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  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Sohn des Jahres

    Konstantin Neven DuMont

    Konstantin Neven DuMont, hat sich das wirklich gelohnt? Aber Sie können wahrscheinlich einfach nicht aus Ihrer Haut. Aus dem Trubel um die wirren bis irren Selbstgespräche von erfundenen Kommentatoren-Persönlichkeiten im Blog von Stefan Niggemeier, die angeblich alle von Ihnen stammen, hat sich eine echte Verlags- und Familienkrise entwickelt. Für das neue Jahr haben Sie ein Webportal und eine TV-Sendung mit sich selbst angekündigt. Niemand scheint Sie aufhalten zu können.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Programmierer des Jahres

    Andreas Bartl

    Andreas Bartl, wie kriegen Sie das eigentlich immer hin? Erst haben Sie als Geschäftsführer ProSieben aus dem Loch geholt, dann sind Sie zum Vorstand fürs deutsche Free-TV-Geschäft von ProSiebenSat.1 aufgestiegen. Und dieses Jahr haben Sie sich dann selbst auch noch zum Chef von Sat.1 gemacht. Gerade so wie sich Günther Netzer als Spieler selbst eingewechselt hat, weil er gebraucht wurde. Und auch Sie wurden gebraucht. Sat.1 steht wieder einigermaßen gut da. Mit der "Wanderhure" und den "Säulen der Erde" gab es zwei Riesen-Zuschauerhits, das Programm ist entrümpelt und Oliver Pocher werden Sie kommendes Jahr vermutlich auch noch los, dafür kommt Harald Schmidt zurück. Ein guter Tausch.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Tropf des Jahres

    Helmut Hoffer von Ankershoffen

    Helmut Hoffer von Ankershoffen, haben Sie das nicht kommen sehen? Sie mussten doch wissen, dass auf dem WePad bzw. WeTab so gut wie nichts funktioniert, dass die Liefertermine nicht haltbar waren, dass es auffliegen würde, wenn man bei Amazon unter falschen Namen Jubel-Bewertungen für das eigene Gurken-Produkt reinschreibt. Und dann bekamen Sie von Richard Gutjahr auch noch das Etikett "WeDepp" angepappt. Nein, 2010 war definitiv NICHT Ihr Jahr.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Enthüller der Jahres

    Julian Assange

    Julian Assange, als Wikileaks-Chef haben Sie so Ihre Probleme mit Schwedinnen und der US-Regierung. Vielleicht sind Sie sogar ein egomanischer, selbstherrlicher Typ und ein bisschen größenwahnsinnig dazu, wie manche meinen. Aber eines muss man mal festhalten: Sie haben Mumm! Sich mit den USA und der halben Welt anzulegen und trotzdem immer weiter zu machen - dazu gehört Chuzpe. Weiter so! Wir jedenfalls sind gespannt auf die nächsten Wikileaks-Stories. Wie wär's mal mit Enthüllungen über die Medienbranche - da wäre was los! 

     



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Orakel des Jahres

    Krake Paul

    Krake Paul, jetzt wohnen Sie im Kraken-Himmel. Aber während der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika haben Sie uns die wunderbarsten Gaga-Momente beschert. Auf die Idee, einen wirbellosen Gesellen als Muschel-Orakel einzusetzen, darauf muss man erst einmal kommen. Und mit welcher Würde Sie den Job dann erledigt haben! Bei der nächsten EM und WM wird es bestimmt einige Nachahmer geben - aber Sie, Paul, bleiben unerreicht.

     



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Rentner des Jahres

    Helmut Markwort

    Helmut Markwort, ganz leicht war es offenbar nicht, Sie in den Ruhestand zu bugsieren. Unter Zuhilfenahme eines Operationsbestecks wurden Sie dann aber doch noch halbwegs friedlich vom Chefsessel des Focus entfernt und haben Platz gemacht für ihren Nachfolger Wolfram Weimer. Seitdem, seien wir mal ehrlich, wirkt der Focus schon ein bisschen frischer. Aber Sie haben ja auch so genug zu tun, haben den Tod im "Jedermann" gespielt, haben die Toten-Community stayalive.de mitgegründet. Und beim Bayerischen Rundfunk moderieren sie im Dritten ja auch noch ihren "Stammtisch". Eigentlich schade, dass es mit der Moderation von "Talk im Turm" bei Sat.1 nun doch nichts wird. Wir hätten das gut gefunden...



