Amazon hat für seine neuen Kindle Fire Tablets einen interessanten Service in den USA gestartet: Free Time. Dahinter verbirgt sich eine Art Flatrate für kindgerechte digitale Inhalte. Amazon stellt eine Auswahl an Filmen, Büchern, Spielen und sonstigen Apps für Kinder zwischen drei und acht Jahren zur Verfügung - von Angry Birds bis zur “Sesamstraße”. Eltern bekommen dazu einfache Möglichkeiten an die Hand, die digitale Mediennutzung des Nachwuchses zu kontrollieren.
Für jedes Kind, das Free Time nutzt, wird ein eigenes Konto auf dem Kindle Fire angelegt. Bewegt sich das Kind in der Free-Time-Umgebung, schaltet die Hintergrundfarbe des Tablets von schwarz auf blau um, damit Eltern auch von weiter weg mit einem Blick sehen können, dass tatsächlich Free Time aktiviert ist. Eltern können außerdem genau festlegen, wie lange Free Time am Tag aktiviert sein darf und wieviel Zeit für welche Art von Aktivität zur Verfügung steht usw. So könnte man beispielsweise festlegen, dass ein Kind nur eine Stunde pro Tag mit dem Tablet spielen darf, die Lesezeit aber unbegrenzt ist.
Die Inhalte stammen von Kooperationspartnern wie Disney, Nickelodeon oder Marvel Comics. Man kann Free Time für ein Kind für 4,99 Dollar pro Monat abonnieren. Ein Konto für bis zu sechs Kinder kostet 9,99 Dollar. Wer bereits Amazon Prime Kunde ist, zahlt für ein Kind 2,99, für bis zu sechs Kinder 6,99 Dollar. Amazon Prime kostet in den USA zusätzlich 79 Dollar pro Jahr, dafür zahlt man keinerlei Versandkosten und bekommt eine umfangreiche Bibliothek an Medien-Inhalten via Streaming sowie eine gratis E-Book-Ausleihe.
Bisher ist Free Time nur in den USA erhältlich. Deutsche Kindle-Fire-Kunden können nur auf die bisherige Eltern-Kontrolle zurückgreifen. Dabei muss man von Hand einzelne Inhalte auf dem Kindle Fire als “kindgerecht” markieren. Generell ist die Idee von Amazon, eine Art narrensichere Kinder-Flatrate einzuführen, gut. Vor allem in Verbindung mit den diversen Zeitlimits, die man setzen kann. Die Kontrolle des digitalen Medienkonsums stellt nämlich viele Eltern heute vor beträchtliche Herausforderungen.
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Bei Gruner + Jahrs Geo experimentiert man jetzt neuerdings mit der digitalen Umverpackung von Inhalten. Ab sofort werden Bündel von thematisch sortierten Geschichten aus Geo und Geo Epoche als E-Book angeboten. Auch einzelne Geo-Reportagen werden als so genannte E-Book-“Singles” vermarktet. Die Themen-Pakete und Singles werden auf den gängigen E-Book-Plattformen,also u.a. bei Amazon und Apples iBook-Store zu Preisen zwischen 99 Cent und 7,99 Euro angeboten.
