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Freitag 27. Februar 2009 07:13

Was ist bloß mit Rupert Murdoch los?

Im hohen Alter agieren Medien-Tycoone häufig ausgesprochen unglücklich. Man kann das an Viacom- und CBS-Eigner Sumner Redstone (85) sehen, der gerade dabei ist, sein 5 Milliarden-Vermögen zu verspielen. Hugh Hefner (81), dessen  „Playboy“ mittlerweile so altmodisch wirkt, dass das Blatt vor dem Aus steht. Oder an Conde Nast-Boss Si Newhouse (81), der mit dem US-Wirtschaftsblatt „Portfolio“ schon 150 Millionen Dollar versemmelt hat, aber trotzdem immer weiter macht. Und das, obwohl es im Markt so wenig Berechtigung hat wie das deutsche „Vanity Fair“, das Conde Nast auch viel zu spät eingestellt hat.  

Irgendwie hat man das Gefühl, bei den alten Herren hat ein gewisser Altersstarrsinn eingesetzt. Das Verständnis für die neuen harten Realitäten im Mediengeschäft scheint zu fehlen. Sie wollen einfach nicht wahrhaben, dass im Internet-Zeitalter nichts mehr so wird wie es mal war.  

Auch Rupert Murdoch (in Kürze 78) hat das Glück verlassen. Vor zwei Jahren hatte man ihn noch zum großen Gewinner erkoren. Der Kauf von „MySpace“ war ein sensationelles Schnäppchen. Murdoch schien schneller und entschlossener von Print auf Web 2.0 umzuschalten als alle andere Verleger in den USA.  

Aber die Zeiten haben sich geändert. Spätestens seit sich herausgestellt hat, dass er „Wall Street Journal“ völlig überteuert gekauft hat, gilt Murdoch als einer der größten Verlierer im US-Mediengeschäft. 5 Milliarden Dollar waren eine Wahnsinnssumme für eine Zeitung, die in guten Zeiten gerade einmal 100 Millionen verdient hat. Die Folge: 3 Mrd. Dollar hat Murdoch in seiner Zeitungs-Division abschreiben müssen. Der Aktienpreis der News Corp. ist im letzten Jahr um 70% gefallen. 

Kritiker werfen Murdoch seitdem vor, sein Imperium sei zu printlastig. „Rupert Murdoch’s Soft Spot:  Newspaper“ schrieb die „New York Times“ diese Woche. Und wenn die „Gray Lady“ über den direkten Rivalen schreibt, findet das in US-Medienkreisen viel Beachtung. Das ist etwa so, als wenn sich der „Spiegel“ über „Focus“ mokiert – oder umgekehrt.

Aber was macht Murdoch? Er schert sich nicht um seine Kritiker. Dass er sich für die „New York Times“ interessiert, ist bekannt. Nun heißt es aber auch, er hätte Interesse an der „Los Angeles Times“.

„Murdoch on the prowl for print sales“

berichtete Fachblatt „Variety“. Wie bitte? Die "LA Times"? Das ist mittlerweile eine so abgewirtschaftete Zeitung, dass man sich kaum das Abo abzubestellen traut, weil man fürchtet, dem Blatt damit den Todesstoß zu versetzen.  

Und dann hat sich Murdoch noch mit seinem wichtigsten Manager überworfen. Diese Woche wurde bekannt, dass Peter Chernin, seit 12 Jahren die „rechte Hand“ Murdochs, den Konzern Ende Juni verlassen wird. Wie wichtig er für Murdoch war, kann man schon an seinem Gehalt erkennen: er bekam zuletzt fast 30 Mio. Dollar, mehr als sich Murdoch selbst genehmigte. Chernin hat das hochprofitable Hollywood-Studio 20th Century Fox und die sehr erfolgreiche Senderkette Fox TV verantwortet. Er war die letzten Jahre der Garant für Murdochs finanziellen Erfolg.  

Die Shareholder der News Corp. dürften all das mit Schrecken beobachten: Was ist nur mit Rupert Murdoch los? Warum will er weitere Zeitungen kaufen, wenn ihm schon das „Wall Street Journal“ solche Probleme bereitet? Warum trennt er sich ausgerechnet jetzt in so schweren Zeiten von seinem wichtigsten Manager? 

Vielleicht wird Murdoch einfach alt. Wie Sumner Redstone, Hugh Hefner und Si Newhouse... 
 

PS: Auch in Deutschland gibt es den einen oder anderen Fall, wo erfolgreiche Mediengrößen im Alter einfach nicht loslassen können und damit Gefahr laufen, ihr Lebenswerk zu zerstören.

