Es war so etwas wie das moderne Monster von Loch Ness: Die TV-Branche erzitterte beim Wort “iTV”, aber wirkliche Beweise gab es nicht. Jetzt berichtet der gut informierte US-Blog CultofMac unter Berufung auf seriöse Quellen, dass ein TV-Gerät aus Cupertino in freier Wildbahn gesichtet wurde. Der im Volksmund “iTV” genannte Apple-Fernseher soll den aktuellen Thunderbolt-Displays recht ähnlich sehen, würde allerdings "viel größer ausfallen" und über Features verfügen, die man vom Betriebssystem iOS kennt.

Außerdem berichtet die anonyme Quelle, dass das Gerät über eine iSight-Kamera zur Erkennung von Gesichtern und für Video-Telefonie verfüge. Über Apples Sprachassistent Siri lasse sich die Hardware zudem mit der Stimme steuern.
Preise und ein Launchdatum nannte der unbekannte Tippgeber nicht. Allerdings betont Cultofmac, sich hierbei auf eine extrem vertrauenswürdige Quelle zu berufen, deren Informationen sich in der Vergangenheit immer wieder bewahrheitet hätten.
Der US-Blog lehnt sich sogar noch weiter aus dem Fenster und hat aus diesen Informationen ein Mockup erstellt, das ein solches Gerät im Betrieb zeigt. Der Entwurf des Grafikers Dan Draper ist demnach von Apples Thunderbolt-Display inspiriert - allerdings verfügt das iTV in diesem Fall über einen breiteren Fuß, der auch Displays mit einer größeren Diagonale zuverlässig tragen könnte.
Apple selbst äußerte sich bislang nicht zu den Gerüchten. Auf einem Investorentreffen betonte CEO Tim Cook lediglich, dass trotz des erfolgreichen Apple TV der Fokus klar auf iPhone und iPad liege. Experten lasen daraus eine klare Absage gegen TV-Pläne. An anderer Stelle geht man wiederum davon aus, dass Apple noch in diesem Jahr groß in den hart umkämpften TV-Markt einsteigt. Dafür spreche unter anderem eine Großinvestition von Apples wichtigstem Zulieferer Foxconn in Sharp-Displays.
Fakt ist: Apple verfügt mit iTunes über die nötige Infrastruktur, mit iOS über die passende Software und mit dem Appstore über einen prominenten Vertriebskanal für zusätzliche Anwendungen. Was bislang fehlt, ist die Hardware. In den vergangenen Monaten war immer wieder Sharp als präferierter Partner im Gespräch.
08.05.12 17:05
Christian Röös
Also ob die "TV-Branche erzittert", darf bezweifelt werden. Größer als Thunderbolt (999 Euro) hieße auch teurer, also mindestens 1200 Euro. Immerhin das dreifache von normalen 32- oder 37-Zoll-LCD-TVs mit Full-HD (Apple macht keine Straßenpreise!). Da muss Siri schon gaaanz nett sein, um nicht als Nischenprodukt für ganz harte Apple-Jünger zu enden. Merke: Apple rollt den Markt immer mit Innovationen auf (iTunes, iPod, iPhone, iPad). Bei Produkten mit bestehender Konkurrenz (Desktops, Notebooks, TV-Box, Software) spielt Apple die zweite Geige. Die Marktmacht von Samsung, LG etc. mit deren billigen TVs wegzusprengen ist etwas anderes, als mit einem trendigen Produkt vorneweg zu surfen

Felix Disselhoff
schreibt hier über Technik, die unsere Gesellschaft verändert, Gadgets, über die die Branche spricht und die kleinen Spielereien, die uns das Leben leichter machen.
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22.05.12 22:30
Martin Soppel Web-Site
Herr Röös, nur weil Apple einen TV auf den Markt bringt, bedeutet es ja nicht, dass Apple das nicht mit Innovationen verbindet. Intelligente Fernseher sind gerade erst im kommen und in vielen Wohnzimmern steht noch immer der gute alte Röhrenschirm statt Full HD. Das ist aus meiner Sicht auch der Grund, warum der geplante Zeitpunkt noch so früh kommen soll. Mit dem iPhone hat Apple schließlich auch nicht das Handy neu erfunden, aber um einige wohldurchdachte Features erweitert. Warten wir mal ab!