Ein PR-Coup, der nach hinten losging: Am Mittwoch meldete die Dr. Wolff-Gruppe, dass man für die Marke Alpecin die Kooperation mit dem Radsport-Profi Jan Ullrich verlängern will und auf enge Zusammenarbeit setzt. Nur einen Tag später Ernüchterung: Das prominente Aushängeschild des Hersteller von Koffeeinshampoo (“Doping für die Haare”) warb, wurde vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen Dopings schuldig gesprochen. Der dritte Platz bei der Tour de France 2005 wurde Ullrich aberkannt.
Alpecin ist für sein Koffeeinshampoo bekannt, das Haarausfall vorbeugen soll. Zu Marketingzwecken engagiert sich die verantwortliche Dr. Wolff Gruppe im Breitensport, allen voran im Radsport. In einer Pressemitteilung vermeldete das Unternehmen am Mittwoch, dass am 12. August 2012 der erste "Alpecin Cycling Day 2012" stattfinden werde. Als langfristiger Botschafter dieser Veranstaltung und der Marke Alpecin hätte man Radsport-Legende Jan Ullrich gewinnen können, hieß es weiter.
Zur Zusammenarbeit schrieb das Unternehmen: “Dass Jan Ullrich als Botschafter und Mitfahrer dieser Veranstaltung fungiert, gibt dem Radsport-Event aus Sicht der Organisatoren einen ganz besonderen Stellenwert. Der 39-jährige kann auf eine lange Liste außergewöhnlicher sportlicher Erfolge zurückblicken.”
Eine lange Liste, die nun viele durchgestrichene Einträge enthält. Der Internationale Sportgerichtshof CAS erkannte Ullrich am Donnerstag den dritten Platz bei der Tour de France ab. Außerdem wurde der Radsport-Profi zu einer zweijährigen Sperre verurteilt - rückwirkend vom 22. August 2011. Darüber hinaus annullierten die Richter im französischen Lausanne sämtliche sportlichen Ergebnisse Ullrichs seit dem 1. Mai 2005. Dazu zählt auch sein Sieg bei der Tour de Suisse 2006.
Fast schon prophetisch formulierte der geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Wolff Gruppe Eduard Dörrenberg: "Sein Beispiel zeigt, dass es nicht immer nur bergauf geht, sondern dass man auch fallen kann. Dann heißt es wieder aufzustehen."
Vielen dürfte noch der ursprüngliche Slogan von Alpecin Koffeeinshampoo in den Ohren klingen: "Doping für die Haare". Damit eckte das Unternehmen schon während des Dopingskandals in der Tour de France 2006 an, behielt ihn aber noch lange Zeit bei.
Auf Anfrage erklärte eine Sprecherin der Dr. Wolff-Gruppe, dass es weiterhin bei einer dreijährigen Zusammenarbeit mit Ullrich bleiben werden. Anderweitige Äußerungen behält sich das Unternehmen allerdings vor.
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