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Mittwoch 21. September 2011 14:17

Metropolitan Police zieht Guardian-Angriff zurück

Nur wenige Tage nachdem die Londoner Polizei den Guardian per Official Secrets Act dazu zwingen wollte, seine Informanten in Bezug auf die Meldung über das abgehörte Handy des ermordeten Schulmädchens Milly Dowler preiszugeben, zog die Met sich nun zurück.

Der Plan, das umstrittene Gesetz ausgerechnet gegen die Zeitung einzusetzen, die den Skandal aufdeckte, wurde allseits als Angriff auf die Pressefreiheit scharf kritisiert. Die Geschichte ist ein weiteres Versagen für die Polizeieinheit, die das weitgreifend kriminelle Verhalten der News of the World-Journalisten jahrelang ignoriert hat.  

Der offizielle Rückzieher war voller Entschuldigungen und Erklärungen. Man habe nie versucht, Journalisten direkt anzugreifen oder dazu zu zwingen, Informanten preis zu geben. Vielmehr sei es darum gegangen, zu ermitteln, ob ein Polizist Informationen weitergegeben hat.

Der Official Secrets Act sei in den Papieren nur in Bezug auf einen Beamten genannt worden, dem im August in Zusammenhang mit den Ermittlungen festgenommen wurde. Er ist derzeit suspendiert und wird verdächtigt, vertrauliche Informationen weiter gegeben zu haben. Vielmehr habe die Met eine Anordnung nach dem Police and Criminal Evidence Act gegen den Guardian gesucht. Und ohnehin war es offenbar ein junger Beamter, der gegen dessen Journalistin Amelia Hill vorgehen wollte, ohne seine Vorgesetzen davon zu informieren.

Diese Stellungnahme der Met lässt allerdings offen, ob man zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ein Gerichtsurteil in diesem Fall anstrebt. Nach inoffiziellen Informationen, so die Zeitung ist die Angelegenheit aber vom Tisch.

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Nina May ist zwar Hamburgerin, lebt aber seit 1998 in London. Nach einem Kurzaufenthalt in der Werbewelt studierte sie Modejournalismus in London, und ging dann zum Finanzsender Bloomberg. Dort war sie Nachrichtenreporterin, zudem verantwortlich für die Modesendungen und moderierte die deutschen und englischen Ausgaben. Seit 2006 arbeitet sie als freie Korrespondentin. Twitter: @ninamay

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