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  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Krisenmanager des Jahres

    Bernd Buchholz
    Er hat die Liegestühle vom Sonnendeck geräumt und die Ärmel hochgekrempelt. Der streitbare Gruner + Jahr Vorstandschef Bernd Buchholz geht mit Macht daran, Europas größtes Zeitschriftenhaus neu aufzustellen. Kritiker meinen, er habe weder Visionen noch Fingerspitzengefühl. Andere bescheinigen ihm Durchsetzungskraft und Kampfgeist. Ob Buchholz am Ende der Umbauarbeiten als Sieger oder Verlierer dastehen wird, könnte sich schon im nächsten Jahr zeigen.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Startup-Unternehmer des Jahres

    Stefan Aust
    Dass einer wie Stefan Aust keine Ruhe geben und einfach nur noch Pferde züchten kann, war eigentlich klar. Trotzdem überraschend, auf wie vielen Hochzeiten der ehemalige „Spiegel“-Chef gleichzeitig tanzt. Für die WAZ entwickelt er ein Zeitschriftenprojekt, das irgendwo zwischen „stern“ und „Spiegel“ angesiedelt sein soll oder auch nicht. Für Sat.1 moderierte er mit Sabine Christiansen zusammen die „Wahl Arena“. Außerdem sitzt er an Buch- und TV-Projekten.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Kassenwart des Jahres

    Rupert Murdoch
    Rupert Murdoch, wahlweise auch bekannt als „der Mogul“, „der Alte“ oder „der Hai“ hat sich zum weltweiten Propheten des Paid-Content aufgeschwungen. Bis zum Sommer 2010 will er alle seine Zeitungs-Websites kostenpflichtig machen. Das ist nicht nur mutig, sondern auch eine bemerkenswerte strategische Kehrtwende. Kurz nachdem er das „Wall Street Journal“ übernommen hatte, wollte er dessen erfolgreiches Online-Bezahlmodell noch kippen. Nach dem Motto „Was stört mich mein Geschwätz von gestern“, geht es nun mit Volldampf anders herum. Mal sehen, was er nächsten Sommer sagt.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Blogger des Jahres

    Kai Diekmann
    Kaum gestartet, schon war Kai Diekmanns 100-Tage-Weblog eines der am heißesten diskutierten Themen der Branche. Egal ob Diekmann einen gewissen Anwalt aus Berlin mit ätzender Ironie vorführt oder Gossen-Goethe Franz Josef Wagner mitten in der Nacht in seiner Wohnung mit Videokamera behelligt - Diekmanns Blog ist eine beeindruckende Tour de Force. Kein Wunder, dass der „Bild“-Chef dieses Tempo nur 100 Tage durchhält - er hat schließlich auch noch einen Daytime-Job.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Heldin des Jahres

    Katarzyna Mol

    Bei Gruner + Jahr dürfte man ihr den roten Teppich ausgerollt haben, als die Verlagsmanagerin von „Emotion“ mit dem Vorschlag um die Ecke kam, das Blatt selbst zu kaufen. Sie habe keine Lust mehr gehabt, zu zittern, ob die Zeitschrift im Konzern überlebt, sagte Katarzyna Mol der „Süddeutschen“.  Die Neu-Verlegerin bewies damit mehr Mut als mancher gestandene Verlagsmann. Sollte sie Erfolg haben, wäre das ein Indiz dafür, das viele Zeitschriftenkonzepte heutzutage nur noch außerhalb von Konzernmauern gedeihen.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Opfer des Jahres

    Nikolaus Brender

    Der scheidende ZDF-Chefredakteur ist der parteipolitischen Willkür des von CDU/CSU dominierten ZDF-Verwaltungsrates zum Opfer gefallen. Dabei wurde immer gerne vergessen, dass der eigentliche Skandal nicht Brenders Demontage ist, sondern das System, das den Parteipolitikern so viel Durchgriffsmacht in einem Fernsehsender gibt. Jetzt wird Brender auch noch vom „Medium Magazin“ zum Journalisten des Jahres gekürt. Die Branche hat nun einen schnauzbärtigen Schutzpatron.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Kronprinzessin des Jahres

    Yvonne Bauer

    Es war einmal ein Verleger, der hatte vier Töchterlein... so könnte das Märchen vom Aufstieg der Yvonne Bauer zur neuen Verlegerin beginnen. Ist aber kein Märchen. Verleger Heinz Bauer hat sich offenbar entschieden und seiner Tochter Yvonne die Hauptmacht im Reich der bunten Blättchen übergeben.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Junior-Chef des Jahres

