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Montag 07. Juni 2010 12:36

Hilfe! Mein iPad setzt Staub an

Seit 3 Monaten hab ich nun ein iPad. Hier in den USA ist der Hype um das neue Gerät nach wie vor ungebrochen. Der Tablet-Computer ist praktisch ausverkauft. In den meisten Apple-Stores ist er noch immer vergriffen, und bei Bestellungen im Internet muß man Wochen warten, bis das iPad schließlich ankommt.

Anfangs war ich von meinem iPad begeistert. Es ist schon toll, wie leicht man mit dem Finger navigieren kann und wie schnell sich die Internet-Seiten aufbauen.
 
Aber inzwischen fällt mir auf, dass ich mein iPad kaum nutze. Warum? Das neue Wundergerät hat für mich eine große Schwachstelle: ich kann darauf nicht schnell genug tippen. Wer in der Lage ist, flott auf einem herkömmlichen Computer zu schreiben, der verfällt auf dem iPad zurück ins Schneckentempo. Klar, man könnte eine externe Tastatur anschließen, aber dann verliert das iPad seinen Sex.

Der große Bruder vom iPod ist für mich ein reines Lesegerät. So etwas wie ein besserer Kindle. Oder wie ein kleiner flacher Fernseher, den man überall mitnehmen kann. Aber zum Schreiben ist das iPad ungeeignet. E-Mails zu beantworten, dauert mir viel zu lange. Und wenn ich meine Mails dann weiterhin am Notebook schreibe, dann wechsele ich nicht das Gerät, um ins Internet zu gehen. Die Folge: mein iPad setzt Staub an.

Wenn es anderen auch so geht, dann könnte das ein Rückschlag für die Medien-Industrie bedeuten. Denn die Verlage werden mit dem iPad nur ein Geschäft machen, wenn er auch intensiv genutzt wird. Meine Prognose: Leute, die beruflich viel am Computer sitzen, werden das iPad nur wenig nutzen.

PS: Ich kenne jemand, für fast täglich zum iPad greift: meine Mutter, die die letzten Monate bei uns in Kalifornien zu Besuch war. Sie guckt sich auf dem iPad stundenlang unsere Familienfotos an und hat auch angefangen, darauf Zeitungen zu lesen. Aber mit ihren über 80 Jahren ist sie nicht unbedingt die Traumzielgruppe der Medienindustrie...

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Letzte Kommentare

Anzeige: 1 - 11 von 11

06.07.10 01:23

Thomas Hernadi

Wer mit Zehnfingersystem schnell und sicher tippt und viel schreibt (von E-Mails über Texte bishin zu Tagebuch etc.), für den lohnt sich das Gerät definitiv nicht. iPad kam mit meiner Tippgeschwindigkeit nicht zurecht, schluckte Buchstaben und von den Umlauten wollen wir erst gar nicht erst reden. Da habe ich lieber mein Air. Mit externer Tastatur ist ein iPad nicht schlecht, aber dann müsste man ja zwei Teile mit sich herumschleppen (bei dann fast gleichem Gewicht wie bei einem Air). iPad mit Tastatur auf dem Schoß oder auf den Oberschenkeln im Liegen (Gartenliege z. B.) geht auch wieder nicht, weil's nur noch von links nach rechts schaukelt. Als Apple-Fan suche ich verzweifelt nach einem Grund mir doch noch so ein Teil zu holen, aber mir fällt keiner ein :-). Und zum Schreiben unterwegs tut's auch das iPhone mit externer BT-Tastatur auch. Denke, dass ein iPad etwas für Gadget-Fans und Gelegenheits-Computermenschen ist - schade, hatte gehofft, dass ich damit ein Netbook in die Hand bekommen würde...

08.06.10 16:42

Dieter Reichert Web-Site

Ich glaube Herr Manthey hat die Zielgruppe schon erkannt. Offenbar kennt er die Zielgruppe aber nicht wirklich.
Die über 80-jährigen sind in jeder Altersklasse vertreten. Wer sagt denn dass jeder viel schreiben will?

Herzliche Grüsse aus Berlin
Dieter Reichert
censhare AG

P.S. Ich schreibe inzwischen ganz gut auf dem iPad.
P.P.S. Können Sie sich noch an die ersten Mobile-Phones erinnern?

08.06.10 15:58

Klaus Grell

Mir geht es genauso wie Manthey. Ich kann auf dem iPad auch nicht schnell genug tippen, um E-Mails zu schreiben. Und dann bleibe ich auch beim Notebook, wenn ich ins Internet schaue. Schade.