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Kategorie: Print

Dienstag 24. Februar 2009 07:13

Immobiliensites: Gewinner in der Krise

In den USA geht es zur Zeit fast jeder Branche schlecht – aber es gibt kaum einen Sektor, dem es noch schlechter geht als dem Immobilienmarkt. Der US-Hypothekenmarkt, bekanntlich einer der Mitauslöser der weltweiten Finanzkrise, ist hauptsächlich durch Zwangsversteigerungen in den Schlagzeilen. Trotzdem gibt es ein Phänomen: Die US-Immobilien-Sites im Internet boomen wie nie zuvor. Zwei innovative Webpages profitieren besonders von der Entwicklung.

"Foreclosure" (Zwangsversteigerung) ist eines der meistgebrauchten Worte in den Nachrichten geworden. Gerade hat Präsident Obama ein schwindelerregendes 275 Milliarden Dollar-Rettungsprogramm für Hausbesitzer verkündet, aber viele zweifeln daran, dass es viel bewegen wird. Zwischen New York und Los Angeles stehen Millionen von Häusern zum Verkauf, die Preise gehen von Woche zu Woche nach unten – aber keiner kauft. 

Trotzdem gibt es ein Phänomen: Die Immobilien-Sites im Internet boomen wie nie zuvor. Und das mitten in der Krise. Ein Grund liegt darin, dass das Interesse für Häuser größer denn je ist. Nur, man will nicht kaufen, man will verkaufen. Ein anderer Grund: Die Immobiliensites hier in den USA sind erstklassig gemacht, besser als ihre deutschen Counterparts.  

Zwei dieser Sites möchte ich hier kurz vorstellen, weil sie wirklich bemerkenswert sind: 

Da ist zunächst Zillow.com. Das ist eine Web 2.0-Mischung aus Grundstückpreisen und "Google Maps". Hier kann man auf einfache Art und Weise herausfinden, wie viel ein Haus wert ist. Man muss nur auf "Zestimate" (von estimate = schätzen) klicken, und dann bekommt man einen Betrag, der häufig erstaunlich akkurat ist, manchmal aber leider auch komplett daneben liegt.  

In der Datenbank sind über 80 Millionen Häuser gespeichert, über die man sich anhand von 3-D-Animationen, Satellitenfotos und Stadtplänen informieren kann. Von über 70 Millionen Häusern hat Zillow genügend Informationen, um einen Schätzwert abzugeben. Der Hausbesitzer hat die Möglichkeit, Detail-Informationen wie Anzahl der Schlaf- und Badezimmer, Wohnfläche, Grundstückgröße etc. hinzuzufügen. 

In den USA ist seit Gründung dieser Site ein neuer Volkssport ausgebrochen. War man früher dabei, jemanden zu "googeln", so ist jetzt der neueste Trend, das Haus von Bekannten zu "zillowen". 

Zillow ist eine Idee von Richard Barton, der zuvor schon die erfolgreiche Travelsite "Expedia" aufgebaut hat, die als Albtraum eines jeden Reisebüros gilt. Nun ist er dabei, der Feind aller Makler zu werden. 

Und dann ist da Trulia.com. Diese Site wirbt damit: „Our business model is pretty simple – we create the best real estate search experience on the Web“. Und Trulia kommt diesem Anspruch schon recht nahe. 

Die Seite funktioniert wie schon Zillow unglaublich einfach: Man gibt eine Stadt ein, die Price-Range, die Anzahl der Betten und Bäder und los geht es. Ein Registrierung ist überflüssig. 

Dann bekommt man Informationen über „New Listings“, „Price Reductions“, „Average Listing price“ – und zeitgemäß natürlich auch einen Überblick über alle „Foreclosures“. Außerdem kann man sich ansehen, welche Häuser in dieser Region in den letzten 60 Tagen zu welchen Preisen verkauft wurden. Weitere Informationen über Trulia findet man im Blog von Wall Street Journal unter „A Go-to Website for Home Buyers“.

Wenn man sich die unglaublichen Informationsgehalte von Zillow.com und Trulia.com näher ansieht, versteht man, warum hier in den USA viele Makler den Beruf wechseln. Und beide Sites zeigen, dass man auch in der Krise gewinnen kann.

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Kategorie: Internet

Freitag 20. Februar 2009 07:13

US-"Playboy" vor dem Aus

Man muss kein Prophet sind: 2009 wird als Jahr des großen Zeitschriften-Sterbens in die Mediengeschichte eingehen. Und es wird auch Titel treffen, die man sich eigentlich vom Kiosk nicht wegdenken kann, weil sie über viele Jahrzehnte zu einem echten Markenartikel geworden sind. Wie zum Beispiel der 1953 gegründete US-„Playboy“, der sich sicher mit Recht als „one of the most recognized and popular consumer brands in the world“ preist. Das Hasenlogo könnte bald von der Bildfläche verschwinden.