Vielleicht wurden die Leute bei Geo ja inspiriert von der Erfolgsgeschichte von “Little Crow”. In den USA veröffentlichte die einst von der Pleite bedrohte Zeitung Minneapolis Star-Tribune eine fundiert recherchierte und toll geschrieben Artikelserie zum Krieg der US-Einwanderer gegen die Dakota-Indianer als E-Book und landete damit einen Überraschungs-Hit. Moment mal - gut recherchierte Geschichten und toll geschriebene Reportagen haben wir doch auch, könnte man sich da bei Geo gedacht haben …
Und so erscheinen nun Geo-Artikelsammlungen wie die Porträt-Reihe "Irre Typen - Von Menschen, die sehr weit gehen", "Wilde Gesellen: 13 Expeditionen in die Welt der Tiere", "Verrückte Vögel: Geschichten vom großen Flattern" oder "Gesundheit: Was die Medizin so alles kann" als E-Book-Sammlungen. Das erste E-Book von Geo Epoche heißt "Die großen Katastrophen" und sammelt acht historische Reportagen, die dramatische Ereignisse der Geschichte rekonstruieren. Weitere E-Books von Geo-Epoche sind: "Die großen Entdecker" und "Gangster, Mörder, Attentäter". Klingt nach Lesestoff für eine lange Zugfahrt …
Einzelne Reportagen, wie etwa "Ernährung: Was essen wir morgen?", gibt es zum schmalen Preis von 99 Cent. Die Idee, die hochwertigen Geo-Inhalte auf diese Art digital wiederzuverwerten, weist absolut in die richtige Richtung. Es handelt sich um meist zeitlose Inhalte und der Erfolg gerade von Geo Epoche (ein Heft kostet ohne DVD satte 9,50 Euro!) zeigt, dass es einen Markt für solche Texte gibt. Diese nun auch thematisch gebündelt als E-Books anzubieten, ist nur folgerichtig.
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Das US-Blog GigaOM erzählt eine interessante Gesichte von einer Norwegerin, die auf ihre kompletten Kindle E-Books, die regulär bei Amazon gekauft wurden, nicht mehr zugreifen konnte. Warum Amazon der Kundin den Zugriff auf die E-Books blockiert hat, ist nicht geklärt. Die Tatsache, dass solch ein Fall aber wieder einmal aufgetreten ist, erinnert daran, dass man E-Books nicht “kauft”, sondern lediglich Nutzungsrechte erwirbt. Ein gravierender Nachteil für die Verbraucher.
Der Fall der Norwegerin Linn Jordet Nygaard ist dabei schon ein bisschen kompliziert. Sie besaß einen Amazon Kindle, den sie von Norwegen aus benutzte, aber mit einem Kindle-Konto bei Amazon UK in Großbritannien verknüpft hatte. Später hat sie diesen Kindle an ihre Mutter weitergereicht und einen gebrauchten, zweiten Kindle über eine dänische Kleinanzeigen-Website gekauft und ihren Account darauf übertragen. Es gab, wenn man so will, ein gewisses Konto- und Kindle-Kuddelmuddel.
Und dann geschah es eines Tages, dass rund 60 regulär “gekaufte” E-Books auf dem Kindle blockiert waren. Laut einem Blog-Bericht erklärte Amazon nicht explizit, warum dies geschah. Amazon teilte offenbar lediglich mit, dass der Account geschlossen wurde, weil er mit einem anderen Account verknüpft war, der die Nutzungsregeln von Amazon verletzt habe. Nun kann es sein, dass der Second-Hand-Kindle ursprünglich mit einem Nutzerkonto betrieben wurde, mit dem die Amazon-Regeln auf irgendeine Weise verletzt wurden. Oder es könnte auch sein, dass Amazon den Einkauf in einem anderen Länder-Shop (hier Amazon UK von Norwegen aus), als Regelverstoß wertet. Das Problem ist: Man weiß es nicht. Am Ende steht eine Kundin da, die für viel Geld legal E-Books gekauft hat und diese nun nicht mehr lesen kann.
GigaOm weist darauf hin, dass es sich hier auch um ein Missverständnis handeln könnte, das sich bald klärt. Mag sein. Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit aber auf einen wichtigen Nachteil der digitalen Leseware: Die Verbraucher haben keine volle Kontrolle über ihre E-Books. Theoretisch kann eine Firma wie Amazon alle auf dem Kindle und in der Cloud gespeicherten E-Books löschen, blockieren oder verändern. Vor einigen Jahren gab es schon einmal einen Aufschrei, als wegen Lizenz-Streitigkeiten E-Books von George Orwell durch Amazon von diversen Kindles entfernt wurden.