07.06.10 20:00

Jan Baer

Also ich kann m Artikel hier echt nicht zustimmen. Ich habe mir das iPad vor allem deshalb zugelegt, weil ich damit Content knsumieren und nicht publizieren möchte.
Und das kann das iPad mehr als gut. Wenn ich Inhalte für das Internet erstellen möchte, dann setzte ich mich lieber an einen richtigen Mac. Aber kurze Texte wie diesen hier kann ich auch mit dem iPad (und das mit der Zeit immer besser) schreiben.

07.06.10 17:44

Jörg Kremer Web-Site

Was ist denn das für ein Statement dieses Giganten der Holzgeneration? Wer hat denn den Anspruch formuliert, dass man auf dem iPad sein gesamtes Tagesgeschäft abwickeln kann – Massentexte schreiben kann?

Am 15.6. wird unter www.kremerundkonsorten.de ein mehrwöchiger iPad-Selbstversuch veröffentlicht. Hier wird man erstmalig ein unabhängiges Urteil lesen können. Das iPad in allen Lebenslagen mit seinen Vor- und Nachteilen. Einmal muss doch Schluss sein mit diesem Halbwissen zum Thema iPad.

Über http://www.formspring.me/digitalbohemien könne Sie mit Ihren anonymen Fragen noch Einfluss auf die Themen nehmen, auf die sich die Analyse des Selbstversuchs konzentrieren soll.

p.s.: Was soll daran schlecht sein, dass ältere Menschen das iPad entdecken? An denen wurde bisher komplett vorbei entwickelt, obwohl der Anteil in der Bevölkerung und bei den Internetnutzern ständig steigt. Mehr Wachstum kann man sich kaum wünschen. Und Herr Manthey wird schneller dazu gehören, als ihm jetzt lieb sein wird...!

07.06.10 17:36

norbert körzdörfer

Leider sehr wahr.
Die Worte fließen noch nicht auf Glas.
Ich wollte eine Story aus London mailen,
es wurden nur Notizen ohne Flow.
Gibt's eine Spracherkennung fürs iPad?

07.06.10 17:25

Thomas Garms

Manthey hat Recht. Eine prima Zielgruppe für ipads sind ältere Menschen, denen ein notebook zu kompliziert ist. Mit einem Knopfdruck an, und zurück zum Menu. Mit dem ipad kann man nicht wirklich arbeiten. Die Vorteile als e-reader sind indessen groß. Prima auch für Handelsvertreter, die schnell ihre Kataloge zur Hand haben müssen, und vielleicht mal ein movie zeigen wollen. Oder Ärzte auf Visite. Und natürlich Kinder. Spiele spielen macht auf dem ipad einfach mehr Spaß als auf dem ipod-touch.

07.06.10 14:45

Johann Dellovic

schön, dass man auch über luxusprobleme bloggen kann. mein ferrari setzt auch schon staub an. seit ich den bentley habe, fahre ich die italoschleuder kaum noch. wenn es allen so ergeht, könnte das glatt das ende für fiat bedeuten, nicht wahr?!

07.06.10 14:28

Lukas Hofstätter Web-Site

Kann mich der Meinung nur anschliessen... ich durfte das Gerät nun eine Weile testen und habe wirklich kaum darauf geschrieben. Mein grösster Schwachpunkt aber ist, dass das iPad keine Multiuser unterstützt: Eine mögliche Verwendung als Familiengerät um Zeitungen & Zeitschriften zu lesen - womöglich der beste Einsatz eines iPad überhaupt - sehe ich deshalb nicht, da ich meine Kalender, Kontakte und Emails, geschweige denn Facebook, Twitter, Evernote, etc. nicht einfach so allen Familienmitgliedern zugänglich machen will. Wer ein iPhone und ein MacBook besitzt kann getrost auf ein iPad verzichten.

07.06.10 14:10

Johannes Quirin Web-Site

Lieber Herr Manthey,

interessanter Erfahrungsbericht. Endlich mal etwas aus dem Leben mit dem iPad. Aktuell liest man sonst immer nur Lobpreisungen.

Ich kann Sie sehr gut verstehen. Übrigens - falls bevor Ihr iPad sich allein fühlt - schicken Sie es mir doch einfach zu: ich nutze es täglich... zumindest die ersten Wochen... ;o)

Beste Grüße

Johannes Quirin

07.06.10 13:26

Petra Himmel

Ich hab mein iPad zwar erst wenige Tage, aber mir geht es genauso: ich kann darauf nur schwer und viel zu langsam tippen.

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Dirk Manthey
ist Herausgeber von MEEDIA. Er hat früher die Verlagsgruppe Milchstraße ("TV Spielfilm", "MAX", "Fit for Fun") gegründet und lebt heute in Kalifornien.

 

 

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