Gestern berichteten einige Zeitungen, dass Playboy Enterprises im letzten Quartal einen dreistelligen Millionen-Verlust erzielt hätte. Und dass das Management in Chicago und New York darüber nachdenken würde, einen Käufer für die Company zu suchen.  

Ich würde in der Interpretation der Lage beim Playboy einen Schritt weiter gehen: ich fürchte, in ein paar Monaten sehen wir das endgültige Aus des Bunny-Blattes. 

Warum? 

  • zunächst einmal schafft es der Playboy-Konzern ganz offensichtlich nicht, aus den roten Zahlen zu kommen. Er hat in jedem Quartal des letzten Jahres Verluste geschrieben, im vierten Quartal '08 sogar das Rekordminus von 157 Mio. Dollar. Auch wenn man da Einmal-Effekte berücksichtigen muß, 157 Mio. Dollar ist eine immense Summe für eine Company, die an der Börse gerade noch einen Marktwert von 50 Millionen Dollar hat.
  • wie verzweifelt muss der Übergangs-CEO Jerome Kern sein, wenn er während eines Conference Call mit Analysten offen darüber spricht, die Company suche einen Käufer? Eine Käufersuche macht man hinter verschlossenen Türen, schon um die Mitarbeiter nicht zu verunsichern und das Anzeigengeschäft nicht zu beschädigen. Ich würde mal davon ausgehen, dass Kern bereits mit etlichen potentiellen Käufern gesprochen hat und sich nur Absagen eingefangen hat. 
  • Dann ist die Formel vom Playboy im Internet-Zeitalter hoffnungslos überaltert. Im World Wide Web kann man alles zum Thema Sex besser und kostenlos erhalten, wer braucht da noch einen Playboy? Mit einer „Kurskorrektur“, von dem das Management spricht, ist es da nicht getan. Der Name „Playboy“ ist einfach verbrannt.

Und wenn es dem Bunny-Heft schon in der jüngsten Vergangenheit nicht gelungen ist, Gewinne zu machen – wie soll das erst 2009 werden, wenn erst die Rezession voll aufs Anzeigengeschäft durchschlägt? Und wer bindet sich in der heutigen Zeit noch einen Verlag ans Bein, dessen einzige Marke hoffnungslos überaltert erscheint. 

Deshalb: alles spricht dafür, dass der US-Playboy im Sterben liegt. 

Wenn es so kommen sollte, stellt sich die interessante Frage, was dann eigentlich mit den 25 Auslandsausgaben passiert, für die Playboy Enterprises Lizenzen vergeben hat (in Deutschland an Burda). Theoretisch könnten die Auslandsausgaben wohl selbstständig fortgeführt werden, aber sie können natürlich nicht mehr auf frischen Content von der US-Mutter zurückgreifen.  Das macht das Produzieren teurer. Und welche Glaubwürdigkeit haben die Auslandsausgaben noch bei Anzeigenkunden, wenn die US-Mutterausgabe schon pleite ist?  

In München in der Arabellastraße hat man eine Sorge mehr...

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Kategorie: Print

Mittwoch 18. Februar 2009 07:47

Interessantes Web-Experiment der „New York Times“

Es gibt momentan sicherlich weltweit keine Zeitung, die so im Gespräch ist wie die „New York Times“.  Gestern sorgte sie für kräftige Aufregung, weil sie ihrem Retter, dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim Helu im Wirtschaftsteil ein wenig schmeichelhaftes Porträt widmete.  

Dort wird Slim unter der Headline „The Reticent Media Baron“ (reticent = wortkarg) als böser Monopolist beschrieben, der arme Mexikaner schröpfen würde. Er könne schlecht mit Kritik umgehen und würde die Medien mit Anzeigenboykotts einschüchtern. Und bei der New York Times sei er nur aus PR-Gründen eingestiegen, um sein öffentliches Image aufzupolieren. Autsch! 

Dazu muß man wissen, dass Slim vor ein paar Wochen die „New York Times“ mit einem Kredit von 250 Millionen Dollar vor der sicheren Insolvenz bewahrt hat. Dafür bekommt er allerdings Wucherzinsen von 14%, was innerhalb der Redaktion für viel Verärgerung sorgt. Slim besitzt schon heute 6,9% Anteile an der „Gray Lady“, die auf 17 Prozent steigen werden, wenn die Zeitung den Kredit nicht zurückzahlen kann. Und davon sollte man mal ausgehen... 

