Zwei der schillerndsten Namen aus dem Medien- und Technologie-Sektor zählen in den USA zu den großen Verlierern dieses Jahres: Rupert Murdoch’s News Corp und Google. Man sollte es kaum glauben, aber beide Unternehmen haben 2008 im MEEDIA-Ranking mehr als die Hälfte ihres Börsenwertes eingebüßt. Noch schlimmer erging es den Zeitungsverlagen und dem Fernseh-Sender CBS. Der prozentual größte Verlierer des Jahres in Deutschland: Sat1ProSieben büßte über 90% an Börsenwert ein.
Der Grund, warum Murdochs Unternehmen aus Sicht der Anleger eine so negative Entwicklung (2008: -57%) genommen hat, dürfte vor allem im Kauf vom „Wall Street Journal“ liegen. Zwar hat sich die Zeitung unter dem neuen Eigentümer gut entwickelt und im Einzelverkauf sogar 20% zugelegt, aber die Anleger halten den Kauf einer Zeitung offenbar für wenig zeitgemäß. Der völlig überhöhte Preis von 5 Mrd. Dollar bewirkt natürlich ein Übriges. Auch Murdochs Engagement beim deutschen Pay TV-Sender „Premiere“ dürfte bei den Aktionären für keine Begeisterung gesorgt haben, denn dort hat der Verleger bereits 360 Mio. Euro abschreiben müssen. Als Handicap für die Börse gilt auch, dass der 77jährige Murdoch seine Nachfolge-Frage innerhalb der Familie noch immer nicht endgültig geregelt hat.
Bei Google, laut Marktforschungsinstitut Millward Brown inzwischen noch vor Coca Cola die wertvollste Marke der Welt, schlägt zu Buche, dass alle Expansionen außerhalb vom Suchmaschinen-Business ziemlich nach hinten losgegangen sind. Die Versuche, Werbung im Bereich Fernsehen, Radio und Print zu verkaufen, waren wenig erfolgreich. Auch Android, dem neuen Betriebssystem für Handys traut man nicht zu, sich gegenüber dem iPhone durchsetzen zu können. Unterm Strich hat das Unternehmen aus Mountain View in diesem Jahr 55% vom Börsenkurs verloren. Autsch!
Prozentual die größten Verlierer des Jahres sind in den USA die Zeitungsverlage: McClatchy verlegt 31 Tageszeitungen, darunter den „Miami Herald“ und hat 2006 den Zeitungsverlag Knight Ridder erworben. Eine solche Kombination ist heutzutage für die Börse Gift, denn an das Geschäftsmodell Zeitung glaubt im Internet-Zeitalter kaum noch jemand. Besonders ärgerlich für die Verlage: die lukrativen Kleinanzeigen sind mittlerweile ins Web abgewandert. Folge: an der Börse hat McClatchy in diesem Jahr unglaubliche 91% an Wert verloren.
Nicht viel besser geht es Gannett, dem Eigentümer der USA Today, der in der MEEDIA-Aufstellung auf ein Minus von 80% kommt. Zwar hält sich die nach Auflage größte Zeitung des Landes recht gut, aber Gannett besitzt weitere 100 kleinere Regionalzeitungen in den USA und auch Großbritannien – und das gefällt der Börse nicht
Die Probleme der „New York Times“ (Platz 4, minus 59%) sind hinlänglich bekannt. Zum einen gibt es viele Experten, die nicht mehr daran glauben, dass die Gray Lady in ein paar Jahren noch auf Papier gedruckt wird, zum anderen hat die Mutter-Company viele kleinere Zeitungen gekauft, bzw. sich daran beteiligt. Und damit genau die gleichen Fehler wie McClatchy und Gannett gemacht. So ist die New York Times Company zum echten Sanierungsfall geworden. Besonders bedrohlich: ihr geht langsam die Liquidität aus.
Die kürzlich in die Insolvenz gegangene Tribune Verlag ist in dieser Aufstellung nur deshalb nicht berücksichtigt, weil die Company vom Immobilienmagnaten Sam Zell privat gehalten wird, also nicht an der Börse notiert ist.
Einer der großen Verlierer des Jahres ist auch Fernsehsender CBS, der ein Minus von 69% gemacht hat. Als Gründe gelten das schwache Werbegeschäft und die Liquiditätsprobleme von Eigentümer Sumner Redstone. Er musste schon CBS-Aktien im Werte von mehr als 200 Mio. Dollar verkaufen. Auch der Kauf von Internet-Network CNET gilt mit 1,8 Mrd. Dollar aus heutiger Sicht als total überbezahlt.
Vergleichsweise gut halten sich dagegen Disney (-29%) und Time-Warner (-37%). Beide Unternehmen haben weniger verloren als der Marktdurchschnitt.
