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Freitag 21. Oktober 2011 07:45

Steve Jobs: "Android ist ein Riesendiebstahl"

Der Countdown läuft: Rund 72 Stunden vor dem offiziellen Verkaufsstart sind neue Details aus der mit Spannung erwarteten Steve Jobs-Biografie bekannt geworden, nachdem die New York Times, AP, CBS News und Huffington Post mit Kopie ausgestattet wurden. Steve Jobs nimmt in der Kommentierung seines Lebens kein Blatt vor dem Mund: Barack Obama prophezeite er die Abwahl, für Google-Gründer  Larry Page wurde zum Mentor, doch gegen Android lief Jobs Amok: "Ich bin bereit dagegen in Krieg zu ziehen".

Montag wird Großlesetag: Steve Jobs und wie er die Welt sah – diese Lektüre wird für jeden Apple-Anhänger, aber auch  Tech-Interessierten zum Muss. Warum, wird spätestens nach den nächsten Auszügen klar, die seit gestern in US-Medien kursieren. Steve Jobs erzählt seine ganze Geschichte – und er tut es auf eine Weise, wie ihn die Technologiewelt in Keynotes, Conference Calls und unzähligen Interviews kennengelernt hat: gnadenlos direkt.    

Das musste sogar der amtierende US-Präsident Obama vor einem Jahr erfahren, als er Jobs erstmals persönlich kennenlernte. Fast wäre das Treffen nicht zustande gekommen, weil Jobs auf eine persönliche Einladung des Präsidenten bestand. Als Jobs und Obama schließlich doch noch am Flughafen zusammenkamen, eröffnete der Apple-Gründer Obama, dass er sich auf eine einmalige Amtszeit als Präsident gefasst machen müsste, wenn seine Administration nicht wirtschaftsfreundlicher agiere. 

Jobs nannte China als Vorbild und kritisierte die starke Regulierungen und unnötigen Unternehmenskosten. Trotzdem war der Apple-Gründer bereit, für Obama die Werbekampagne für Wiederwahl 2012 zu entwerfen.

Jobs an Larry Page: "Rausfinden, was Google sein will, wenn es erwachsen ist"


Obama war nicht der einzige Prominente, dem Jobs seine Unterstützung anbot: Auch Google-CEO Larry Page suchte Steve Jobs’ Rat. Trotz des angespannten Verhältnisses der beiden Konzerne sprang Steve Jobs dem jungen CEO kurzfristig als Mentor bei: "Du musst rausfinden, was Google sein will, wenn es erwachsen ist", gab der Apple-Gründer dem jungen CEO des Internetriesen mit auf den Weg. Jobs warnte Page davor, dass sich Google mit seinen unzähligen Produkten verzettele und "zu einer Art Microsoft" werde.

Ein Produkt war Jobs indes ein besonderes Dorn im Auge: Das mobile Betriebssystem Android, mit dem Google Apple in der Reichweite längst überholt hat. Für Steve Jobs war Android nicht als "ein Riesendiebstahl", den es rückgängig zu machen gilt, kostete es, was es wolle.

"Ich bin bereit, gegen Android in den Nuklearkrieg zu ziehen"

"Ich werde bis zum letzten Atemzug kämpfen und jeden Cent der (damals) 40 Milliarden Dollar einzusetzen, die wir auf der Bank haben, um das zu berichtigen", erklärte Jobs dem Biograph Walter Isaacson 2010. (Heute verfügt Apple bereits über 82 Milliarden Dollar an Barmitteln.) "Ich werde Android zerstören, denn es ist ein gestohlenes Produkt. Ich bin bereit, in den Nuklearkrieg dafür zu ziehen", wird Jobs in der Biografie zitiert.

Auch mit anderen Konkurrenten geht Jobs nicht gerade zimperlich um: "Bill ist ziemlich unkreativ und hat nie irgendwas erfunden", zieht der Apple-Gründer gegen den früheren Microsoft-Weggefährten Bill Gates vom Leder, "er hat die Ideen von anderen schamlos abgekupfert." Die mehr als 600 Seiten umfassende autorisierte Jobs-Biografie wird am Montag in den USA erscheinen. 

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Letzte Kommentare

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24.10.11 11:27

bert bricht

Man soll die Toten bekanntlich ruhen lassen, aber Jobs sollte man noch posthum das schmutzige Lügenmaul stopfen. Wann ist endlich Schluß, mit der Selbstinszenierung und allgemeinen Vergötterung dieses Durchschnittsmanagers mit Ohrschlitz und Massel?

21.10.11 22:33

Evest sojb

Hat Jobs eigentlich erzählt woher Sie ihre Mac Oberflächen her haben? Kein Wort vom Xerox Palo Alto Research Center?

Hat Jobs eigentlich erzählt woher Sie ihren Unterbau für das MacOS her haben? Kein Wort über BSD? Linux konnte er ja nicht assimilieren wegen der GPL.

Bei Apple ist ausser dem Design so gut wie nichts entstanden. Andererseits war das wahrscheinlich das Geniale:

Leute teuer blechen lassen für zusammengeklaubte Technik und ein bisserl eigenes Design.

21.10.11 19:01

DL2 MCD Web-Site

Ja klar, weil der Nutzer bei Android an die Daten ran kommt und nicht alles über iTunes gegängelt machen muß.

Bei meinem Provider gabs dauernd iPhones bei Vertragserneuerung, nur keine guten Androids. Hab mir nun eins auf Ebay geschossen. iPhone wäre billiger gewesen, aber ich mag dieses Softwaregegängele nicht, wie es auch Windows Phone übernommen hat.

Ebenso will ich kein iPad, wo auch alles über iTunes gehen muß.

Da bin ich nun froh, daß die Ära Jobs vorbei ist und der Krieg gegen die besseren Geräte ein Ende hat. Reicht ja schon, daß man GEZ zahlen muß für E-Mailen in Deutschland.

Schade, wenn sich jemand so nach seinem Tod selbst ins Abseits stellt. Die Leute nehmen Android nicht, weil es billiger ist, sondern weil es ohne Schikanen kommt.

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Nils Jacobsen
ist Wirtschaftsjournalist und Internetexperte in Hamburg. Der studierte Germanist und Medienwissenschaftler berichtet seit mehr als einem Jahrzehnt über die Entwicklung der Aktienmärkte und Internet-Wirtschaft - u.a als Chefredakteur der Portale clickfish.com, US FINANCE.de und YEALD.de. In dieser Tradition schreibt, analysiert und bloggt Jacobsen für MEEDIA über das Beste der beiden Welten Internet und Wirtschaft.

 

Folgen Sie ihm auf Twitter: @crackr

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