    Konstantin Neven DuMont

    So ganz langsam wächst er aus dem Schatten des Herrn Papa heraus. Es ist nicht leicht, wenn man der Sohn von Alfred Neven DuMont ist und sich in dessen großen Fußstapfen manchmal ein bisschen verloren vorkommt. Die DuMonts haben mit „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Express“, „Mitteldeutscher Zeitung“, „Frankfurter Rundschau“, „Berliner Zeitung“, „Berliner Kurier“ und „Hamburger Morgenpost“ etwas zusammengekauft, das man wohl Zeitungs-Imperium nennen kann. Jetzt hat der junge DuMont den undankbaren Job, den Laden mitten im Medien-Umbruch und in der Wirtschaftskrise zusammenzuhalten. Aber man wächst ja an mit seinen Aufgaben.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Sohn des Jahres

    Jakob Augstein

    Da hat Jakob Augstein, Sohn von „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein, die sieche Wochenzeitung „Freitag“ übernommen und ihr neues Leben eingehaucht, schon lässt er in einem Artikel en passant fallen, dass er in Wahrheit der leibliche Sohn des Schriftstellers Martin Walser ist. Die Branche war durch die Nachricht kurzzeitig elektrisiert. Auch die Medien-Menschen sind eben klatschsüchtig und interessante neue Familienbande sind das allemal. Jakob Augstein wäre zu wünschen, dass er 2010 mit seinem „Freitag“ genauso viel Aufmerksamkeit bekommt, wie für seine familiäre Enthüllung.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Höllenjobber des Jahres

    Thomas Ebeling
    Der Mann mit dem wahrscheinlich undankbarsten Job der Branche ist ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling. Die Schulden drücken, die Werbung will nicht recht anlaufen. Der Sender Sat.1 kommt trotz enormer Investitionen (Kerner, Pocher, Fußball) nicht recht auf die Füße, N24 macht Bilanz-Kummer. Und für seine mutigen, ehrlichen, aber wohl doch ein bisschen zu offenen Worte zu N24 wird er nun auch von allen Seiten geprügelt. 2010 kann es für ihn eigentlich nur besser laufen. 

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Dschungel-Omi des Jahres

    Ingrid van Bergen

    Seltsam diese Dschungel-Show. Während die Menschenwürde bei aktuellen Quotenrennern wie „Bauer sucht Frau“ mit Gummistiefeln getreten wird, hat Anfang des Jahres ausgerechnet das Trash-Format „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“ ausrangiertem Show-Personal so etwas wie Würde zurückgegeben. Wie die gealterte Ingrid van Bergen als Dschungel-Oma die Zuschauer begeisterte und herzhaft alles auffutterte, was die Ekel-Küche der Show an Roh-Ware so zu bieten hatte, das war schon eine Schau. Ebenso „Faultier“ Günther Kaufmann in der Hängematte. Und im Gegensatz zu den armen Würstchen bei „Bauer sucht Frau“ oder „Schwiegertochter gesucht“ wussten die Dschungel-Insassen worauf sie sich da einlassen. Schade, dass RTL die Dschungel-Show 2010 gestrichen hat.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Aufräumer des Jahres

    Philipp Welte

    Wann immer eine griffige Management-Formel anzubringen war, war er 2009 zur Stelle: Philipp Welte. Er kam als verlorener Sohn von Axel Springer zurück zu Burda führte den CHANGE auf den Lippen und machte sich mit unbändiger Energie ans Aufräumen. Kaum ein Medienmann war im auslaufenden Jahr so umtriebig wie Welte. Wenn nun im nächsten Jahr Helmut Markwort aus dem Burda-Vorstand ausscheidet, kann Welte endlich walten, wie er will.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Umsteiger des Jahres

    Wolfgang Büchner

    Hatten wir eben noch Thomas Ebeling als den Mann mit dem größten Höllenjob bezeichnet? Nun, er hier ist auch nicht unbedingt zu beneiden. Wolfgang Büchner hat den Job als „Spiegel Online“-Chefredakteur gegen den Chefsessel bei der dpa eingetauscht. Er ist angetreten mit der Mission, die Agentur zu modernisieren und ins digitale Zeitalter hinüberzuführen. Bei einem so alten und eingefahrenen Laden wie der dpa ist das kein Spaziergang. Zumal mit der Allianz aus ddp und AP eine mächtige neue Konkurrenz das Spielfeld betritt. 2010 für für die dpa ein Jahr der Entscheidung.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Bellheim des Jahres

