Eins der Dinge, die Sky bzw. Premiere immer wieder vorgeworfen wurden, war der Mangel an Eigenproduktionen. Während Pay-TV in anderen Ländern mit Top-Serien, Shows und Filmen punktet, gab es hier nur eingekaufte Programme. Seit einiger Zeit baut Sky das eigene Material Stück für Stück aus: die Sport-Shows "Mein Stadion", "Sky90", "Samstag Live!" und nun auch das Casting "Sky Comedy Star(ter)s". Problem: Bis auf "Sky90" leiden alle unter massivem Zuschauermangel. Eine Bestandsaufnahme.
Vier große Eigenproduktionen laufen derzeit bei Sky: Die Bundesliga-Vorschau "Mein Stadion" am Freitagabend, die Sportshow "Samstag Live!" am Samstag, die Bundesliga-Diskussionsrunde "Sky90" am Sonntag und seit drei Wochen noch das Comedy-Casting "Sky Comedy Star(ter)s" in der Montags-Prime-Time. Zwar gibt es zusätzlich noch einige kleinere Programme wie "Kinopolis", das "Sky Magazin" und "Zapping", doch aufwändiger sind die vier erstgenannten Formate.
Besonders von "Samstag Live!" hatte sich der Pay-TV-Anbieter viel versprochen. 90 Minuten Sport in der Samstags-Prime-Time, eine Art frischeres "Sportstudio", für das man sogar Oliver Pocher verpflichtet hat, der sich zusammen mit Jessica Kastrop mit dem anderen Moderationsduo Shary Reeves und Thomas Pommer abwechselt. Ob sich die Pocher-Investition gelohnt hat, ist allerdings fraglich. Zwar liegen die Pocher-Sendungen quotenmäßig tendenziell über denen des anderen Moderationsteams, doch insgesamt befindet sich "Samstag Live!" auf einem recht schwachen Niveau. 50.000 Leute sahen im Durchschnitt seit dem Saisonstart zu - ein unschöner Marktanteil von 0,2%. Bei den 14- bis 49-Jährigen reichen 20.000 auch nur für 0,2%. Gerade im Hinblick auf die Vermarktung sind das keine Zahlen, die potenzielle Werbekunden vom Hocker reißen.
Noch erfolgloser ist bisher die Bundesliga-Vorschau "Mein Stadion" mit Ulli Potofski und Esther Sedlaczek. Ganze 10.000 Zuschauer fanden die Sendungen der bisherigen Saison im Durchschnitt - ein Marktanteil von 0,0%. Allerdings: Seit dem Start der Rückrunde gibt es hier eine klare Aufwärtstendenz: Auf dem neuen Sendeplatz am späten Freitagabend läuft es deutlich besser als auf dem bisherigen am Donnerstagvorabend. Die beiden Freitags-Shows kamen bisher auf durchschnittlich 50.000 Zuschauer und 0,2%, darunter 30.000 14- bis 49-Jährige und 0,3%. Zwar sind auch das noch keine Top-Zahlen, doch eine positive Tendenz ist erst einmal zu erkennen.
Der Hit unter den drei Sky-Sportshows ist aber eindeutig die Diskussionsrunde "Sky90". Mit durchschnittlich 160.000 Zuschauern in der laufenden Saison erzielte sie einen Marktanteil von 0,5%, am ersten Spieltag stiegen die Werte sogar bis auf 330.000 und 1,1%. Bei den 14- bis 49-Jährigen reichen die 80.000 Seher im Saison-Durchschnitt für 0,6%. Natürlich hat "Sky90" den großen Vorteil, dass die Sendung im direkten Anschluss an das meist sehr quotenstarke sonntägliche 17.30-Uhr-Bundesligaspiel läuft und viele Fans mit hinüber rettet. Dennoch zeigt sich angesichts der guten Zahlen, dass neben dem Sport1-"Doppelpass" offenbar Platz für mehr Fußball-Diskussion ist.
Der größte Flop unter den aktuellen Sky-Eigenproduktionen ist Désirée Nicks "Sky Comedy Star(ter)s". Mit der Comedian-Talentsuche wollte Sky auf den Casting-Zug aufspringen, scheitert aber von Woche zu Woche furios. Die beiden ersten Ausgaben der Sendung hatten laut GfK 0,00 Mio. Zuschauer und einen Marktanteil von 0,0%. Folge 3 kam in dieser Woche aufgerundet immerhin auf 0,01 Mio., aber ebenfalls auf einen Marktanteil von 0,0%. Unter dem Strich bleiben im Durchschnitt die Nuller-Werte 0,00 Mio. und 0,0% stehen. Für eine Eigenproduktion ein absolutes Desaster, von Vermarktbarkeit braucht man hier gar nicht erst zu sprechen.
Für die Sky-Abonnenten bleibt zu hoffen, dass sich der Anbieter nicht von den meist schwachen Zahlen davon abhalten lässt, weiter mit Eigenproduktionen zu experimentieren. Und vielleicht wagt er sich dabei ja auch mal an eine potenziell quotenstärkere Fiction-Serie heran - und nicht nur an Shows.
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