Bertelsmann macht ernst: Auf der Hauptversammlung des Medienkonzerns wurde der bereits angekündigte Wechsel der Rechtsform von einer Aktiengesellschaft in eine SE & Co. KGaA beschlossen. Wirksam wird die Änderung allerdings erst mit der Eintragung ins Handelsregister. Mit der neuen Rechtsform ist es für den Konzern leichter, Fremdkapital einzusammeln, ohne dabei die Identität als familiengeführtes Unternehmen zu verlieren. Zudem zieht Hartmut Ostrowski in den Aufsichtsrat der künftigen SE & Co. KGaA ein.
Ostrowski gab erst Ende des vergangenen Jahres den Posten des Vorstandsvorsitzenden an Thomas Rabe ab. Neben den Ex-CEO wurden auch Werner Bauer, Nestlé-Generaldirektor und Mitglied der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (diese kontrolliert 100 Prozent der Stimmrechte in der Hauptversammlung), sowie der stellvertretende Konzernbetriebsratsvorsitzende Helmut Gettkant in den Aufsichtsrat der SE & Co. KGaA berufen. Durch die Berufung von Gettkant, gehören dem Kontrollgremium künftig fünf statt vier Arbeitnehmervertreter an.
Auf der Bilanz-Pressekonferenz vor wenigen Wochen, erklärte Rabe bereits, dass die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) eine verbreitete Rechtsform für Unternehmen mit familiengeprägter Eigentümerstruktur sei. Ziel der Umwandlung sei es, die Kontinuität des Unternehmens langfristig zu sichern. Man könnte auch sagen: den Einfluss der Familie Mohn auf das Unternehmen zu erhalten. Die Eigentumsverhältnisse an der Gesellschaft und die Struktur des Unternehmens blieben dabei unverändert. Auch für die Mitarbeiter ändere sich nichts.
Allerdings wäre es für den Konzern mit der neuen Rechtsform wohl möglich, leichter Fremdkapital für Wachstumsprojekte einzubinden. Denn Wachstum steht auch beim neuen Vorstandschef Thomas Rabe ganz oben auf der Agenda. "Vorrangiges Ziel ist es, das Unternehmen wachstumsstärker, digitaler und internationaler aufzustellen”, sagte er in Berlin.
Die Hauptversammlung hat sich zudem mit dem Jahr 2011 beschäftigt. Es ist für die Bertelsmänner erfreulich gelaufen. Die überragende RTL Group, die TV-Produktion, das stark wachsenden E-Book-Geschäft und der Service-Sektor wurden als Profitbringer hervorgehoben. Schlechter lief es in “einigen Druckbetrieben” sowie im Replikations- und Direktmarketinggeschäft. Unterm Strich blieben 612 Mio. Euro als Konzernergebnis. Dabei schlugen freilich 303 Mio. Euro an Wertberichtigungen und Restrukturierungsmaßnahmen negativ zu Buche.
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