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Heiland des Jahres

    Günther Jauch

    Günther Jauch, spüren Sie ihn schon? Den Druck? Ihre Vorgängerin Anne Will hat sich im Spiegel-Interview fast erleichtert gezeigt, dass sie den unmenschlichen Druck des Sonntagabend-Sendeplatzes nun bald los ist. Dafür müssen Sie nun ran. Günther Jauch, der angekündigte Heiland der ARD, für den die Beckmann-Maischberger-Will-Plasberg-Karawane in Bewegung gesetzt wurde. Aber natürlich sind Sie souverän genug, mit dem Druck umzugehen. Ob Ihre Sendung ein Erfolg wird, wie es mit Ihrem RTL-Engagement weitergehen wird und was die Gremien-Gremlins der ARD dazu sagen - das wird eines der großen Medienthemen im kommenden Jahr werden.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Netzer des Jahres

    Günther Netzer

    Günther Netzer, Sie sind eine Kategorie für sich. Während der Fußball-WM in Südafrika haben Sie zum letzten Mal mit Ihrem kongenialen Stichwortgeber Gerhard Delling kommentiert und analysiert, und man hat ihnen manche Träne nachgeweint. Wir müssen zugeben: zu Recht! Sie sind nicht zu ersetzen. Weder Kahn, noch Scholl, noch Kloppo haben Ihr Format und Ihren vollendeten Stil. Dass Sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Kunst so einfach ausklinken, zeigt einmal mehr Ihr grandioses Gespür für Timing. Wollen Sie nicht vielleicht doch bei der nächsten EM nicht so ein bisschen kommentieren? So ein klitzekleines bisschen? Bitte!



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Erfolgsmensch des Jahres

    Stefan Raab

    Stefan Raab, werden Sie jetzt eigentlich größenwahnsinnig? Grand Prix gerettet, also den Eurovision Song Contest, wie das "jetzt" neumodisch heißt. ARD gerettet. Deutsche Pop-Kultur gerettet. Mehrere Fernsehpreise kassiert. Witzige Gegendarstellung im Focus platziert ("Hierzu stelle ich fest, dass es sich nicht um mein Mettbrötchen handelt."). Ja, was denn noch!? Bei Ihrer Dankesrede auf dem Deutschen Fernsehpreis haben Sie angekündigt, jetzt an einem grandiosen Flop zu arbeiten. Wir sind gespannt.

     



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Versprecher des Jahres

    Steffen Seibert

    Steffen Seibert, Nachrichtensprecher und Regierungssprecher sind schon ganz verschiedene Welten. Wer hätte das gedacht? Die FAZ hat Sie schon als "Regierungsversprecher" verspottet, weil Sie sich ein ums andere Mal öffentlich korrigieren mussten. Einmal musste eine Aussage zur Deutschen Bank gleich doppelt nachgebessert werden. Ein anderes mal hatten Sie vergessen, die kritische Position von Außenminister Westerwelle zur Reform des Stabilitätspakts zu erwähnen. Im Politik-Betrieb wirkten Sie in diesem Jahr noch ein bisschen wie ein Fremdkörper. Aber dass es Ihnen noch ein wenig an der Teflon-Geschmeidigkeit professioneller Sprachrohr-Typen mangelt, hat ja auch eine sympathische Komponente. Und Westerwelle ist vielleicht ja eh bald weg...



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Verlierer des Jahres

    Johannes B. Kerner

    Johannes B. Kerner, Sie haben 2010 Zuschauer verloren und Image-Werte. Der Wechsel vom ZDF zu Sat.1 war kein Erfolg. Ihre Sendung wurde bereits in die späten Nachtstunden verschoben. Ihr Glück ist, dass es mit der Show des anderen Sat.1-Neuzugangs Oliver Pocher noch schlechter läuft, so dass Sie noch ein wenig Schonfrist haben. Außerdem hat man bei Sat.1 vielleicht die Hoffnung, doch noch ein Format zu finden, das sowohl zu Ihnen als auch zum Sender passt. Man weiß ja nie.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Ehefrau des Jahres

    Stephanie zu Guttenberg

    Stephanie zu Guttenberg, Sie schauen fesch aus und können gut reden. Und Sie sind die Frau des schneidigen Verteidigungsministers. Dies und Ihre fehlenden Berührungsängste mit Boulevardmedien, vor allem der Bild-Zeitung, machten Sie zu einem Medien-Darling in 2010. Es gab aber auch massive Kritik an Ihrer RTL-II-Show "Tatort Internet". Wir sind trotzdem sicher: Sie und Ihr Mann werden uns als Medien-Polit-Power-Paar auch 2011 erhalten bleiben.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Beinahe-Verleger des Jahres

    Stefan Aust

    Stefan Aust, mit dem Magazin Die Woche hat es nicht geklappt, aber wenigstens mit einem eigenen Fernsehsender. Zusammen mit Torsten Rossmann haben Sie den angeschlagenen Nachrichtenkanal N24 vom Grabbeltisch der ProSiebenSat.1 Media AG übernommen. Jetzt müssen Sie aus dem Flugzeugträger- und Brückenbau-Doku-Sender wieder einen halbwegs seriösen News-Kanal machen und damit auch noch Geld verdienen. Gar nicht mal so einfach. Wir hätten es lieber gesehen, wenn Sie für Springer und die WAZ Ihr Print-Magazin Die Woche hätten machen können - das wäre womöglich das spannendere Projekt gewesen.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    TV-Dino des Jahres

    Thomas Gottschalk

    Thomas Gottschalk, Sie sind dieses Jahr 60 Jahre alt geworden und wir hatten Ihnen bei dieser Gelegenheit ein bisschen uncharmant empfohlen, doch jetzt endlich in Rente zu gehen. Bei dem dramatischen Unfall während der letzten "Wetten dass..?"-Sendung des Jahres haben Sie aber besonnen reagiert, die Sendung sofort abgebrochen und gezeigt, dass Sie einer der wenigen wirklich souveränen TV-Menschen sind. Wir ziehen unsere Renten-Forderung also hiermit zurück. Sie hätten sich ja eh nicht daran gehalten.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Verleger-Schreck des Jahres

