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Montag 21. Mai 2012 23:55

Facebook-Flop: Aktie weiter auf Talfahrt

Das Börsendebakel für das weltgrößte Social Network ist perfekt: Im frühen Handel an der New Yorker Technologiebörse rutschte die Facebook-Aktie weiter unter Ausgabekurs – zuvor kam das Papier schon zweistellig unter die Räder. Nur noch knapp über 32 Dollar bezahlen Anleger zeitweise für das Papier, das zuvor noch jeder zeichnen wollte. An der Börse hatte das bereits Konsequenzen: Facebook ist kein 100-Milliarden-Dollar-Unternehmen mehr und in der Bewertung nun hinter Amazon zurückgefallen.



Nach dem großen Hype ist vor dem bösen Erwachen: Das war der Tenor des Wochenendes, als Anleger überrascht registrierten, dass der meist erwartete Börsengangs des noch jüngeren Jahrhunderts nicht den Erwartungen entsprochen hatte – der Ausgabekurs wurde hielt Freitag gerade noch so. 

Wer aus dem hoch gewetteten Papier raus wollte, hatte Freitag dazu alle noch Chancen. Über sechseinhalb Stunden hielt sich Facebook über Ausgabekurs, massiv gestützt durch Konsortialführer Morgan Stanley, der dafür Milliarden gezahlt haben könnte, wie das Techportal Business Insider mutmaßte.

Am Montag elf Prozent verloren

Doch die Chance ist nun vorbei. Mit Beginn der neuen Woche musste sich die Facebook-Aktie den Märkten ohne Schützenhilfe der Banken stellen – und vollführte dabei gleich eine veritable Bauchlandung. Bei 36,66 Dollar eröffnete die Facebook-Akte bereits deutlich unter Ausgabekurs – und wurde danach entschlossen abverkauft. 

34,03 Dollar leuchteten am Ende schließlich auf dem Kursticker der Technologiebörse Nasdaq auf, mehr als 4 Dollar oder happige 11 Prozent weniger als am Vortag – und das an einem Handelstag, an dem die Nasdaq mit einem Plus von 2,5 Prozent einen der stärksten Kurszuwächse des Jahres verbuchte. Und auch im frühen Handel am Dienstag schien keine Besserung in Sicht. Die Facebook-Aktie notierte zeitweise bei 32 Dollar.

"Über Nacht vom verlorenen Sohn zum neuen theglobe.com"

Das Echo war zuvor schon einhellig – und es klang fast nach Schadenfreude: "Die Facebook-Aktie stürzt ab", war die große Schlagzeile des gestrigen Tages – und das selbst auf Portalen, die sonst eher weniger mit der Börse zu tun haben wie TMZ, der Huffington Post oder dem Drudge Report. "Facebook ist über Nacht vom verlorenen Sohn zum neuen theglobe.com mutiert", resümiert etwa der Daytrader Timothy Collins bei TheStreet.com in Anspielung auf das verglühte Dot.com-Portal.

Das große mediale Interesse liegt nicht zuletzt am aggressiven Pricing der bei weitem größten Internet-Börsengangs aller Zeiten. Dabei kam der Kursrutsch kam mit Ansage. Wie im Vorfeld auch an dieser Stelle analysiert, ist die Facebook-Aktie vollkommen überteuert am Markt platziert worden. 

Das acht Jahre alte Internet-Unternehmen hat im vergangenen Jahr gerade mal eine Milliarde Dollar verdient, wollte aber mit über 100 Milliarden Dollar bewertet werden – wie sollte ein solches KGV von 100 angesichts der moderaten Bewertungen von Google und Apple mit KGVs von 18 bzw 13 lange Bestand halten? Facebooks Ankunft in der Börsenrealität – und damit einhergehend der Abstieg vom Olymp – hat gerade erst begonnen.

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Letzte Kommentare

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22.05.12 20:36

Joseph Capgras

Facebooks Ankunft in der Börsenrealität – und damit einhergehend der Abstieg vom Olymp – hat gerade erst begonnen.

Facebook war NIEMALS auf dem Olymp!!!
Das wurde FB von unfähigen ANALysten
nur angedichtet.
Das überhaupt diese Schrottaktien
gekauft wurden bedeutet nur eins:
Aus Scheisse Geld machen!
Sorry, aber wer braucht eine 2te
T-Com (Volks-) Aktie?

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Nils Jacobsen
ist Wirtschaftsjournalist und Internetexperte in Hamburg. Der studierte Germanist und Medienwissenschaftler berichtet seit mehr als einem Jahrzehnt über die Entwicklung der Aktienmärkte und Internet-Wirtschaft - u.a als Chefredakteur der Portale clickfish.com, US FINANCE.de und YEALD.de. In dieser Tradition schreibt, analysiert und bloggt Jacobsen für MEEDIA über das Beste der beiden Welten Internet und Wirtschaft.

 

Folgen Sie ihm auf Twitter: @crackr

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