Hier das aktuelle MEEDIA-Ranking der größten Verlierer 2008 bei den Medien- und Technologie-Aktien in den USA – auf Basis des Börsenkurses:
1) MCCLATCHY: -91%
Januar: 11 Dollar
Dezember: 1 Dollar
2) GANNETT: -80%
Januar: 34 Dollar
Dezember: 8 Dollar
3) CBS: - 69%
Januar: 26 Dollar;
Dezember: 8 Dollar
4) NEW YORK TIMES: - 59%
Januar: 17 Dollar
Dezember: 7 Dollar
5) NEWS CORP: - 57%
Januar: 21 Dollar
Dezember: 9 Dollar
6) EBAY: - 56%
Januar: 32 Dollar
Dezember: 14 Dollar
7) GOOGLE: - 55%
Januar: 688 Dollar
Dezember: 310 Dollar
8) APPLE: - 54%
Januar: 195 Dollar
Dezember: 90 Dollar
9) WASHINGTON POST: - 51%
Januar: 795 Dollar
Dezember: 394 Dollar
10) MICROSOFT: - 46%
Januar: 35 Dollar
Dezember: 19 Dollar
11) YAHOO: - 46%
Januar: 24 Dollar
Dezember: 13 Dollar
12) AMAZON: - 45%
Januar: 92 Dollar
Dezember: 51 Dollar
13) MCGRAW HILL: - 43%
Januar: 42 Dollar
Dezember: 24 Dollar
14) TIME WARNER: - 37%
Januar: 16 Dollar
Dezember: 10 Dollar
15) DISNEY: - 29%
Januar: 31 Dollar
Dezember: 22 Dollar
Ganz interessant ist der Vergleich mit Deutschland. Dort hat ProSiebenSat1 in diesem Jahr inzwischen sagenhafte 91% an Wert verloren, also prozentual noch deutlich mehr als CBS. Am Anfang des Jahres stand die ProSiebenSat1-Aktie bei 17 Euro, heute dümpelt sie um die 1,50 Euro. Auch der Pay TV-Sender „Premiere“ sieht mit einem Minus von 66% nicht gut aus. Springer ist um -54% billiger geworden und liegt damit im internationalen Trend.
Welch ein katastrophales Jahr!
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Kategorie: Google, Murdoch, Konzerne

Morgen ist es soweit. Wenn nicht noch ein Wunder passiert, dann heißt der 44. Präsident der Vereinigten Staaten Barack Obama. Nach acht Jahren Georg W. Bush wird die Welt aufatmen und Amerika wieder in einem freundlicheren Licht sehen.
Aber – die Wahl des Senators aus Illinois könnte zu einem Problem für Google werden. Es geht nämlich das Gerücht um, daß Google-Chef Eric Schmidt in einer Obama-Regierung den Posten eines „Chief Technology Officer“ übernehmen könnte.
Dieses neu geschaffene Amt soll vor allem die Verbreitung des Broadband-Netzes vorantreiben. In den USA haben nur 23 von 100 Haushalten Zugang zum Broadband-Netz, damit liegen die USA weltweit nur auf Platz 15. Außerdem hätte der „CTO“ ein 50 Mrd. Venture-Etat zur Verfügung, mit dem Obama „technology friendly energy“ vorantreiben will.
Vieles spricht dafür, daß Schmidt diese Aufgabe reizt. Er hat sich die letzten Wochen im Wahlkampf für Obama engagiert, wobei er immer wieder betont hat, daß er dies aus privaten Gründen macht: „I’m doing this personally. Google is officially neutral“.
Nach 7 Jahren rastlosem Einsatz als CEO bei Google könnte man sich vorstellen, daß Schmidt etwas müde ist. Er hat dort eine beispielhafte Karriere hingelegt und ist einer der reichsten Männer der USA geworden. Sein privates Vermögen schätzte „Forbes“ im August auf 5,9 Mrd. Dollar. Zwar verneint Schmidt offiziell irgendwelche Ambitionen auf einen Posten in der Obama-Regierung („I am actually very busy running Google“), aber das muß nichts heißen.
Wenn es wirklich so kommen sollte, wäre es für Google ein herber Verlust. Schmidt gilt in den USA als gewiefter Stratege und optimales Bindeglied zwischen den nicht ganz einfachen Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin.
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Kategorie: Internet, Barack Obama, Google
Zur Abwechselung einmal etwas Entspanndes. Jeder kennt den iPod, aber jetzt kommt der „EnergyPod“. Das ist so etwas wie eine „Energietankstelle“ für den „Power Nap“ und gilt als neuester Trend für US-Firmen, die trotz Wirtschaftskrise für ihre Mitarbeiter noch 12.000 Dollar pro Gerät übrig haben. Wie zum Beispiel Google, Cisco oder auch Procter & Gamble.
Der EnergyPod wurde von der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh entwickelt und wird in der Werbung als „kleinster Ruheraum der Welt“ gepriesen. Die Liegefläche ist leicht gewärmt, ein großes Visier schirmt den gestressten Manager von der Außenwelt ab und drinnen rieselt sanft Entspannungsmusik. Nach 20 Minuten wird mit man durch Vibration und Licht geweckt.
Studien der Harvard Universität haben gezeigt, daß ein solcher Kurzschlaf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter um 30% erhöht sowie Fehlzeiten und Krankheitskosten senkt. Das Gerät der Firma Metronaps ist auch in Deutschland erhältlich.
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Kategorie: Google, Google

Dirk Manthey
ist Herausgeber von MEEDIA. Er hat früher die Verlagsgruppe Milchstraße ("TV Spielfilm", "MAX", "Fit for Fun") gegründet und lebt heute in Kalifornien.
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