Verbraucher sollte bei E-Books also stets im Hinterkopf behalten: Man erwirbt nicht ein Buch, sondern die Nutzungsrechte an einer Textdatei. E-Books haben Vorteile: Man kann sehr viele davon auf einem E-Reader transportieren, sie sind bequem zu lesen, man kann Notizen machen und sie mit anderen teilen, man kann sie von überall schnell herunterladen usw. Die mangelnde Kontrolle des Endverbrauchers über das E-Book ist aber ein Nachteil. Und ein ziemlich gravierender dazu. Amazon sollte in Fällen wie dem in Norwegen schnell und kulant reagieren, damit die Kunden nicht das Vertrauen ins legal gekaufte E-Book verlieren.
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Amazon bringt die in den USA bereits erprobte E-Book-Ausleihe nun auch nach Deutschland. Kunden mit einer Amazon Prime-Mitgliedschaft können sich ab Ende Oktober einmal pro Monat ein E-Book ohne Zusatzkosten ausleihen und so lange behalen, wie sie wollen. Bisher stehen laut Amazon rund 200.000 E-Books zum Ausleihen zur Verfügung, u.a. die gesamte Harry-Potter-Reihe. Außerdem bringt Amazon Ende November auch die neuste Kindle-Generation Paperwhite nach Deutschland.
Der Kindle Paperwhite verfügt im Gegensatz zu den bisherigen Kindle-E-Readern über eine Hintergrundbeleuchtung und ein weißes Display. Die lesefreundlichen Vorzüge der E-Ink-Technik sollen erhalten bleiben. Verkauft wird der mit Touch-Screen ausgestattete Kindle Paperwhite ab 22. November für 129 Euro in der WLAN-Version und 189 Euro in der UMTS-Version. Mit der UMTS-Version kann man auch von unterwegs ohne Zusatzkosten über das Mobilfunknetz Bücher laden. Der beleuchtete Bildschirm des Kindle Paperwhite macht die bisher erhältlichen Leselampen für den Kindle überflüssig.
Ab Ende Oktober können Amazon-Prime-Kunden ein Kindle-E-Book pro Monat ohne Zusatzkosten ausleihen. Die Prime-Mitgliedschaft kostet 29 Euro pro Jahr und beinhaltet eine kostenfreie Express-Lieferung von Amazon-Artikeln ohne Mindestbestellwert. Laut Amazon-Chef Jeff Bezos erhalten die Rechte-Inhaber der E-Books jedesmal Geld, wenn ein E-Book ausgeliehen wird. Amazon übernimmt diese Kosten, um seinen Kunden einen Anreiz zu bieten “in das Amazon-Ökosystem einzusteigen”, wie Bezos gegenüber der dpa sagte.
Von den rund 200.000 verfügbaren Leih-E-Books seien rund 8.500 in deutscher Sprache, heißt es bei Amazon. Ab 25. Oktober verkauft Amazon auch seine Tablets der Kindle-Fire-Reihe offiziell in Deutschland. Mit diesen Geräten kann man ebenfalls E-Books lesen, aber auch Filme schauen, Spiele spielen und Musik hören.
Laut Bezos verkauft Amazon mittlerweile auch in Deutschland mehr E-Books als gedruckte Bücher. Auf 100 verkaufte gedruckte Bücher kämen bei Amazon Deutschland 108 verkaufte Kindle E-Books. Ein Verdrängungswettbewerb finde bisher aber nicht statt, so Bezos. Nach Erkenntnissen von Amazon kaufen Kindle-Besitzer nicht nur mehr E-Books, sondern auch mehr gedruckte Bücher als zuvor.
