Beim Schauen der RTL-Sendung “extra” konnte einem Medienschaffenden in dieser Woche glatt vor Schrack die abendliche Fleischwurst von der Gabel hüpfen: Zum Thema Mittagessen in der Kantine wurde die Gruner+Jahr-Kantine vorgestellt - mit ganz neuen Erkenntnissen zur G+J-Kommunikation. Und sonst: Beim Anblick des Apple-Aktienkurses befällt einen der Schwindel, Groupon zieht immer häufiger die Sex-Karte und ein weißes Werbebuch aus Bonn gab der Redaktion Rätsel auf.
Angesichts der Zahlen von Apple kann einem schon schwindelig werden. Wegen ein paar popeliger iPad3-Gerüchte ist die Aktie in dieser Woche auf über 500 Dollar geklettert. Damit ist Apple an der Börse mehr Wert als Microsoft und Google zusammen. Irre und fast zu schön um dauerhaft wahr zu sein. Die Apple-Manie der Börse wirkt leider alles andere als gesund.
Und wenn wir schon mal bei der Börse sind. Die seit kurzem auch börsennotierte Online-Reste-Rampe Groupon versucht es seit neustem mit der billigen Sex-Masche. Bei mir landen in jüngerer Zeit verstärkt Groupon-Angebote aus dem sehr zwischenmenschlichen Bereich - Rabatte auf Erotik-Fotoshootings werden da feilgeboten sowie Männer- und Junggesellen-Strips. Wer’s mag.
Eine etwas irritierende Werbebotschaft erreichte uns diese Woche aus Bonn. Ein in Leinen gebundenes weißes Buch im DINA4-Format, auf der Vorderseite die Worte "Stoff ohne Ende". Die Auflösung der zweifelsfrei im Raum stehenden Frage, um welchen Stoff es sich da wohl handeln möge, folgte beim Umblättern. Da stand nun: "Mit PagePlace haben Sie Lesestoff ohne Ende". Uff, machte sich da Erleichterung breit. Hatten wir doch fast befürchtet, eine getarnte Drogenlieferung in die Redaktion bekommen zu haben. Dabei handelte es sich nur um, ähem, Lesestoff. Doch die Telekom, die Betreiberin des digitalen Kiosks PagePlace, trieb es noch doller. Das Buch, stellte sich beim weiteren Blättern heraus, war gar kein richtiges Buch, denn von den Seiten war nur ein Rand übrig, der Rest ausgeschnitten. In diesem Hohlraum steckte ein weiteres Buch in Tablet-Form und Design. Auf den ersten Seiten ein bisschen Werbung und Bedienungsanleitung für PagePlace. Und der Rest weiße Seiten. Vermutlich zum Notieren von Wunschlisten. Noch mal zusammengefasst: Ein Buch, das gar kein Buch ist, aber dann wieder doch, soll uns dazu animieren, über einen digitalen Kiosk zu schreiben? Das ergibt so wenig Sinn, dass es auf Anhieb funktioniert hat.
Wer kennt diesen Mann?
Wie man mit fleißigem Essen in der Kantine ganz schnell Karriere machen kann, zeigte am Montag das RTL-Lifestyle-Magazin “extra” mit Birgit Schrowange (hier die Sendung bei rtlnow). Im Bestreben möglichst viele “Rach”-Zuschauer bei der Stange zu halten, machte “extra” mit dem Hammer-Thema Mittagessen auf. Und - Überraschung - die meisten Deutschen essen mittags am Arbeitsplatz. Als Paradebeispiel für ein Kantinen-Eldorado diente die Gruner + Jahr Zentrale in Hamburg. Zu Wort kam dann ein gewisser Jörg Kruse, laut “extra” Leiter der Unternehmenskommunikation bei G+J, der es sich bis zu 20 mal pro Monat in der Kantine schmecken lässt. Hallo? Haben wir da was verpasst? Wurde Claus-Peter Schrack, den wir bisher als Leiter der G+J-Kommunikation kannten, wegen beharrlicher Kantinen-Verweigerung hochkant gefeuert? Nein, nein - Herr Schrack ist noch im Amt. Der arme Jörg Kruse kann nix dafür, der arbeitet zwar auch in der G+J-Kommunikation - aber für Geo. Da haben die Kollegen von “extra” bei der Kantinen-Recherche nur etwas in den falschen Hals bekommen. Und in der Gruner-Kantine für neuen Gesprächsstoff gesorgt.
Schönes Wochenende!
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