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Montag 31. Oktober 2011 12:09

EA: Präzedenzfall gefloppter Datenspionage

Verzockt: Electronic Arts hat für seinen potenziellen Topseller „Battlefield 3“ ein Programm entwickelt, mit dem er die PCs seiner Kunden ausspionieren kann. Mit dem Spyware-ähnlichen Tool wollte der Spiele-Hersteller erstmals die so gewonnenen Daten unter anderem „zu Marketingzwecken“ an Dritte weitergeben. Doch die Käufer durchschauten die Machenschaften und liefen Sturm. Um ein Image-Desaster abzuwenden, entschärft der Publisher jetzt den Vertrag still und heimlich – ein Präzedenzfall.

EA zog bereits Konsequenzen aus dem Protest. Der Publisher entfernte Passagen aus seinem Lizenzvertrag, der ihm die Rechte daran sicherte, personenbezogene Informationen zu sammeln und weiterzugeben. Außerdem schreibt das Unternehmen nun, dass es niemals „personenbezogene Daten weiterverkaufen, Spyware verwenden oder auf den Rechnern von Benutzern installieren“ werde (Bildvergleich).

Im Lizenzvertrag zum Programm Origin hieß es, man stimme mit der Installation zu, „dass die Anwendung automatisch Lizenzrechte für einige oder alle EA-Produkte prüfen kann, ohne dich separat darüber zu benachrichtigen“. Außerdem darf sie „Informationen über deinen Computer, Hardware, Medien, Software und deine Nutzung der Anwendung benutzen, um deine Lizenzrechte zu prüfen“. Weiter behält sich EA das Recht vor, „die über die Anwendung stattfindende Kommunikation zu überwachen und jegliche Information zu veröffentlichen, die EA für nötig hält, um deine Einhaltung dieser Lizenz sicherzustellen“ sowie „personenbezogene Informationen zu Marketingzwecken“ weiterzugeben.

Bereits vor der Veröffentlichung von „Battlefield 3“ am 27. Oktober analysierte ein Anwalt für das Magazin Gamestar den Endbenutzer-Lizenzvertrag (EULA). Er resümierte: „Die Nutzungsbedingungen und der Endbenutzer-Lizenzvertrag von Origin sowie die Datenschutz-Richtlinien von Electronic Arts enthalten umfangreiche Verstöße gegen Verbraucher- und Datenschutzrechte. EA nimmt sich über die Nutzungsbedingungen das Recht heraus, einen umfangreichen Kopierschutz einzuführen, der in seiner Wirkung einer Spyware gleich kommt.“

Mittlerweile beschäftigt sich der Landesbeauftragte für Datenschutz in Nordrhein-Westfalen mit dem Fall. Die Behörde wolle EA, dessen deutscher Sitz in Köln ist, einen umfangreichen Fragenkatalog dazu vorlegen, welche Daten zu welchem Zweck wo verarbeitet werden, berichtet Spiegel Online. Denn das sei bei dem weltweit tätigen Unternehmen unklar.

Auch Nutzer beschweren sich zu Hauf über den Lizenzvertrag von EA. Unter www.theorigin.de hat sich eine Protest-Plattform gegen das Programm entwickelt, auf der unter anderem eine Online-Petition gestartet wurde. Der Initiator schreibt: „Wir sind der Meinung, dass das Spiel ‚Battlefield 3’ des Publishers Electronic Arts in Deutschland nicht verkauft werden darf. Der Hersteller hat in seinen EULA diverse Paragraphen, die eindeutig gegen aktuell geltendes deutsches Gesetz verstoßen.“ Mehr als 6.000 Menschen haben die Petition innerhalb einer Woche unterzeichnet.

Der Aufschrei in der Szene hat dafür gesorgt, dass EA seinen Präzedenzfall nicht durchsetzen konnte. Spieler legen Wert auf ihren Datenschutz - das musste der Publisher schmerzhaft feststellen und für ihn wichtige Passagen aus seinem Vertrag löschen.

Nachtrag 1. November 2011: Electronic Arts hat sich zur angeblichen Datenspionage geäußert und gesagt, dass nur Informationen gesammelt würden, die "notwendig sind, um Nutzern das Kaufen, Herunterladen, Zugreifen und Spielen von Games und Spiele-Inhalten zu ermöglichen". Bei Origin handle es sich nicht um eine Spyware.

MEEDIA RÜCKBLICK

  • 01.11.2011 Electronic Arts: "Nehmen Datenschutz sehr ernst"
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    24.04.12 09:12

    kabin karsi Web-Site

    Gleiches für viele andere Firmen wo die meisten Gewinne wohl als Manager-Boni ausgezahlt werden.

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    Henning Ohlsen wuchs mit Nintendo und Sega auf. Hier schreibt er über Computer- und Videospiele, Social Gaming und Trends, die die Branche bewegen.

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    kabin karsi:
    Gleiches für viele andere Firmen wo die meisten Gewinne wohl als Manager-Boni ausgezahlt werden. Zum Artikel dieses Kommentars
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