Interessanter als die kritische Berichterstattung in eigener Sache ist jedoch ein Web-Experiment, an dem die New York Times in aller Stille arbeitet. Obwohl „not quite ready for prime time“ kann man es schon besichtigen. Es ist der Prototyp von einem neuen Zeitungs-Umbruch im Web, den die Macher „ArticleSkimmer“ nennen.  

Dabei geht es darum, den Zeitungsinhalt online möglichst übersichtlich aufzubereiten. Das Ziel ist es,  auf einer Computer-Seite möglichst viele Artikel anzuteasern. Dafür haben die Macher einen flexiblen fünfspaltigen Umbruch gewählt und alle Artikel (bis auf den jeweiligen Aufmacherbericht) in gleichgroße Boxen gestellt. Am linken Rand kann man dabei durch die Ressorts der Zeitung navigieren. „If you want to imagine the whole of the content as a giant uncut scroll of paper, don’t let us stop you“, schreiben die Macher. Die horizontale Aufbereitung erinnert etwas an den Aggregator Newser, dessen Homepage allerdings längst nicht so aufgeräumt wirkt wie die neue Applikation der New York Times. 

Meiner Meinung nach ist dieses „Grid-System“ exzellent gelungen. Es ist die bisher schnellste Art, den Inhalt einer Zeitung im Web zu präsentieren. Abwarten muß man jedoch, wie die Seiten wirken, wenn erst einmal Anzeigen eingebaut werden.  

Einmal mehr bestätigt sich: die kreativsten Medienmacher der Welt sitzen in New York. Im Print ist das „New York Magazine“ jeder anderen Publikation weit überlegen, im Web brennen die Macher der „New York Times“ ein regelrechtes Feuerwerk an guten Ideen ab. Chapeau!

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Kategorie: Internet

Montag 16. Februar 2009 07:51

Gratis-Sites bedrängen Porno-Industrie

Eigentlich sollte man denken, in wirtschaftlich unsicheren Zeiten müsste doch wenigstens das Porno-Geschäft prima laufen. Aber weit gefehlt. Im vergangenen Jahr verzeichnet die Branche ein Minus von 22 Prozent. Vor allem der DVD-Verkauf brach ein. Grund: Kostenlose YouTube-Klone für Hardcore-Clips wie „YouPorn“ und „Redtube“ bedrohen das Geschäftsmodell der Sex-Industrie. Jetzt fordert Larry Flint sogar einen staatlichen Schutzschirm, wie für die amerikanischen Banken und Autobauer.

Letzte Woche fand in Woodland Hills, einem Vorort von Los Angeles die „XBiz 2009“ statt, die „Adult Entertainment Industry’s Trade Conference“. Dort diskutierten Vertreter der Sex-Branche drei Tage lang über „The State of the Industry“. Dabei hat Altmeister Larry Flint, Herausgeber vom „Hustler“-Magazin - mal wieder - gefordert, Pornographie brauche ein 5 Milliarden Dollar „Bailout“-Programm. Also eine Staatshilfe wie die amerikanischen Banken und Autobauer. 

Nach den jüngsten Zahlen hat die Porno-Branche 2008 einen 22% Umsatz-Rückgang verzeichnen müssen. Vor allem der DVD-Verkauf ist eingebrochen. Als Hauptgrund gelten die vielen kostenlosen Online-Plattformen, die sich in den letzten 2 Jahren nach dem Muster von „YouTube“ etabliert haben. Sie heißen „YouPorn“, „Redtube“, „Xtube“,„Pornotube“ oder auch „PornHub“.  

Hier lädt der User Ausschnitte aus Pornofilmen hoch, die er illegal aus dem Netz kopiert oder nicht minder illegal von einer DVD überspielt. Über 70% der Ausschnitte bei YouPorn dürften Raubkopien sein. Sehr beliebt sind auch „home made-Videos“, die Amateur-Pornographen mit einer Digitalkamera aufgezeichnet haben. „Die Illusion, dass hier echte Menschen im Internet ihre Freundinnen oder Exfreundinnen vorführen, kann ein professioneller Porno nie bieten. Das ist ein Kick ohnegleichen“, erklärt ein Insider der Neue Züricher Zeitung. Dass manche Amateure in Wirklichkeit Professionelle sind, dürfte die Millionen Internet-User weltweit kaum stören. Hauptsache, für diesen „user generated content“ müssen sie keinen Cent zahlen. 