    Steve Jobs

    Steve Jobs, war es wirklich erst im Januar, dass sie das iPad vorgestellt haben? Es kommt uns gerade so vor, als gebe es das iPad schon seit Jahren. Gleichzeitig haben Sie mit iAds ein eigenes Anzeigensystem gestartet, mit Ping ein Soziales Netzwerk gegründet, Apple TV zu einer Set-Top-Box fürs Fernsehen umgebaut und helfen Medien-Mogul Rupert Murdoch nun auch noch bei seiner iPad-Zeitung The Daily, die im Januar 2011 starten soll. Apple wird immer stärker zu einem Spieler im Medien-Business. Und nicht jeder Verleger wird abends im stillen Kämmerlein dem lieben Gott für das iPad danken, wie es Springer-Chef Döpfner ironisch gefordert hat. Mancher dürfte Sie auch verfluchen.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Sozialist des Jahres

    Mark Zuckerberg

     

     

     

    Mark Zuckerberg, dieses Jahr hat David Fincher sogar einen Film über Sie gedreht und Sie wurden Person of the Year beim Time-Magazine. Ein eigener Hollywood-Film, das ist der endgültige Eintrag im großen Buch der Zeitgeschichte - selbst wenn Sie in dem Film als Miesepeter rüberkommen. Facebook ist in aller Munde und könnte eines Tages vielleicht sogar Google den Rang ablaufen. Was Facebook für andere Firmen so gefährlich und unberechenbar macht, ist diese undefinierbare, sich ständig wandelnde Struktur. Facebook ist ein Nachrichtensystem, Fotoalbum, Spiele-Center, Marketing-Instrument und vieles mehr. 2010 war das Jahr, in dem Facebook in Deutschland der hiesigen Konkurrenz von den VZ-Netzwerken und Wer-kennt-wen.de den Rang abgelaufen hat. Der Siegeszug des Über-Netzes dürfte weitergehen.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Die Verlegerin des Jahres

    Yvonne Bauer

    Yvonne Bauer, jetzt sind Sie also die unumschränkte Herrscherin bei Bauer Media. Ihr Vater hat Sie zur Verlegerin gekürt. Mehr geht nicht. Aber warum schauen Sie denn so streng auf den Fotos von der jüngsten Pressekonferenz? Ihr Haus macht nach wie vor einen Riesen-Umsatz und die Medienkrise ist am Verlag so ziemlich abgeprallt. Ein paar Baustellen gibt es freilich. Größere strategische Anstrengungen, die Internet-Herausforderung wirklich anzunehmen, kann man nicht erkennen, und auch ein klares Bekenntnis zum Qualitäts-Journalismus wäre vielleicht mal ganz nett. Die Vor-Weihnachtszeit ist ja auch die Zeit der Wünsche...



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Manager der Jahres

    Mathias Döpfner

    Mathias Döpfner, als Axel-Springer-Chef haben Sie durchaus Grund für Ihr großes Selbstbewusstsein. Ihr Haus steuert in diesem Jahr auf eine Rekord-Bilanz zu. Medienkrise? Für Springer offenbar ein Fremdwort. Die Bild-Maschine läuft wie geschmiert, die Online-Marktplätze verdienen Geld und der Verlag experimentiert an allen Ecken und Enden mit Apps, Freemium-Angeboten und alternativen Erlösmodellen. Axel Springer ist das wahrscheinlich am besten gemanagte Medienhaus Deutschlands. Auch wenn Sie sich manchmal Kritik für die Projekte des Hauses anhören müssen, berechtigte und unberechtigte, bei Springer tut sich immerhin was. Und Sie brechen bei jeder Gelegenheit eine Lanze für unabhängigen Qualitätsjournalismus. Das kann man nicht von jedem Medienmanager behaupten.



  • Die Medienköpfe des Jahres 2010

    Angeklagter des Jahres

    Jörg Kachelmann

    Jörg Kachelmann, als ehemaliger ARD-Wettermoderator, der beschuldigt wird, seine Ex-Geliebte vergewaltigt zu haben, stehen Sie im Mittelpunkt des Prozesses des Jahres. Bei dem Verfahren geht es längst um mehr als um die Frage, was zwischen zwei Menschen in einer verhängnisvollen Nacht geschah. Der Prozess ist längst auch eine Geschichte darüber, dass es eine allgemeingültige Wahrheit nicht gibt und ein Medien- und Gerichtskrimi mit immer neuen Wendungen und Facetten. Dass Ihr Verteidiger Johann Schwenn eine Hausdurchsuchung in den Redaktionen von Focus und Bunte forderte, war wahrscheinlich nur der vorläufige Höhepunkt. Der Prozess wird mindestens noch bis März nächstes Jahr dauern. Da wird noch viel passieren und ans Tageslicht kommen.



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