeiter" oder "Motivationsevent" angepriesen. Die Idee zu dem neuen Erlösmodell sei den Partnern gekommen, weil bereits einige Firmen angefragt hätten, ob sie mal "Wer wird Millionär" und andere Shows nachspielen dürften, sagt Deborah Salomon. Die Preisgelder, klärt sie dann auch noch auf, müssten die Unternehmen allerdings selber mitbringen.
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