Der Branchendienst “The Wrap” zitiert einen Porn-Unternehmer: “The people stealing this stuff should be brought out to the back room and shot,” he said. “I mean, who wouldn’t want to watch free porn? I don’t think people are that picky about their masturbation habits. So every year that goes by now, there are new people – especially younger people – watching adult content who think that porn is free. And it’s not good.”  

Wie popular diese Sites sind, für die man keinerlei Altersnachweis benötigt, kann man bei Alexa sehen. Pornhub steht bei den beliebtesten Sites der USA auf Platz 29, RedTube auf Platz 44, YouPorn auf Platz 45. Zum Vergleich: die Website der New York Times landet auf Platz 25, die der Washington Post auf Platz 69 und das Wall Street Journal gar nur auf Platz 99. Und ein Blick zur Alexa-Konkurrenz Compete bestätigt, dass alle drei Sex-Sites über die letzten Monate kräftig an Traffic gewonnen haben. 

Interessant ist, dass bisher noch kein Journalist herausbekommen hat, wer eigentlich hinter YouPorn steht. Das US-Wirtschaftsmagazin “Portfolio” berichtete im November 2007 über dubiose Hintermänner aus Malaysia und Deutschland. 

Dabei entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass die Betreiber von YouPorn & Co kaum Geld verdienen dürften. Sie leiden nämlich unter den enormen Bandbreiten-Kosten, die laut Insidern kaum von den Werbeerlösen gedeckt werden. Viele Sites bemühen sich deshalb darum, auf ein Pay-Modell umzuschwenken und bieten “Premium”-Service an. Bisher allerdings nur mit geringem Erfolg. 

Also nicht nur für Zeitungs-Webseiten, auch für Pornosites scheint zu gelten: kostenlos ist auf Dauer kein Geschäftsmodell. 

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Kategorie: Internet

Donnerstag 12. Februar 2009 07:59

Werden Medien-Inhalte immer weniger wert?

Jahrelang hieß es im Mediengeschäft „Content is king“. Aber in einer Zeit, in der die weltweite Wirtschaftkrise vieles in Frage stellt, scheint auch das nicht mehr zu gelten. So sieht es zumindestens in den USA aus. 

In den letzten Tage ist der Aktienkurs von TimeWarner, noch immer (aber bald nicht mehr) der größte Medienkonzern der Welt, um 7 % eingebrochen. Der Grund: ein Analyst von Sanford C. Bernstein hat die Aktien der Mutter vom Zeitschriftenhaus Time Inc., Filmstudio Warner Bros. und Pay TV-Sender HBO von „outperform“ auf „market perform“ abgewertet.  

Seine These: wenn Time Warner in diesem Quartal sein Kabelgeschäft Time Warner Cable abspaltet und damit den Status der größten Mediencompany der Welt verliert, basiert die Company in der Gesamtheit zu sehr auf dem Content-Business. 

Nun mag man sich wundern, wie in der heutigen Zeit je ein Analyst zu der Einschätzung kommen konnte, dass die Performance eines Medienkonzerns die des Markts übertreffen könnte. Wichtiger ist aber die Frage, ob Medieninhalte nicht mehr so hoch eingeschätzt werden wie früher. 

Dazu passt, dass das „Time Magazine“ in der gleichen Ausgabe, in der sie mit der etwas fragwürdigen Titelgeschichte über die vermeintliche Rettung der Zeitungen mit Hilfe von Micro-Payment aufmacht, einen Anschluß-Artikel mit der Headline „Content, Once King, Becomes A Pauper“ (pauper = Armer, Sozialempfänger) bringt.  

Dort heißt es: „The value of content...has always been directly tied to what owners could get for it – either through advertisers or subscribers. Content is rapidly being devalued. The first people to press that case are accountants. They have insisted that companies from News Corporation to The New York Times to Time Warner to CBS write-down tens of billions of dollars in assets.“ 

Dann spricht der Artikel über die unsicheren Zukunftsaussichten der Zeitungen und stellt fest, dass es der Film- und Fernseh-Industrie offensichtlich nicht gelingt, im Internet Geld zu verdienen. Er endet damit: „No one knows to what extent content will be „re-valued“ as the economy improves...The largest media companies are making the case that the only reason their asset values have dropped is the economy. That case may not hold up“.

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Kategorie: Internet, Print, Fernsehen

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Dirk Manthey
ist Herausgeber von MEEDIA. Er hat früher die Verlagsgruppe Milchstraße ("TV Spielfilm", "MAX", "Fit for Fun") gegründet und lebt heute in Kalifornien.

 

 

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