    Dieter von Holtzbrinck

    Dass das Medienjahr 2009 arm an Überraschungen war, kann man nicht behaupten. Alt-Verleger Dieter von Holtzbrinck meldete sich überraschend auf der Bühne zurück und holte die Vorzeige-Print-Objekte „Handelsblatt“, „WirtschaftsWoche“, „Tagesspiegel“ und die Hälfte der „Zeit“ zu sich zurück. Sein Halbbruder Stefan von Holtzbrinck war mit allzu optimistischen Online-Plänen nicht allzu weit gekommen und war dankbar, dass der Ältere die Titel zurücknahm und ihn dadurch von Zahlungsverpflichtungen befreite. Die Redaktionen jubelten, nur um kurze Zeit später zu merken, dass auch Dieter von Holtzbrinck ums Sparen nicht herum kommt.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    PR-Mann des Jahres

    Claus Strunz

    Seit er im Herbst 2008 das „Hamburger Abendblatt“ übernommen hat, kommt er aus dem Jubilieren und Tirilieren gar nicht mehr heraus. Egal ob seine Abendblatt3.0-Initative oder die berüchtigten, volltönenden Motivations-Emails, die er freitags an Mitarbeiter zu senden pflegt. Vielleicht nähert sich 2010 ja die Auflagenkurve beim „Abendblatt“ der Stimmungs-kurve des Chefredakteurs an. Für die Zeitung wär‘s gut.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Langweiler des Jahres

    Johannes B. Kerner

    Johannes B. Kerner im Pech könnte man sagen. Muss man aber nicht. Denn mit Pech hat es nicht unbedingt zu tun, dass seine neuen Sat.1-Shows bisher hundsmiserabel laufen. Die Sendungen sind schlicht langweilig und schlecht gemacht. Das ZDF mag Kerner nicht vermissen, Kerner fehlt das ZDF aber sehr wohl. Man darf im kommenden Jahr beobachten, wie gut die Nerven der Sat.1-Chefs wirklich sind. Mit dem Zweiten sah er besser aus. 

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Hoffnungsträger des Jahres

    Wolfram Weimer

    Wolfram Weimer gehört zu den Gewinnern des Jahres, auch wenn er seinen neuen Job als „Focus“-Chef erst 2010 antritt. An ihn knüpfen Verlag und vielleicht auch die Redaktion die Hoffnung, dass er wieder frischen Wind und Relevanz ins doch arg angestaubte Fakten-Blatt von Helmut Markwort bläst. Für Weimer ist der Job die Rückkehr in die publizistische Bundesliga, auch wenn sein neuer „Focus“-Verein dort nicht mehr ganz an der Spitze mitspielt. Für einen Trainer kann das eine ganz schöne Aufgabe sein.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Zauderer des Jahres

    Jörg Pilawa

    Geht er oder geht er nicht? Kaum ein Unterhaltungsstar hat seine potenziellen Arbeitgeber bzw. Ex-Arbeitgeber jemals so lange im Ungewissen gelassen wie Jörg Pilawa. Der Kerner der ARD wechselt nächstes Jahr zum ZDF als, was sonst, Kerner-Ersatz. Der Übergang dürfte ähnlich reibungslos über die Bühne gehen wie Pilawa jedes Format wegmoderiert.

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Häftling des Jahres

    Aleksander Ruzicka

    Fast schon wieder vergessen: Der ehemalige Aegis Manager und einstige schillernde Star (Großwildjagd, Villa mit Diener) der Media-Branche wird das nächste Jahr hinter Gittern verbringen. Und die kommenden Jahre auch. Das Landgericht Wiesbaden hat nach einem wahren Mammutprozess Aleksander Ruzicka zu elf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, wegen schwerer Untreue in 68 Fällen. 

  • Die Medienköpfe des Jahres 2009

    Phantom des Jahres

    Doris Heinze

    Es wäre der Stoff für einen besseren ARD-Fernsehfilm. Der Fall der Fernsehspielchefin Doris Heinze, die locker flockig sich selbst und ihrem Mann Drehbuch-Aufträge zuschanzte. Für sich selbst wählte sie dabei das klangvolle Pseudonym Marie Funder. Und wieder werfen alle Verantwortlichen im öffentlich-rechtlichen System die Hände in den Himmel und beteuern, dass keiner was wusste und man jetzt aber wirklich eine Kommission oder einen Beuaftragen oder irgendwas einsetzt, die das Ganze brutalst möglich aufklärt wird und so weiter und so fort. Nächstes Jahr gibt‘s wieder neue Skandale im öffentlichen Rundfunk, wetten?

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