Die Tierschützer von Peta haben offenbar eine neue Marketingstrategie: Sie entwickeln zu allen möglichen Anlässen kleine Onlinespiele, um auf ihre Aktionen aufmerksam zu machen. Zuerst stellten sie Super Mario als Tierquäler dar, jetzt können Nutzer den Wiesenhof-Chef Paul-Heinz Wesjohann mit digitalen Hühnern ankoten. Doch das Spiel ist wahrlich keine leckere Idee. Und Wiesenhof-Sprecher Frank Schröter sagte gegenüber MEEDIA, er halte es gar für "menschenverachtend".
In dem Flashspiel stehen fünf Hühner zur Auswahl, die in unterschiedlichen Farben ihren Unrat auf dem Gesicht des Wiesenhof-Managers hinterlassen. Als Hintergrundbild dient ein Ausschnitt aus einem Video, in dem Wesjohann sagte, es gebe keine artgerechte Produktion von Hühnerfleisch.
Wiesenhof-Sprecher Frank Schröter sagte gegenüber MEEDIA, er halte das Spiel für "menschenverachtend". Er wollte deshalb keine weitere Stellungnahme abgeben.
Peta ist für ihre aufmerksamkeitsheischenden Aktionen bekannt. Erst vor wenigen Wochen entwickelte die internationale Abteilung der Tierschutzorganisation ein Flashgame, in dem Super Mario als Tierquäler dargestellt wurde. Denn nach der Vorstellung von Peta zieht er jedes Tanuki-Fell erst einmal einem Waschbären über die Ohren, bevor er selbst hineinschlüpft. Damit demonstriere Nintendo, „dass es OK ist, Pelze zu tragen“, schrieben die Tierschützer auf ihrer Website.
08.12.11 14:00
Paul R.
Ich finde es traurig, dass hier nur auf das Flashspiel bzw. auf die Aussage des Herren Schröter eingegangen wird. Sie erwähnen nicht den Grund für das Flash"spiel"; eben die Tierquälerei. Schade.
07.12.11 12:08
Pater Brown
Ich finde es großartig, dass PETA den Mut hat, den von unserem Bundesgrüßaugust mit dem Verdienstkreuz ausgezeichneten und damit als Vorbild geadelten Obertierqual-Multimillionär Wesjohann auf so einfache Art zu "verscheißern".
07.12.11 07:33
Bianca Witt
Der Konzern behandelt Hühner "tierverachtend". Er hält sie in dunklen Hallen, ohne Frischluftzufuhr, auf engstem Raum, schneidet ihnen die Schnäbel ohne Betäubung ab. Die Hühner werden als Kinder im Erwachsenenkörper im Alter von 5 Wochen mit 8 Antibiotikagaben im Akkord geschlachtet. Vorher werden sie noch von den Fangtrupps getreten, geschleudert und misshandelt. Die Gelenke der Tiere sind überbelastet und schmerzen, da sie durch die Turbozucht um ein vielfaches an Gewicht zunehmen. Und da finden die Wiesenhof Leute das Spiel "menschenverachtend"? Scheiss drauf!
06.12.11 22:02
Udo Boehlefeld
Die Meldung an sich ist völlig in Ordnung. Allerdings stellt sich mir in solchen Fällen immer die Frage, ob man nicht den Bezug zur "Realität" nicht wenigstens durch einen kurzen Verweis deutlich machen sollte. Das geschieht hier einzig und allein durch einen Hinweis auf die zweifelsfrei nicht immer moralisch einwandfreien Aktionsformen der Tierschutzorganisation PETA. Das man allerdings Wiesenhof-Sprecher Schröter hier gleichsam "Haltet den Dieb" schreien lässt, ohne auch ihn in den entsprechenden Kontext zu stellen, ist medial sicher nicht ganz ohne.

Henning Ohlsen wuchs mit Nintendo und Sega auf. Hier schreibt er über Computer- und Videospiele, Social Gaming und Trends, die die Branche bewegen.
08.12.11 17:10
Axel Kröner
Der Verfasser des Blogs beschäftigt sich lieber mit der virtuellen Welt, als mit Tierleid in der realen Welt. Das bedauere ich, es ist jedoch nicht zu beanstanden.
Dem Wiesenhof-Sprecher jedoch ein Forum zu geben die virtuelle Hühnerkacke als "menschenverachtend" zu geißeln, während die Anklage gegen die reale, tausendfache, brutale und blutige Tierquälerei als "aufmerksamkeitsheischend" abqualifiziert wird, scheint mir ein Ausdruck mangelnder Durchdringung des Themas zu sein.
Für eine erste Einschätzung hätte es genügt sich die Beiträge des Öffentlich-rechtlichen Fernsehens anzuschauen. Der Autor hätte noch nicht einmal auf Videomaterial von "radikalen" Tierschützern vertrauen müssen. :-)
Leider reicht das Interesse des Autors dafür nicht.
Zu real, nicht virtuell.
Sehr schade.