Springer-Konzernchef Mathias Döpfner will eine "Bezahlkultur im Internet" vor allem mit Sportinhalten etablieren. Ab der Fußball-Bundesligasaison zeigt Bild.de – kostenpflichtig – Ausschnitte aus den Spielen der Liga bereits eine Stunde nach Spielschluss. Für diese Web-TV- und Mobilrechte bezahle Springer pro Jahr einen Betrag in "mittlerer einstelliger Millionenhöhe", sagte Döpfner bei der Vorstellung der Quartalszahlen des Konzerns. Das Digitalgeschäft sorgte erneut für einen Wachstumssprung.
"Erfreulich" nennt die Axel Springer AG ihre Quartalszahlen. Um 7,1 Prozent stieg der Umsatz zum Vorjahresquartal auf 789 Millionen Euro. Ebenso kletterte das EBITDA um 7,5 Prozent auf 136,5 Millionen Euro. Das Digitalgeschäft macht nun genau ein Drittel des Gesamtumsatzes aus, wobei der Anteil des Digital-EBITDA am Gesamt-EBITDA nun sogar bei 34,4 Prozent liegt. Erstmals stellten die digitalen Medien mit 3.391 Mitarbeitern auch das am personell stärksten besetzte Segment im Konzern.
Bemerkenswert: Die Werbeerlöse des Medienunternehmens stiegen in den ersten drei Monaten um 10,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf knapp 400 Millionen Euro. Die Vertriebserlöse stiegen um nur 1,4 Prozent. Der Problembereich der Springers liegt derzeit bei den internationalen Printmedien, die bei Werbe- und Vertriebserlösen Rückgänge verzeichneten. Auch bei den inländischen Zeitungen waren die Erlöse leicht rückläufig, aber die Profitabilität des Segments stieg. Der Konzernüberschuss stieg um 8,8 Prozent auf 68,5 Millionen Euro.
Dennoch: Bei der Vorstellung der Quartszahlen war mal wieder gefühlt jedes dritte Wort von Mathias Döpfner "digital". Hier liegt das Wachtumsfeld für den Konzern, hier kann sich das börsennotierte Medienunternehmen wie kein anderes deutsches Haus gut darstellen. Weitere Zukäufe – derzeit prüft Springer den Kauf des größten polnischen Portals Onet.pl – sind in diesem Jahr zu erwarten. Auch und vor allem im digitalen Rubrikengeschäft.
Als großen Erfolg auf dem Weg zur Etablierung von Bezahlinhalten im Netz nannte Döpfner den Kauf der Fußball-Bundesligarechte für Web-TV und mobile Endgeräte. Ab der Saison 2013/14 wird Bild.de mehrminütige Ausschnitte zeigen – noch vor der Ausstrahlung im Free-TV. Zum genauen Preismodell wollte sich Döpfner noch nicht äußern. Es seien aber vor allem Sportinhalte, für die Nutzer vermutlich bereit seien, Geld zu zahlen.
Pro Jahr zahle Springer einen Preis in "mittlerer einstelliger Millionenhöhe" für die Rechte an die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Der Vertrag läuft über vier Jahre. Es gehe Springer darum, den Markt für Bezahlinhalte zu erschließen. Angebote müssten vor allem "sehr nutzerfreundlich" sein, um Erfolg zu haben. Eine Prognose, wie viele Abonnenten das Angebot annehmen werden, wollte Döpfner nicht abgeben.
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