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Das könnte eine kleine Revolution auf dem E-Book-Markt sein: Die Berliner E-Book-Plattform txtr hat auf der Frankfurter Buchmesse den neuen E-Reader Beagle vorgestellt. Das Gerät ist sehr klein, leicht, reduziert und soll vor allem von Telekommunikationsfirmen vertrieben und subventioniert werden. txtr rechnet mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 9,90 Euro pro Reader. Konkrete Vertriebspartner und ein Datum für den Verkaufsstart wurden von txtr noch nicht genannt.
Erste Verträge sollen in den kommenden Wochen unterzeichnet werden. Der Beagle soll außer in Europa auch in Asien und den USA zu haben sein. Als Kooperationspartner kommen hierzulande wahrscheinlich in erster Linie Mobilfunkbetreiber wie die Telekom, E-Plus, O2 oder Vodafone in Frage, die den txtr Beagle in bestimmten Vertragspaketen mit anbieten könnten.
Thomas Leliveld, Chief Commercial Officer von txtr demonstriert den neuen E-Reader Beagle
Das Gerät selbst hat ein 5-Zoll-Display mit E-Ink-Technik, ist also lesefreundlich. Betrieben wird der Beagle mit zwei normalen AAA-Batterien, die ein ganzes Jahr lang halten sollen. Es gibt noch nicht einmal ein Ladekabel oder ein Datenkabel für den Beagle. E-Books sollen drahtlos via Bluetooth mit einer txtr-App vom Smartphone oder Tablet auf das Gerät übertragen werden. Derzeit gibt es die App nur für Android-Geräte, eine iOS-Version soll in Kürze folgen. Den Beagle gibt es zudem in vier verschiedenen Farben.
txtr ist nach eigenen Angaben derzeit in zehn Ländern vertreten. In den nächsten sechs Monaten sollen zehn bis 15 Länder dazukommen, u.a. Polen, Irland, Spanien, Niederlande, USA, Schweiz, Frankreich und Dänemark. Sollten sich genügend Vertriebspartner finden, könnte das reduzierte, sehr günstige Gerät für einen weiteren Verbreitungsschub von E-Books in Deutschland sorgen. Aber die E-Book-Akzeptanz hierzulande steigt ohnehin. Laut dem Telekommunikations-Branchenverband Bitkom lesen mittlerweile elf Prozent der Deutschen E-Books. 2010 waren es laut Bitkom erst vier Prozent, die auch nur in Erwägung zogen, überhaupt ein E-Book zu kaufen.
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Für unabhängige Autoren gibt es ja mittlerweile eine ganze Reihe von Möglichkeiten, relativ einfach E-Books zu erstellen und zu publizieren. Amazon bietet schon lange sein Kindle Direct Publishing Programm an, Apple hat vor einiger Zeit mit iBook Authors eine Software herausgebracht, mit der man multimedial aufgemotzte E-Books ohne Programmierkenntnisse für den iBook Store erstellen kann. Kobo hat mit Writing Life ebenfalls ein interessantes Autoren-Tool am Start.
Zeitgleich zur Frankfurter Buchmesse startet nun mit “eBooks in Motion” ein weiteres Autoren-Tool seinen Beta-Test. „eBooks in Motion“ ist ein Web-Service, der es ermöglichen soll, relativ einfach multimedial angereicherte E-Books zu produzieren. Anschließend kann man seine Werke selbst bei einer oder mehreren der gängigen E-Book-Plattformen veröffentlichen, also etwa bei Amazon oder dem iBook-Store.
“eBooks in Motion” berechnet dann nach eigenen Angaben “ein paar Cent” pro E-Book für die Produktion und Bereitstellung. “eBooks in Motion” wurde im April von dem Software-Manager Michael Fisher gegründet und betreibt auch ein Entwicklungscenter in Hamburg. Bis zum 14. November kann man sich auf der Website www.ebooksinmotion.com für den zweiwöchigen Beta-Test, der auch ein Tutorial enthält, registrieren. Es gibt aber nur 50 Plätze.

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Stefan Winterbauer ist Medienjournalist und schreibt für MEEDIA über Print, TV, Internet und den digitalen Wandel.
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